KULMBACH

Ausbildung in Teilzeit in der Jugendwerkstatt Kulmbach

Bei der Kulmbacher Jugendwerkstatt gibt es Ausbildungsmöglichkeiten in Teilzeit. Unter anderem auch für Maler: Natürlich auch in Vollzeit, wie Elias Ramming das Angebot nutzt. Foto: red

Nicht einfacher, sondern flexibler: Die Jugendwerkstatt der Geschwister-Gummi-Stiftung hat mit Teilzeit-Ausbildungen gute Erfahrungen gemacht und bietet dieses Modell auch für neue Lehrstellen in der Wäscherei und Schreinerei an. Dies kann vor allem für Alleinerziehende oder pflegende Angehörige sinnvoll sein.

30 Wochenstunden statt 40 schaffen für Auszubildende mehr Flexibilität und Spielräume für ihre weiteren Pflichten, etwa der Kinderbetreuung. Die fachlichen und praktischen Inhalte unterscheiden sich bei beiden Ausbildungsmodellen natürlich nicht, die Ausbildungsdauer verlängert sich jedoch je nach den individuellen Voraussetzungen der Auszubildenden.

„Um möglichst viel Erfahrung zu bekommen und sich auch persönlich weiterzuentwickeln, wie es in jeder guten Ausbildung geschieht, braucht es vielleicht noch mehr Motivation und Einsatz des Einzelnen als bei anderen“, weiß Peter Engelhardt, Leiter der Jugendwerkstatt der Geschwister-Gummi-Stiftung. Die fachlichen Ausbilder ermöglichen die Qualifikation trotz niedrigerer Stundenanzahl durch eine exzellente Koordination und Organisation der Ausbildungsinhalte sowie einer Vielzahl individueller Angebote zur Unterstützung.

Kurse und Berufsschule in vollem Umfang

Die Ausbildung an der Berufsschule sowie weitere Kurse, etwa über die Handwerkskammern, erfolgen dagegen in vollem Umfang. Doch sowohl bei Unsicherheiten mit theoretischen Inhalten als auch bei praktischen Fertigkeiten erhalten die jungen Frauen und Männer Unterstützung durch die Jugendwerkstatt: Sie verspricht eine individuelle Förderung jedes einzelnen Auszubildenden, persönliche Hilfe bei allen Ausbildungsinhalten sowie handwerkliche Anleitung.

ies ermöglichen erfahrene Handwerkerinnen und Handwerker sowie Pädagoginnen und Pädagogen. Peter Engelhardt erinnert sich beispielsweise an eine junge Frau, die vor einigen Jahren ihre Ausbildung zur Schreinerin im „30-Stunden“-Modell absolviert hat: Die 19-Jährige war damals gerade mit dem Berufsgrundschuljahr „Holz“ an der Berufsschule Kulmbach fertig geworden, als ihr Kind geboren wurde. Als dieses etwas älter war, nahm sie ihre Ausbildung im zweiten Lehrjahr in der Jugendwerkstatt auf. Während ihre jungen Kolleginnen und Kollegen früh morgens schon die Werkstatt vorbereiteten, versorgte sie ihr Kind und brachte es anschließend in eine Betreuungseinrichtung. Um 9 Uhr gliederte sie sich automatisch in die Arbeitsabläufe in der Werkstatt ein und leistete hervorragende Arbeit – bis zum Dienstschluss um 16 Uhr.

„Die Berufsaussichten für

diejenigen, die bei uns eine Ausbildung abgeschlossen haben, sind sehr gut.“

Peter Engelhardt, Leiter der Jugendwerkstatt

Eine Ausbildung mit 40 Wochenstunden wäre für sie auf Grund ihrer persönlichen Situation vermutlich kaum machbar gewesen. „Zum Glück ist sie zu uns gekommen. Denn leider können so ein Modell nicht alle Unternehmen anbieten – auch, wenn sie es gerne tun würden“, weiß der Leiter der Jugendwerkstatt. Heute, nach erfolgreicher Ausbildung, ist die junge Frau in der Berufswelt angekommen. Eine Ausbildung in Teilzeit kann vor allem für Alleinerziehende oder wenn Angehörige gepflegt werden müssen, sinnvoll sein. „Die Berufsaussichten für diejenigen, die bei uns eine Ausbildung abgeschlossen haben, sind sehr gut. Ob die Ausbildung in Vollzeit oder Teilzeit absolviert wurde, spielt für die späteren Arbeitgeber keine Rolle, weiß der Leiter der Jugendwerkstatt Peter Engelhardt.

Auch andere Branchen sind interessiert an ihnen, weil sie wissen: In einer Ausbildung lernt man viel mehr als nur Fachliches. Man lernt, wie Arbeit funktioniert.“

Seit 1986 ist die Jugendwerkstatt der Geschwister-Gummi-Stiftung mit ihren Projekten zu einem festen Bestandteil der Jugendhilfe und der berufsbezogenen Qualifizierung von benachteiligten Jugendlichen im Landkreis Kulmbach geworden. Das Ausbildungsprojekt führt sie in Zusammenspiel mit der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof und dem Land Bayern durch. Für einen Ausbildungsstart im Herbst 2021 sind noch weitere einzelne Lehrstellen frei. 

Informationen gibt es unter www.gummi-stiftung.de/jugendwerkstatt. (red)

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