Ausbildungsmesse: Mit „Oabat“ die richtige Arbeit finden

Lichtenfels

Die 24. Ausbildungsmesse Lichtenfels findet heuer vom 26. bis 30. April statt. Fünf Tage Dauer ist nicht das einige Novum dieser inzwischen sehr stark beachteten Veranstaltung. Die Messe wird komplett digital stattfinden. Dazu haben die Organisatoren das junge Start-up-Unternehmen „Oabat“ aus Passau engagiert.

Angesichts der Corona-Pandemie mit den dazu gehörigen strengen Hygieneauflagen sei ein Treffen von über 1000 Besuchern in den Räumen der staatlichen Berufsschule in der Kreisstadt – wie es 2019 der Fall war – unmöglich, sagte Hartmut Büchner vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft bei einer Pressekonferenz kürzlich in der Berufsschule. 2020 sei die Messe Corona bedingt bereits ausfallen. „Das soll sich heuer nicht wiederholen,“ betonte Büchner.

Die Zahl der Ausbildungsverhältnisse ist im IHK-Bereich eingebrochen

Wie kaum zuvor scheint es in der Tat dringend nötig zu sein, jungen Menschen mit Angeboten wie einer Ausbildungsmesse eine gewerbliche Ausbildung schmackhaft zu machen. Zur Pressekonferenz wartete Büchner mit alarmierenden Neuigkeiten auf. Die Zahl der Ausbildungsverhältnisse im Bereich der IHK Oberfranken sei im aktuellen Ausbildungsjahr um 20 Prozent zurückgegangen, sagte er. Bereits im vergangenen Jahr habe es einen ebenso deutlichen Rückgang gegeben. Momentan seien 3000 Ausbildungsplätze im IHK-Bereich unbesetzt. „Der Fachkräftemangels wird sich weiter verschärfen,“ so Büchner.

„Das ist ein Konzept für eine Berufsorientierung, das konsequent aus der Sicht der Schüler/innen gemacht ist.“
Dr. Hartmut Büchner, Arbeitskreis Schule-Wirtschaft zum Auftritt von „Oabat“

Büchners Arbeitskreiskollege Christian Förtsch bestätigte den negativen Trend. Es gebe wegen der Pandemie zum Beispiel deutlich weniger Praktika für Schüler. „Die Schüler sind derzeit nicht mehr so nah dran,“ sagte Förtsch weiter.

Dr. Joachim Selzam von der hiesigen Staatlichen Berufsschule, seit vielen Jahren Mitorganisator der Ausbildungsmesse, berichtete zudem, er haben aus jüngsten Gesprächen mit Ausbildern und Personalchefs in Firmen den Eindruck erhalten, dass „händeringend“ nach Auszubildenden gesucht werde.

Mit dem jungen – 2018 gegründeten – Start up-Unternehmen „Oabat“ (niederbayrisch für „Arbeit“) haben die Organisatoren der heimischen Ausbildungsmesse ganz offenbar einen für die sie idealen Partner für die digitale Premiere der Messe gefunden. Hartmut Büchner: „Das ist ein Konzept für eine Berufsorientierung, das konsequent aus der Sicht der Schüler/innen gemacht ist.“

Online bewerben und über Chat mit Firmen in Kontakt kommen

Für das Unternehmen aus Niederbayern stellte Mitgründer Nikolaus Adjan aus Fürstenstein bei Passau das digitale Konzept der diesjährigen Lichtenfelser Ausbildungsmesse vor. Das Geschäftsmodell sei relativ einfach: Firmen können sich auf der Oabat-Internetplattform – kostenpflichtig – ein Profil erstellen, anschließend Beiträge posten und so Einblicke in ihr Unternehmen gewähren. Außerdem sei es möglich, gleich einen Online-Bewerbungsprozess für offene Stellen und Ausbildungsplätze zu integrieren.

Schüler und Azubis wiederum können sich Ausbildungsplätze in ihrer Umgebung anzeigen lassen und dann dafür bewerben. Über eine Chatfunktion ist es auch möglich, die jeweilige Firma direkt zu kontaktieren.

Die bereits bei einigen Ausbildungsmessen eingesetzte Ausbildungsbörse „Oabat“ nutzt einerseits einige bei der Jugend sehr gefragte digitale Kommunikationswege, zum Beispiel „Chats“. Andererseits sind in der „Oabat“-Plattform Funktionen integriert, die beim Aktivieren ganz unkompliziert Unternehmen mit jungen Menschen zusammenbringt, die an einer Ausbildung Interesse haben. „Oabat“ setzt auch so genannte „Live-Streams“ von Diskussionen oder Veranstaltungen im Rahmen von Ausbildungsmessen an. In diese Direktübertragungen können sich Interessierte einklicken und eventuell sogar mitdiskutieren oder Fragen stellen.

„Wir wollen den jungen Leuten bestmögliche Orientierung geben und ihnen unkompliziert die Möglichkeit geben, Kontakt mit Firmen aufzunehmen“ sagt online-Spezialist Nikolaus Adjan. Und er fügt hinzu: Die Internet-Plattform sei für alle Betriebsgrößen gedacht, nicht nur für jene Unternehmen, die ohnehin digital bereits hervorragend aufgestellt seien. Die heimischen Firmen könnten sich im Vorfeld der Messe ab jetzt schon mit der Firma in Verbindung setzen, um ihren digitalen Auftritt kreieren zu lassen.

Einen wichtigen Part bei der Ausbildungsmesse haben Ende April indessen die Lehrer . Damit sie die digitale Messe ihren Schülern nahe bringen können, werden sie eigens von der Firma „Oabat“ geschult, versprach Hartmut Büchner.

Landrat Christian Meißner zeigt sich derweil erfreut, dass es „für unsere digitale Bildungsregion gelungen ist, die Lichtenfelser Ausbildungsmesse in neuem Format anzubieten.“ Dieses Format sei „modern, zielgruppengerecht, orts- und zeitungebunden.“ Diese innovative digitale Präsentation eröffne den Jugendlichen ganz neue Perspektiven.

InfO und Anmeldung für Firmen:

www.oabat.de Messeauftritte von Oabat kosten für Firmen mit weniger als 50 Mitarbeitern 199 Euro, für Firmen mit 51 bis 150 Mitarbeitern 399 Euro und für Firmen mit mehr als 150 Mitarbeitern 699 Euro.