LICHTENFELS

Das Lichtenfelser Schützenfest entfällt

Das Lichtenfelser Schützenfest entfällt
Auch der Kinderfestumzug muss in diesem Jahr entfallen.Archiv Foto: Markus Drossel

In einem Gespräch Anfang der Woche mit dem Obermain-Tagblatt stellte der Schützenmeister Erwin Kalb der Königlich privilegierten Scharfschützengesellschaft Lichtenfels den aktuellen Planungsstand des vom 10. bis 19. Juli vorgesehenen traditionsreichen Lichtenfelser Schützen- und Volksfestes vor. Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie, die sich gerade auch in Bayern immer mehr ausbreitet und die zwischenmenschlichen Kontakte vor allem bei größeren Zusammenkünften immer mehr einschränkt, sank aber von Tag zu Tag die Hoffnung auf eine Durchführung der Veranstaltung. Die Ankündigung des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder vom Mittwoch, alle Großveranstaltungen bis Ende August zu untersagen, musste zwangsläufig zur Absage des Lichtenfelser Schützenfestes durch die Schützengesellschaft führen.

Der Schützenmeister stellte in dem Gespräch klar, dass bei einer so großen Veranstaltung die Planungen entsprechend dem Motto „Nach dem Fest ist vor dem Fest“ bereits unmittelbar nach dem Abschluss des jeweiligen Festes beginnen müssen. Schließlich gelte es frühzeitig etwa 70 Verträge mit den verschiedensten Firmen abzuschließen.

Eine wichtige und zeitraubende Aufgabe komme dabei regelmäßig dem seit 20 Jahren amtierenden Platzmeister Dieter Brandmeier zu, der die Verhandlungen mit den Schaustellern führt und ihnen die Plätze zuweist. 49 Betriebe waren diesmal fest gebucht, von traditionellen und modernen Fahrgeschäften über Schieß- und Losbuden bis zu vielfältigen Angeboten für das leibliche Wohl, von süßen Leckereien bis zu deftigen Schmankerln. Gerade bei der Verpflichtung der Schausteller kooperieren die Lichtenfelser Schützen mit ihren Kollegen in Coburg und Kronach, deren Feste unmittelbar auf das Lichtenfelser Schützenfest folgen.

Die ganze Arbeit war umsonst

Auch die Umzüge erfordern eine genaue Planung hinsichtlich der Genehmigung, der Absicherung, der Beteiligung und der Aufstellung. Mehr als 14 heimische Kapellen wurden von der Schützengesellschaft unter Vertrag genommen, um die Umzüge musikalisch zu begleiten und die Besucher auf dem Festplatz mit ihrer zünftigen Blasmusik zu unterhalten. Der Festwirt hatte zusätzlich noch mit der bekannten Band Radspitz und der Showband „Die Wilderer“ aus Niederbayern zwei Spitzenbands engagiert. Ebenso wurde von den Schützen der Vertrag mit dem Festwirt verlängert.

Das Lichtenfelser Schützenfest entfällt
Das Lichtenfelser Schützen- und Volksfest, das vom 10. bis 19. Juli 2020 stattfinden sollte, muss aufgrund der Corona-Pa... Foto: Alfred Thieret

Natürlich sei auch ein Sicherheitsdienst beauftragt, zwei Feuerwerke bestellt und Feuerwehrleute sowie Mitarbeiter des Roten Kreuzes zur Sicherheit der Besucher eingeplant worden, betonte Erwin Kalb. Auch ein Vertrag mit einer Firma, die im ganzen Umland Werbeschilder aufstellen sollte, sei bereits abgeschlossen. Selbstverständlich sind ebenfalls schon die Biermarken gedruckt. In diesem Jahr sei noch eine besondere Attraktion geplant gewesen, erläuterte der Schützenmeister.

Das komplette Schießprogramm wurde bereits vom Schießsportleiter Christian Thiel und seinem Team erstellt und liegt in gedruckter Form vor. Erwin Kalb erinnerte daran, dass auf Grund der Corona-Pandemie in diesem Jahr bereits mehrere Schießsportveranstaltungen ausgefallen sind, wie beispielsweise die Gau- und Bezirksmeisterschaften, bei denen die Schützengesellschaft als Veranstalter vorgesehen war.

Da das ganze Schützenmeisteramt mit weiteren Helfern über Monate hinweg enorme Kraftanstrengungen unternommen habe, um das Lichtenfelser Schützenfest wie alle Jahre zu einem Highlight für die Bevölkerung von Lichtenfels und Umgebung werden zu lassen, habe man natürlich gehofft, dass der Aufwand nicht umsonst war.

Die Schausteller trifft es besonders hart

Nach der Ankündigung des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder am Mittwochabend, Großveranstaltungen bis Ende August zu untersagen, müsse die Scharfschützengesellschaft Lichtenfels das Schützenfest 2020 absagen. Durch die Absage müsse natürlich die Schützengesellschaft finanzielle Einbußen hinnehmen. Stark betroffen seien aber besonders die Schausteller, die seit dem Saisonende 2019 ohne Einkommen sind. Die Eindämmung der Corona-Pandemie und die Gesundheit der Bevölkerung habe aber Vorrang und müsse das oberste Ziel sein, stellte der Schützenmeister fest.

Schlagworte