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Ausstellung auf Schloss Hohenstein: „80 Jahre Bob Dylan“

Eine Ausstellung auf Schloss Hohenstein widmet sich dem malenden Künstler Bob Dylan. Foto: Schloss Hohenstein

„Ich bin Künstler. Ich versuche Kunst zu schaffen“, sagt Bob Dylan über sich selbst. Und das macht er auf allen Ebenen. Die Anzahl seiner Auszeichnungen sucht seinesgleichen. Pulitzer-Preis, Nobelpreis für Literatur, diverse Auszeichnungen im Bereich der Bildenden Kunst sowie natürlich der Musik. Dem Ausnahmekünstler Bob Dylan widmet sich eine Ausstellung des Kunstforums auf Schloss Hohenstein. Eine Verneigung gegenüber „80 Jahre Bob Dylan“.

Es ist spannend einen Blick auf den Maler und Zeichner Dylan zu werfen. Man fragt sich fortwährend, was er wohl als nächstes macht oder welche verborgenen Schätze er in der Vergangenheit geschaffen hat. Genau so erging es vor Jahren, Dr. Ingrid Mössinger, die 22 Jahre Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz war. Sie gilt als Entdeckerin Dylans im malerischen Bereich und präsentierte 2007 die weltweit erste Ausstellung mit seinen Arbeiten in Chemnitz.

Eine unglaubliche Vielfalt des Schaffens

Die Vielfalt des musischen und lyrischen Schaffens und wenige Buch- und CD-Cover-Skizzen von Dylan deuteten die Möglichkeit eines zeichnerischen Werkes an. Sie war neugierig. In einem Buch, welches sie in einem New Yorker Antiquariat erstand, fand sie dann tatsächlich 92 Abbildungen von Bleistift- und Kohlezeichnungen, die zwischen 1989 bis 1992 entstanden.

Das fand sie so spannend, dass sie den Kontakt zu Dylans Management suchte. Das war die Initialzündung, dass Dylans Bilder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Sie organisierte somit die erste museale Ausstellung mit Dylans Werken, in Chemnitz.

Schon früh zu zeichnen begonnen

Heutzutage malen viele Prominente. Teils mit mehr oder weniger Erfolg. Bei Dylan ist das anders. Im Unterschied zu vielen andern, begann er mit seinen frühen Zeichnungen schon in den 1960er Jahren. Er machte das für sich, zur Entspannung zwischen einzelnen Auftritten und nicht um Geld zu verdienen.

Er malte damals alles, was er gerade sah. Eine Rose, ein Messer, eine leere Zigarettenschachtel usw.

Bob Dylan beherrscht fast alle Formen der Kunst meisterhaft. Foto: John Shearer

Damit sind wir auch schon bei der Drawn Blank Serie von Dylan. Dieser Ansatz, alles zu zeichnen und zu malen, was gerade da war, also den für ihn perfekten Moment festzuhalten zeigt sich in dieser Serie Dylans.

Während seiner Tourneen gezeichnet

Wir sehen hier Editionen Dylans, denen Schwarz-weiss-Zeichnungen Dylans zugrunde liegen, die er während seiner Tourneen von 1989 bis 1992 schuf. Er zeichnete alles, was er während seiner Reisen sah, oftmals für den Betrachter auf den ersten Blick ungewöhnliche Motive. Hotels, Tiere, ein Fahrrad, einen Stuhl, Blumen, Eine Schienen-Strecke, die sogenannten Train Tracks, die eine wichtige Rolle in Dylans Werk spielen, einen Baum...

Er hielt das fest, was er gerade sah. Somit zeigt Drawn Blank einen tiefen Einblick in Dylans Sicht auf seine Umgebung während seiner Tourneen. In Drawn Blank fällt auf, dass das gleiche Motiv von Dylan oftmals in unterschiedlichen Farbvariationen dargestellt wurde. Durch die Änderung der Farbigkeit erreicht Dylan, dass er mehrere Wahrnehmungen in ein und derselben Situation ausdrücken kann.

Das ist so wie im wirklichen Leben. Wir alle nehmen die gleichen Alltagssituationen unterschiedlich war. Das setzt Dylan meisterhaft um.

Mit Dylans Blick sehen

Die Beaten Path Series setzt den Ansatz aus Drawn Blank fort. Dylan richtet seine Aufmerksamkeit hier speziell auf die amerikanische Landschaft und ihre Eigenheiten. Die ab 2016 entstandenen Editionen zeigen Dylan auf seinen Reisen durch die USA und zeigen auch hier spannende Einblicke. Wir sehen die USA praktisch durch Dylans Augen. Hinterhöfe, Gassen, Landschaften, Straßen, Burgerrestaurants, Pylonen, Brücken... In Beaten Path nimmt uns Dylan ganz persönlich auf seine Reise mit.

Die Mondo Scripto Serie vereint alles was Bob Dylan ausmacht: Sein lyrisches Werk, seine Texte, seine Musik und seine Zeichnungen. Mondo Scripto zeigt bis heute 61 seiner berühmten Songtexte, denen jeweils eine besondere Zeichnung gegenübersteht.

Literatur-Nobelpreis für einen Musiker

Dylan wurde 2016 als erster Musiker überhaupt mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet. Warum das seine Berechtigung hat, zeigt sich nicht zuletzt durch diese Werke. Sie zeigen eine atemberaubende Vielfalt seines Schaffens, gepaart mit zeichnerischer Begabung.

Dabei sind diese 61 erschienenen Werke nur ein Bruchteil dessen, was Dylan in seinem Lebenswerk geschaffen hat. Seine Lyrik und Prosa füllen ganze Bände und Bücher. Es gibt unendlich viele Facetten zu entdecken. Das alles zeigt einen tiefgründigen Künstler mit einer eigenen klaren Meinung zu vielen gesellschaftsrelevanten und politischen Themen. Oftmals bewusst provozierend.

Beeindruckende Ausstellung in Shanghai

Im Jahr 2019 wurde im Modern Art Museum Shanghai eine große Retrospektive von Dylans Werken gezeigt.

Hier wurde sein komplettes künstlerisches Lebenswerk aufwendig museal in Szene gesetzt. Bis hin zu seinem Schaffen als Skulpturenkünstler.

Die Ausstellung

Die Ausstellung auf Schloss Hohenstein geht bis Ende Oktober und ist immer Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Führungen finden im zweistündigen Takt statt: 10, 12, 14 und 16 Uhr. Nur mit vorheriger Terminvereinbarung. Weitere Informationen unter: www.kunstforum.schloss-hohenstein.de.
 

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