BAMBERG

Bamberg für Gipfelstürmer und Leichtmatrosen

Wie wäre es mit der ersten Schifffahrt in Bamberg, um die Seetauglichkeit zu testen? Foto: Corinna Tübel

Die nahe Weltkulturerbe-Stadt Bamberg hält auch für Familien spannende Angebote bereit: Nach der Besteigung der Altenburg, einem Abstecher ins Naturkundemuseum oder einem Besuch des Sams-Spielplatzes auf der Erba-Insel lassen sich wohl auch Kinder gemächlich durch die Altstadt treiben. Auch eine erste Schifffahrt, fernab großer Meereswellen, ist hier möglich. Das große Plus in diesen Zeiten: Die Parkplatz-Suche entfällt.

Da, wo das Sams wohnt? Wohl kein anderer Kinderbuchklassiker und seine Verfilmung sind so nahe am Obermain entstanden wie die Geschichte des kleinen Kobolds aus der Feder von Paul Maar. Das alte schmucke Rathaus, der Blick von so manchem Bierkeller und vieles mehr verzücken dabei auch Eltern. Für „eingefleischte Fans“ gibt es sogar eine besondere Stadtführung: „Auf den Spuren des Sams“.

Doch auch wenn Familien alleine umherziehen, dürfen Eltern durchaus „Wunschpunkte“ freihaben. Sicher würden sie noch mehr Ecken der wunderbaren Stadt erkunden wollen, ohne Stress und Museumsetikette – vor allem, wenn durch die Nutzung des 9 Euro-Tickets endlich die lästige Parkplatzsuche in der Weltkulturerbestadt entfällt.

Türme, Kanonen und viel Geschichte

Die Altenburg, hoch über den Dächern Bambergs, bietet dabei Erlebnisse für Jung und Alt. Der weite Blick über die Stadt und das Bamberger Umland beflügelt und lässt Sorgen klein erscheinen. Mit Kindern lassen sich hier hervorragend Such-Rätsel spielen. Viele kleine Türmchen, einzelne Kanonen und vieles mehr lassen Familien in die Geschichte der Altenburg eintauchen: Ihre Ursprünge werden auf das 9. Jahrhundert geschätzt, erstmals urkundlich erwähnt wurde der Bau 1109.

Ab dem frühen 14. Jahrhundert diente die Burg als Residenz der Fürstbischöfe. 1553 ließ jedoch Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach die Burg auf Geheiß niederbrennen, bis zum Beginn des Wiederaufbaus vergingen gut 150 Jahre. Seit 1818 kümmert sich der heutige Altenburgverein als eine Interessengemeinschaft um die Erhaltung der Burganlage.

Das Highlight für Kinder wird vermutlich der Bärenzwinger auf dem Außengelände werden: Bis ins Jahr 1982 lebte dort der letzte Burgbär auf der Altenburg, der Braunbär „Poldi“. 1952 kam er auf die Burg, um der dortigen Bärendame Toni Gesellschaft zu leisten – zu dieser Zeit Normalität. Poldi war dann auch der letzte deutsche Braunbär, der als Burgbär gehalten wurde. Er wurde jedoch zu Bambergs Wahrzeichen und noch heute ist beispielsweise auch das Maskottchen der Bamberger Basketballer ein Bär.

Ältere Kinder können den präparierten „Poldi“ später im Naturkundemuseum besichtigen. Direkt in der Innenstadt gelegen laden die Räume zu tollen Entdeckungen im Reich der Geologie, Tiere, Pflanzen und Wissenschaftsgeschichte ein. Im Obergeschoss können Tausende bunter Tierpräparate in eigenem Tempo bestaunt werden – ganz klassisch, wie in einem frühen Naturalienkabinett. Die Vielfalt reicht von hunderten Vogelarten über Reptilien bis hin zu Wölfen und Luchsen. Ihr Anblick kann unterschiedliche Reaktionen hervorrufen: Spannung und Faszination, Ungläubigkeit und Rätselhaftigkeit, selten auch Ekel und Angst. Besonders schön: Der Bamberger Vogelsaal, der als einer der ältesten und schönsten Naturkundesääle weltweit gilt.

