LICHTENFELS

Ladenöffnung ab 27. April: Einkaufsspaß mit Schutz

Ladenöffnung ab 27. April: Einkaufsspaß mit Schutzmaßnahmen
Ein netter Gedanke für das auf Du und Du mit dem Kunden: Mitarbeitermasken mit Vornamen, so bei den Schuhhändlerin Jutta Glätzer (re.), Susi Springer-Krappmann (Mi.) und Margarete Freitag (li.). Foto: Markus Häggberg

Das Datum 27. April 2020 verschreckt im heimischen Handel wohl niemanden wirklich. Das scheint das Ergebnis einer Spurensuche zu dem zu sein, was ab kommendem Montag beim Einkaufen anders laufen wird. Auch der Kunde ist dann in die Pflicht genommen – die Läden zeigen sich vorbereitet.

Es geht um Sicherheit – mehr denn je. Darum unterliegen die Kunden wegen der Corona-Krise nun einer Maskenpflicht, wenn sie ab Montag in die Läden strömen. Doch werden sie strömen? Seit Wochen sind im Grunde überwiegend Lebensmittelgeschäfte geöffnet. Essen muss man immer. Aber wird man jetzt auch andere Dinge kaufen, beispielsweise Textilien?

Damit das passiert, werden auch Nachrichten rund um Modisches gestreut. „Wir haben auf Instagram Mode gepostet“, erklärt Sabine Deuerling aus der in Lichtenfels für Mode bekannten Familie Deuerling.

Auch Facebook wird dazu genutzt und mit Blick auf den 27. April steht dort seitens Deuerling zu lesen: „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels … ab 27. dürfen wir wieder ganz für euch da sein! Wir freuen uns schon riesig auf Euch!!!“ So viel zum Virtuellen und Digitalen.

Die Zwangspause fürs Renovieren in den Geschäften genutzt

In der Praxis hat man die Zeit auch für kleine Renovierungsarbeiten in einem der Innenstadtläden genutzt. Und für mehr: „Wir nähen in der hauseigenen Schneiderei Masken selber – für den Eigenbedarf.“ Den Kontakt zum Kunden hat man hier nicht abreißen lassen, sagt Sabine Deuerling.

Ladenöffnung ab 27. April: Einkaufsspaß mit Schutzmaßnahmen
Was wie hier bei OBI wie ein Schilderwald aussieht, wird besonders am Montag besonders nötig werden. Foto: Markus Häggberg

Peter Belina kennt sie alle. Die Bestimmungen der Notverordnung und das, was sie für Corona-Zeiten den Geschäften abverlangen. Belina ist derzeit wohl einer der gefragtesten Ansprechpartner bei der IHK und besonders im Hinblick auf den 27. April.

„Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass die eigenen Mitarbeiter Masken tragen“, erklärt er beispielsweise zur Fürsorgeaufgabe der Geschäfte gegenüber der Belegschaft. Aber er sagt auch, dass aus seiner Sicht keine Knappheit an Masken vorherrscht.

Ladenöffnung ab 27. April: Einkaufsspaß mit Schutzmaßnahmen
Auf dem Weg in den Laden und in den Montag: Sabine Deuerling. Foto: Markus Häggberg

Security-Leute, die eigens darauf zu achten haben, dass nicht zu viele Menschen den Laden betreten, haben Geschäftsbetreiber nicht vorzuhalten. Aber es gibt so eine Art Kunden-/Ladenfläche-Umrechnnungstabelle und die spricht davon, dass sich pro 20 Quadratmeter Fläche nur je ein Kunde im Laden aufhalten sollte.

Jeder Laden muss ein Schutz- und Hygienekonzept haben

Das ist Teil eines Schutz- und Hygienekonzepts, das ausgesprochen den Namen Bayerische Infektionsschutzmaßnahmeverordnung träg und zum Beispiel auch vom Anbringen von Abstandsmarkierungen spricht.

Auf diese Dinge angesprochen, erklärt Belina: „Da herrscht teilweise große Unsicherheit. Ich weiß gar nicht, ob jedem klar ist, dass er ein Schutz- und Hygienekonzept vorhalten muss.“

In der Korbstadt scheint man mit derlei gut vertraut. Marina Werner, Mitinhaberin von Edeka-Werner, verweist dazu auf Konzern-Maßgaben und der neben ihr sitzende Maik Zierenberg von der Bezirksleitung ergänzt: „Mehrfach am Tag werden die Griffe des Einkaufswagens gereinigt – das wird dokumentiert.“

Der Konzern selbst ist schon vorsorglich fürsorglich geworden und hat vor Tagen Mitarbeitern Corona-Schulungen eingeräumt. Mehr noch: es wurde eine Hotline zu eventuell auftauchenden Fragen eingerichtet.

„Wir sehen Licht am Ende des Tunnels: Ab 27. dürfen wir wieder ganz für euch da sein!“
Sabine Deuerling, Mode Deuerling, Lichtenfels

Eines der Konzepte, die aber auch beim Eindämmen von Corona greifen sollen, besteht darin, dass die Wagenanzahl reduziert wurde. Es sind nur so viele Einkaufswagen da, dass, da im Regelfall nur eine Person den Wagen schiebt, auch nie mehr als eine Person je 20 Quadratmeter Fläche im Laden sein kann.

