LICHTENFELS

Wort zur Besinnung: Gott, hilf mir!

Kornelius Holmer Foto: red

Wie oft haben Sie in den vergangenen Tagen diese Worte ausgesprochen? Es gibt sicher einige, die diese Worte häufig ausgesprochen haben, aber ganz sicher nicht die Mehrheit unserer Gesellschaft. Gerade in einer Zeit wie unserer jetzigen, in der Krankheit und Leid unsere Nachrichten und unser Leben bestimmen, ist es wichtig eine Adresse für unsere Klage zu haben.

Dieser Hilferuf kommt aus dem Psalm 69, der der Psalm für die Karwoche ist. Und dieser Aufschrei ist längst noch nicht alles. Denn dem Psalmbeter scheint es genauso gegangen zu sein, wie es momentan vielen Menschen auf der Welt geht. Er war mit seiner Situation überfordert. Er schreit zu Gott: Gott, hilf mir!

Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen. Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

Hier schreibt einer zu Gott, der eine große Not hat. Wie groß ist die Not in unserer Zeit. Und wie wenig Hilfe scheint es zu geben. Unsere Ärzte tun ihr Möglichstes, damit Menschen gerettet werden und die Krise überwunden werden kann.

Doch keiner weiß, wie wirklich zu helfen ist. In unseren Familien steigt die Gereiztheit. Viele Menschen fühlen sich eingesperrt in ihren vier Wände. Es können also vermutlich momentan sehr viele Menschen den Psalmbeter sehr gut verstehen. Aber ist Ihnen die Adresse des Hilferufs noch bekannt? Wenn nicht, ist das nicht so schlimm. Gott, der alles Leben geschaffen hat und in seiner Hand hält, der auch unsere Situation momentan in seiner Hand hält, hört Ihren Hilferuf.

In Psalm 50 Vers 15 können wir das lesen: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. Gott verspricht uns, bei uns zu sein, uns zu erretten. Das bedeutet, dass wir in allen Lebenslagen ihn an unserer Seite haben. In den schönen Tagen unseres Lebens ist er da, besonders aber in den schweren Zeiten, in den Krankheitstagen und auch wenn wir eines Tages sterben werden.

Der Palmsonntag erinnert uns an den Einzug Jesu in Jerusalem. Dieser Einzug war triumphal. Doch nur wenige Tage später schrie die Masse, die ihn bei dem Einzug umjubelte: „Kreuzige ihn“.

Jesus selbst kannte auch die Tiefen unseres Lebens und er hat sich ganz bewusst mitten in diese Tiefen hineinbegeben, um uns nahezu sein. Sein Hilfeschrei am Kreuz war ein völlig verzweifelter: „Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen?“

Wenn wir mit dem Psalmbeter Gott um Hilfe anflehen, geschieht das auch deshalb, weil wir wissen, dass er unsere Not und unser Leid kennt und sieht. In diesem Gott finden wir unseren Adressaten für den Hilfeschrei.

Aber es ist nicht nur der ohnmächtige Gott am Kreuz, sondern auch der Gott, der Jesus wieder von den Toten auferweckt hat. Von ihm wird gesagt, dass er alle Macht im Himmel und auf Erden hat. Deshalb lohnt es sich wieder neu zu ihm zu schreien.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Karwoche und frohe Ostern!

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