LICHTENFELS

So klingt es am Obermain: Springsteen-Songs live im Netz

„Let?s stay at home“ – Bleibt?s daheim: Dazu ruft „Easy Springsteen“. Foto: Privat

„Wenn die Zuhörer nicht zu mir kommen, dann komme ich eben zu meinen Zuhörern.“ So dachte sich Bernd Meusel, auch bekannt als „Easy Springsteen“, als er die Idee hatte, seinen heimatlichen Probenraum kurzerhand zum Musikstudio umzufunktionieren.

„Gerade jetzt ist es wichtig, den Menschen ein wenig Abwechslung zu bieten, ihnen eine Stunde lang den Alltag ein wenig zu erleichtern. Ihnen die Angst vor der Isolation zu nehmen.“

Mit Webcam, Mikrofon und Verstärker

Und so reifte die Idee zu einem Plan. Mittels Webcam, Mikrofon und Verstärker überträgt der Kronacher Musiker, der auch im Lichtenfelser Raum diverse Auftritte in der Vergangenheit absolvierte, live via Facebook. Vorab teilt er eine Songliste, aus der er diverse Stücke von Bruce Springsteen vorträgt. Spontane Musikwünsche sind ausdrücklich erwünscht.

„Es ist etwas anderes, auf einmal völlig allein in einem Zimmer zu spielen. Man sieht nur auf dem Bildschirm, wie viele Menschen einem zusehen, und anhand der Kommentare, ob das, was man macht, auch ankommt.“

Und es kommt an, wie man anhand der Zugriffszahlen und der Kommentare ablesen kann. „Du hast mir den Sonntag gerettet.“ „Mein Lieblingslied – Danke.“ Und wenn dann alte Kumpel aus Thailand zuschalten ist die Freude noch größer. „Jetzt können Menschen zusehen, die sonst wohl nie zu einem meiner Konzerte hätten kommen können“, meint Meusel. Das ist seiner Ansicht nach einer der Vorteile, es gibt im Grunde genommen keine Grenzen. Der Musiker frotzelt, er erzählt aus dem Leben und dem Schaffen seines Idols, spielt unermüdlich die Songs, freut sich über jeden Kommentar.

Der Musiker freut sich über aufmunternde Kommentare

Dass er damit nicht allein ist, das gefällt ihm. Über diverse Plattformen kann man mittlerweile die Musiker live erleben. Man muss sich auch vor Augen halten, dass gerade für die lokalen Künstler eine schwere Zeit ist. Keine Konzerte, keine Gage. Zwar erhält man über diese Streams kein Geld, aber man sorgt dafür, dass man nicht in Vergessenheit gerät und kann eventuell so eine Basis oder ein Netzwerk für spätere Engagements aufbauen. Er bietet auch anderen Musikern Hilfe bei der Umsetzung an. „Falls jemand Interesse hat, bitte einfach bei mir melden“, so sein Aufruf. „Gemeinsam kriegen wir das hin, let?s stay at home und bleibt gesund.“ Neue Termine gibt „Easy Springsteen“ über seine Facebookseite „facebook.com/bernd.meusel.3“ bekannt.

Die nächsten Konzerte für das heimische Wohnzimmer finden am Donnerstag, 9. April, sowie am Samstag, 11. April, jeweils um 19 Uhr statt und dauern circa eine Stunde.

Rückblick

  1. Corona-Tagebuch: Schuppen und Schultern
  2. Corona-Tagebuch: Geschichten aus unserer Stadt
  3. Für die Biskupskis ist Klimaschutz Bürgerpflicht
  4. Corona-Tagebuch: Zwei Jungs, Weintrauben und ein Mercedes
  5. Uni-Rennteam in Bayreuth: „Elefant Racing“ auf Überholspur
  6. Anglerglück mit Fred Goller: Corona und die Schuppenträger
  7. Corona-Tagebuch: Im Bett mit Asterix und Lucky Luke
  8. Volker Thormählen: Ein Lebensretter aus vollem Herzen
  9. Corona-Tagebuch: Ein Unwort für jeden Romantiker
  10. Dr. Elisabeth Rauh: Corona fordert die Psyche
  11. Corona-Tagebuch: Die Jeans und eine orientalische Weisheit
  12. „Der Kirschgarten“ im Bamberger ETA Hoffmann Theater
  13. Corona-Tagebuch: Mit Yoga neue Horizonte entdecken
  14. Verkehr am Obermain: Der Herbst bringt Gefahren
  15. Andreas Thamm: Vom Schreiben und der Freiheit
  16. Corona-Tagebuch: Sauklaue hinter dem Ledereinband
  17. Terrainwanderweg: Über Sulligknöckla und 557 Höhenmeter
  18. Corona-Tagebuch: Der Cola-Dosen-Kicker von Lichtenfels
  19. Bad Staffelstein: Christina Gründel und Rica Kohmann sind Jugendbeauftragte
  20. Corona-Tagebuch: Alles eine Frage der Perspektive
  21. Kunstfenster im Bamberger Bürgerlabor
  22. Familienwanderung: Über das Leben am und im Main
  23. Corona-Tagebuch: Einen Tag lang Italiener
  24. Installation in Bamberg: Verschlossenes Zelt als Mahnmal
  25. Corona-Tagebuch: Auf zum fröhlichen Quantensprung
  26. Wiedersehen in Zeiten von Corona: Herzlichkeit mit Distanz
  27. Corona-Tagebuch: Offener Kamin im Wohnmobil
  28. Terrainkurwege bei Schwabthal: Wandergenuss und ein Drehort
  29. Hochschule Coburg setzt auf „Autonomes Fahren“
  30. Stadtplanung für Lichtenfels: Lernen aus der Pandemie
  31. Corona-Tagebuch: Schnickschnack, oder was wirklich zählt
  32. Corona-Tagebuch: Das Mädchen auf dem Apfelbaum
  33. Uni Bamberg: Infowelle auf allen Kanälen
  34. Corona-Tagebuch: Was an Arbeit besondere Freude bereitet
  35. Edeka-Baumpflanzaktion: Nachhaltigkeit schlägt Wurzeln
  36. Corona-Tagebuch: Senile Bettflucht ist der tote Punkt
  37. Pandemie und Kita: Kleiner Schupfen, riesen Problem
  38. Corona–Tagebuch: Anbauwand und Weinpresse
  39. Chance für geflüchtete Akademiker in Oberfranken
  40. Terrainkurweg: Hasenweg und Glaubensanker
  41. Corona-Tagebuch: Woodstock und die Zahnarztpraxis
  42. Schöne Aussichten beim ETA Hoffmann Theater in Bamberg
  43. Corona-Tagebuch: Wenn ein wenig die Stille fehlt
  44. Reinhard und Niklas Derra: Corona mal die Flex gezeigt
  45. Corona-Tagebuch: In Erinnerung an Luciano
  46. Corona–Tagebuch: Vergesslichkeit, Weinregal und Dusche
  47. Gerechtigkeit auf der Leinwand beim FrauenFilm-Festival
  48. Seubelsdorfer Kids lieben die tolle Knolle
  49. Corona-Tagebuch: Endlich hat es jemand begriffen
  50. Corona-Tagebuch: Wie man merkt, dass man alt wird

Schlagworte