Eine Toleranzbreite von rund 15 Personen, die noch zusätzlich und ausnahmsweise in den Markt kommen können, wird es auch geben. Auch mit dem Umstand, wonach die Edeka-Mitarbeiter jetzt schon und auch nicht erst am 27. April Masken tragen, hat es was auf sich. Man sei in der „Lernphase“, so Marina Werner.

Ladenöffnung ab 27. April: Einkaufsspaß mit Schutzmaßnahmen
Keine Schattengewächse, sondern nur durch Lamellen von der Sonne beschienen: selbst für Mitarbeiter und in Ausnahmefälle... Foto: Markus Häggberg

Wenn nämlich ab 27. April für alle Maskenpflicht gilt, will man von Haus aus „eine Vorbildfunktion für Kunden“ einnehmen. Überdies seien die Masken waschbar, bei 95 Grad, aber ein Virologe habe ihr gesagt, 60 Grad täten es wohl auch.

Kunden freundlich auf Einhaltung der Vorschriften hinweisen

Sie habe „Respekt vor dem 27. April“. Aber eher deshalb, weil vielleicht zu befürchten steht, dass es in der Gesellschaft „zu schnell zu Unachtsamkeit“ mit dem Virus kommen könnte. Darum werde man mit bestimmter Freundlichkeit dem Kunden gegenüber auftreten, sollte der ohne Maske einkaufen wollen. Dieser Grad aus Höflichkeit und Bestimmtheit bedarf der Übung : 100 Kunden. Mehr nicht.

Gemäß dieser Kunden-/Ladenfläche-Umrechnnungstabelle könnten bei OBI glatt 300 Leute gleichzeitig einkaufen. Sollen sie aber nicht. Eine Woche lang, so erklärt Marktleiterin Sabine Becker, were ein Security-Mann darauf ein Auge haben, dann sollte es eingespielt sein. Auch sie trägt Maske. Jetzt schon.

Damit das so bleiben kann, so erzählt sie, haben zwei Mitarbeiterinnen aus OBI-Hemden Masken geschneidert – ganz unbürokratisch, ganz fleißig. Überdies haben Anweisungen aus einem längst vorliegenden OBI-Schrifttum Umsetzung gefunden.

Einbahnstraßenregelung beim Einkaufen

Im Markt herrscht Einbahnstraßenverkehr: Kunden werden sich so weniger begegnen, Stau gibt es auch nicht und eine Person wird Sorge dafür tragen, die Wagen zu desinfizieren.

Auf der anderen Seite von Lichtenfels steht der Supermarkt Kaufland. Auch hier herrscht bezüglich des 27. April Bewegung. Auf Anfrage unserer Zeitung antwortete die Presseabteilung umgehend: „Unsere Mitarbeiter haben wir mit einem Mundschutz ausgestattet. Kunden, die keinen Mundschutz tragen, weisen wir freundlich auf die Verordnung hin und bitten sie um Verständnis, dass das Tragen einer entsprechenden Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend für den Aufenthalt in Einzelhandelsgeschäften ist. Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, dem momentanen Bedarf der Verbraucher an Schutzmasken zeitnah nachzukommen. Hierzu prüfen wir (…) verschiedene Bezugsquellen. Sobald wir Masken in entsprechender Qualität und Menge anbieten können, werden diese umgehend in unseren Filialen erhältlich sein.“

Ladenöffnung ab 27. April: Einkaufsspaß mit Schutzmaßnahmen
Einbahnstraßenverkehr, diesmal vom Boden abzulesen. Foto: Markus Häggberg

„Bin schon a bissla gemischt“, sagt Jutta Glätzer. Sie sagt es in ihrem Schuhladen in der Innenstadt von Lichtenfels und hinsichtlich des 27. „Ich habe Masken, Desinfektionsmittel und Handschuhe da.“

Passanten hätten ihr schon vermehrt „Einkaufslust“ signalisiert und dass „es jetzt aber Zeit wird, dass die Läden öffnen“. Doch die Masken, die sie mit ihrem Mitarbeiterinnen tragen wird, werden Nähe zum Kunden ausdrücken. Auf ihnen stehen die Vornamen Glätzers und die ihrer Mitarbeiterinnen.

Ein bisschen auf Du und Du mit dem Kunden. Was Maskenbezugsquellen an sich anbelangt, so sagt Jutta Glätzer Kunden anempfehlend: „Man kriegt alles vor Ort, man muss halt schauen“.

Lob erfährt von ihr auch Citymanager Steffen Hofmann, der Geschäfte fleißig mit Informationen zu Chancen in der Krise versorgt. Kommt ein Käuferansturm am 27. April oder bleibt er aus? Wird sie vom Sonntag zu Montag gut schlafen? „Ich hoff's, ich wünsch' es mir. Wir sind auf jeden Fall gerüstet“, gibt die Unternehmerin zur Antwort.

Ladenöffnung ab 27. April: Einkaufsspaß mit Schutzmaßnahmen
Das Schutz- und Hygienekonzept im Handel ist vielerorts angekommen. Das zeigt sich bei Besuchen. Foto: Markus Häggberg
Ladenöffnung ab 27. April: Einkaufsspaß mit Schutzmaßnahmen
Der Handel - wie hier EDEKA - zeigt sich in Bezug auf Service am Kunden samt Einhaltung von Bestimmungen vorbildlich. Foto: Markus Häggberg

Schlagworte