BAMBERG

Bamberg: Posthalle wird zum Raum für Kultur

Die alte Posthalle wird Teil des Kultur- und Kreativquartiers Lagarde. Foto: Amt für Konversionsmanagement

Es ist eine sehr gute Nachricht für die Bamberger, besser für die fränkische Kulturszene: Die ehemalige Posthalle auf dem Lagarde-Gelände soll nachhaltig saniert und für eine kulturelle Nutzung gesichert werden. Das hat der Stadtrat der Domstadt in seiner Sitzung jüngst einstimmig beschlossen und zugleich die Stadtbau GmbH Bamberg mit der Umsetzung in Zusammenarbeit mit dem städtischen Kulturreferat beauftragt. „Das Kulturquartier ist das Herzstück des ehemaligen Lagarde-Geländes. Mit der Posthalle und dem angrenzenden Kulturhof wird ein neuer und attraktiver Treffpunkt für alle Bambergerinnen und Bamberger geschaffen“, freut sich Oberbürgermeister Andreas Starke über diesen wichtigen Schritt im Rahmen der Konversion.

Kultureller Anziehungspunkt für ganz Oberfranken

Doch die ehemalige Lagarde-Kaserne hatte als Veranstaltungsort zum Beispiel bei den erfolgreichen Kontakt-Festivals schon überregional für Aufsehen gesorgt. Die Posthalle könnte als Kulturzentrum ein Anziehungsort für ganz Oberfranken darstellen. Bisher war lediglich angedacht, die Posthalle nur rudimentär zu sanieren, um kurzfristig eine Nutzung zu ermöglichen. Im Konsens mit den Kulturschaffenden wurde jetzt umgeplant. Zum einen ist das Gebäude derzeit in einem baulichen Zustand, der eine kulturelle Nutzung baurechtlich nicht zulässt. Um eine Verkehrssicherheit zu gewährleisten, müssen Einbauten abgerissen und entsorgt werden.

Aktuell verfügt das Gebäude auch über keine Wasser-, Strom-, Wärme- und Medienversorgung. Zum anderen könnten dort bei einer notdürftigen Sanierung nur wenige Veranstaltungen stattfinden. Um eine Refinanzierung der Herstellungskosten zu ermöglichen und ein realistisches Betriebskonzept zu entwickeln, „ist eine nachhaltige Sanierung der Posthalle sinnvoll“, so der Oberbürgermeister in einer Pressemitteilung.

Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie ist davon auszugehen, dass dort 2021 größere Veranstaltungen nicht stattfinden können. „Eine Überarbeitung des Konzeptes mit einer nachhaltigen Nutzung des gesamten Gebäudekomplexes ist sicher die bessere und auch langfristig wirtschaftlichere Lösung“, erklärt Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar.

Hoffnung auf umfassende Förderung

Die Neuausrichtung erlaube zudem auch die hilfreiche Förderung der baulichen Maßnahmen durch Städtebauförderung. Zudem sollen weitere Fördermöglichkeiten ausgelotet und verhandelt werden, kündigte die Kulturreferentin an.

Die Entwicklung der Posthalle Lagarde für kommerzielle und nichtkommerzielle Nutzung bildet einen wichtigen Baustein im Konzept „Kultur- und Kreativquartier Lagarde“. Ergänzt wird dieser Kulturtreffpunkt um eine gastronomische Nutzung in Form eines Kulturcafés. Ein weiterer Teilbereich soll angemessen und kulturverträglich gewerblich genutzt werden.

„Die Posthalle soll ein Ort sein für Kreative, Künstler und Kulturliebhaber sowie Treffpunkt für kulturell und künstlerisch engagierte Bürger sein. Es soll sich aber auch hin zu einem zentralen Begegnungsort in Bamberg-Ost entwickeln, mit Strahlkraft über den Stadtteil und die Stadtgrenzen hinweg“, wagt Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar einen Blick in die Zukunft. Damit werde auch ein Vorschlag des Bürgervereins Bamberg-Ost aufgegriffen.

Die neuen Zielsetzungen sind auch mit den beteiligten Investorengruppen im Umfeld der Posthalle abgestimmt. Der Stadtrat hat die Verwaltung nun offiziell damit beauftragt, die Weiterentwicklung der Posthalle voranzutreiben und zugunsten der Stadt zu nutzen.

Bleibt für die Bamberger noch die Frage: „Und was passiert mit der Reithalle?“ Die benachbarte „Reithalle“ ist ein eingetragenes Einzeldenkmal entsprechend der Denkmalliste des Freistaates Bayern und befindet sich im Eigentum der Stadt Bamberg. Es handelt sich um ein städtebauliches Kleinod und muss sehr sensibel entwickelt werden. Es gab und gibt über die Jahre hinweg einige sehr gute und durchaus tragfähige Konzepte und Ideen dafür, die auch als Ergänzung oder elementarer Bestandteil des Kulturquartiers Lagarde hervorragend geeignet scheinen. Dazu zählen sicherlich auch die Pläne für eine Veranstaltungshalle oder gar einen Kammermusiksaal, wie es nach wie vor die Bamberger Symphoniker - Bayerische Staatsphilharmonie favorisieren würden.

Bedauerlicherweise stehen für keine dieser Ideen in den nächsten Jahren Gelder, die wohl mindestens im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen, zur Verfügung – auch nicht beim Freistaat Bayern.

Der Freistaat Bayern ist jedoch aktiv auf die Stadt Bamberg zugegangen und hat Gespräche zur Weiterentwicklung des Justizstandortes auf der Lagarde initiiert. Dabei wird auch eine mögliche neue Nutzung der Reithalle untersucht. Ergebnisse dazu liegen noch nicht vor. Die Verwaltung wird in Bezug auf mögliche Nutzungsszenarien wieder im zuständigen Konversionssenat im Mai berichten, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt weiter. (red)

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