LICHTENFELS

Bau-Boom in Lichtenfels: 50 Wohnungen am Main

Bau-Boom in Lichtenfels: 50 Wohnungen am Main
Auf dem Gelände der ehemaligen Polstermöbelfirma Pro Seda am Maindamm sollen Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 50 Mietwohnungen entstehen. Foto: Gerhard Herrmann

Während die Wirtschaft unter den Folgen der Corona-Pandemie leidet, sorgen niedrige Zinsen und steigende Nachfrage für einen Bau-Boom in Lichtenfels. Insgesamt 50 Wohnungen will die Grundstücksgemeinschaft Claus Deininger, Jens Penquitt, Nurfet Semoski GbR auf dem Gelände der ehemaligen Polstermöbelfirma Pro Seda, Am Main 5 und 6, errichten. Der Bauausschuss hat dem Vorhaben in der jüngsten Sitzung eine Genehmigung in Aussicht gestellt, wenn zusätzliche Stellplätze und Grünflächen geschaffen werden.

Vorgesehen ist ein Umbau des Bürogebäudes der ehemaligen Möbelfirma zu acht Wohnungen. Die Hallen sollen abgebrochen werden, um Platz für sechs Mehrfamilienhäuser zu schaffen. Die Fassade der drei Häuser zum Main hin (je sechs Wohnungen auf zweieinhalb Etagen) soll durch Giebeldächer und einen Mittelerker gegliedert werden, die drei Häuser zum Stadion hin (je acht Wohnungen auf drei Etagen) werden aus Gründen des Lärmschutzes schlichter gestaltet.

Bau-Boom in Lichtenfels: 50 Wohnungen am Main
Mit Giebeldach und einem Mittelerker wird die Front der Mehrfamilienhäuser auf dem ehemaligen Pro Seda-Gelände zum Main ... Foto: red

Aufgrund der neuen städtischen Stellplatzverordnung muss der Bauherr für die Gesamtwohnfläche von 3468 Quadratmeter insgesamt 61 Stellplätze nachweisen, wie Stadtbaumeister Gerhard Pülz erläuterte. Sechs Stellplätze müssen noch geschaffen werden. Wegen der schwierigen Parksituation aufgrund der engen Straße und des Fußballstadions seien Ausgleichszahlungen nicht sinnvoll.

Außerdem sollen statt der geplanten zwei Bäume acht gepflanzt und ein detaillierter Grünflächenplan nachgewiesen werden, weil das Grundstück sehr dicht bebaut werden solle. Um beim Bauen im Bestand den Umwelt- und Klimaschutz zu berücksichtigen, müssen für je acht Stellplätze ein hochstämmiger Laubbaum gepflanzt und pro Parkplatz drei Quadratmeter Grünfläche nachgewiesen werden. Weiterhin müssen die Stellplätze so angelegt werden, dass Regenwasser versickern kann. Angeregt wurde eine Einbahnstraße als Ringerschließung der Gebäude.

Beginn mit dem Umbau des Bürogebäudes im Herbst

Bau-Boom in Lichtenfels: 50 Wohnungen am Main
Schlicht gehalten ist die Rückseite der Mehrfamilienhäuser zum Stadion des FC Lichtenfels hin, um den Anforderungen des ... Foto: red

Begonnen werden soll mit dem Umbau des Bürogebäudes voraussichtlich im Herbst, sagte Dr. Claus Deininger auf Anfrage. Der Bau der Mehrfamilienhäuser sei voraussichtlich in zwei Jahren abschnittsweise, je nach Nachfrage, geplant. Vorgesehen seien Mietwohnungen in mittlerer Preislage. Sozialwohnungen ließen sich aufgrund der Anforderungen für Dämmung und Lüftung in Deutschland kaum noch finanzieren. Die Grundstücksgemeinschaft habe das Gelände erworben, nachdem die Bauvoranfrage genehmigt war. Vorgesehen ist eine Investition im höheren einstelligen Millionenbereich.

Genehmigt wurde ein Mehrfamilienhaus mit 16 Wohnungen auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei zwischen der Langen Straße und der Oberen Brunnengasse. Vorgesehen sind zwei dreistöckige Gebäude mit Flachdächern, die durch ein Treppenhaus verbunden sind, und einer Tiefgarage im Untergeschoss. Durch eine abgestufte Fassade, die sich der Hangneigung anpasst, wirkt der Gebäudekomplex aufgelockert.

Acht Wohnungen im Laubenweg, fünf in der Schillerstraße

Sechs Wohnungen sollen im Gebäude der ehemaligen Firma Hosen-Meier in Mistelfeld entstehen. Das Einvernehmen für den Umbau des Gewerbegebäudes könnte erteilt werden, wenn drei weitere Stellplätze (elf sind erforderlich) und die Pflanzung eines Baums nachgewiesen werden.

Bau-Boom in Lichtenfels: 50 Wohnungen am Main
Moderne Gestaltung: Ein Mehrfamilienhaus mit 16 Wohnungen soll auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei in der Langen ... Foto: red

Das gemeindliche Einvernehmen gab's für den Bau eines Mehrfamilienwohnhauses mit acht Wohnungen im Laubenweg 5.

Fünf Wohnungen sollen an ein Einfamilienhaus in der Schillerstraße 11 angebaut werden. Vorgesehen sind ein begrüntes Flachdach und ein Treppenturn zur Straße hin. Weil die sechs Stellplätze nicht ausreichen und der Treppenturm zur Straße hin stark vorspringt, wird nochmals mit dem Bauherrn über Nachbesserungen gesprochen.

Ferienwohnungen, Autolager und Baumfällungen

Genehmigt wurde der Einbau von Ferienwohnungen im ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus Abteistraße 20 in Klosterlangheim. Vorgesehen ist der Einbau von zwei Wohnungen im Obergeschoss und einer im Dachgeschoss, wofür Innenwände versetzt werden. Die Fassade des Gebäudes aus der Barockzeit bleibt unverändert. Die erforderlichen drei Stellplätze sind vorhanden.

Die Anlage eines Garagenhofs mit 26 Fertiggaragen im Schneidmühlenweg wurde gebilligt. Neben Zufahrten aus versickerungsfähigem Pflaster soll eine Grünfläche (298 Quadratmeter, 80 erforderlich) und großkronige Laubbäume (Spitzahorn, Feldahorn und Schwarzerle) für den erforderlichen Grün-Ausgleich sorgen.

Als problematisch beurteilten die Räte den Antrag auf Bau eines Lagerraums für Autos und Nebenräume in der Alten Coburger Straße, weil die Nachbarn Bedenken wegen der Nutzung, der Höhe und der Versicherung äußern. Auch städtebaulich sei das Vorhaben problematisch, weil die Nutzung ungeklärt und das gewerbliche Erscheinungsbild aus der umliegenden Wohnbebauung herausstechen würde. So soll das Gebäude für die Lagerung nicht angemeldeter Autos mit Aufenthaltsräumen genutzt werden. Aber laut Architekt sei auch ein Schlachtraum für Fische angedacht oder eine mögliche Reparatur- beziehungsweise eine Fahrradwerkstatt.

Beschlossen wurden außerdem die Fällung einer maroden Birke in der Langheimer Straße (gegenüber der Einmündung der Kolpingstraße) und einer Pappelreihe am Nassanger in Trieb. Für jeden gefällten städtischen Baum werden zwei neue gepflanzt.

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