Im Erdgeschoss geht es um Planeten, die Fränkischen Schichtstufenlandschaft und Naturwerksteine. Im Zwischenstockwerk gibt die Sonderausstellung „Frankenland am Jurastrand“ Einblicke in die Ergebnisse von Grabungen in einem nahegelegenen Jura-Steinbruch. Für interessierte Kinder und Familien ein wirklich aufregendes Museum. Frischer Wind aus der Gegenwart weht Familien dagegen auf der „Christl“, wahlweise auch „Stadt Bamberg“ oder „Franken“ zu. Die Ausflugsschiffe in Bamberg bieten Familien eine hervorragende Gelegenheit, das Abenteuer auf dem Wasser einmal unkompliziert zu testen, bevor man längere Reisen antritt. Die Hafenrundfahrt findet täglich statt und dauert rund 80 Minuten. Ab der Anlagestelle „Am Kranen“ trägt das Schiff seine Passagiere über Klein-Venedig, Bamberg Hafen und den ERBA-Park. Hier können Kinder und Eltern auch einen Stopp einlegen, den Sams-Spielplatz erkunden und anschließend wieder auf dem Wasserweg zurückfahren.

Der Abenteuer-Spielplatz auf der ERBA-Insel. Foto: Corinna Tübel

Der Familientreffpunkt, an der Spinnerei gelegen, wird von zwei Flussarmen der Regnitz herrlich eingerahmt. Mit Kletterturm, Tunnelrutsche, Trampolin und angrenzendem Wasserspielplatz bietet er unzählige Möglichkeiten zum Klettern, Toben und Verstecken. Viele Naturmaterialien und geschwungene Linien der Geräte zaubern einen besonderen Charme. Kinder aller Altersstufen kommen hier voll auf ihre Kosten. Hier und da lugt das Sams hervor. An heißen Sommertagen lockt auch der Wasserspielplatz mit seiner großzügigen Ausstattung: große Steinformationen und ein Balancierseil ermöglichen es, den Fischpass, ein künstlich angelegtes Bächlein, zu überqueren. Viele Sitzgelegenheiten sprechen Eltern an: Lehnen Sie sich zurück, genießen Sie das Treiben vor altem Industriecharme und landschaftlicher Idylle. Nach ein oder zwei dieser Programmpunkte lassen sich sicher viele Kinder auf einen gemütlichen Bummel durch die Altstadt ein. Auch ein entspannter Cafébesuch oder ein Abstecher in einen der herrlichen Bierkeller Bambergs scheint nun unter guten Vorzeichen zu stehen.

Erreichbarkeit

Regionalbahn und -express fahren regelmäßig von Lichtenfels nach Bamberg, die kürzeste Fahrzeit beträgt 18 Minuten, in der Regel müssen Reisende nicht umsteigen. Direkt gegenüber des Bahnhofs fahren viele Busse zum Zentralen Omnibusbahnhof ZOB ab. Von dort bringt die Stadtbuslinie 910 Reisende zu den Haltestellen „Wildensorger Straße“ beziehungsweise „Carl-Schmolz-Weg“, von welchen der Fußweg entlang der Wildensorger (Haupt-)Straße über die Abzweigung des Rübezahlwegs hoch zur Altenburg rund 20 Minuten beträgt. Die nostalgischen Bamberger-Bahnen mit Start am Bamberger Dom fahren im Rahmen ihrer 6-Hügel-Tour auch die Altenburg an. Ein späterer Wiederzustieg ist möglich. Zum SAMS-Spielplatz auf dem ERBA-Gelände fährt außerdem die Stadtbuslinie 906 bis zur Haltestelle „Gaustadt-Spinnerei“. Sowohl das Naturkundemuseum als auch die Schiffsanlegestelle „Kranen“ sind fußläufig erreichbar.

Links: Bamberger Bahnen und 6-Hügel-Tour: www.bambergerbahnen.de; SAMS-Führung: www.wunderbares-bamberg.de Naturkundemuseum: www.naturkundemuseum-bamberg.de; Schifffahrt: www.personenschiffahrt-bamberg.de.

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