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Ferdinand Vogt startet mit Abitur in die bunte Handwerkswelt

Ferdinand Vogt startet mit Abitur in die bunte Handwerkswelt
Ein echter Goldjunge: Ferdinand Vogt ist Kammersieger des Handwerks. Foto: Esther Schadt

Berufsschullehrer, Selbstständigkeit, Produktentwicklung und Forschung. Geht auch ganz ohne Studium. Ferdinand Vogt, Maler und Lackierer, ist Kammersieger des Handwerks. Er erzählt, wie man ganz ohne Besuch einer Universität oder Hochschule einen angesehenen Platz in der Arbeitswelt finden kann.

Als Abiturient auf der Berufsschule

„Ich habe es schon genossen, in der Berufsschule der 'König' zu sein“, sagt der Maler. „Das ich jemals eine Auszeichnung bekomme, damit habe ich nicht gerechnet“, erzählt Vogt. Zu Beginn der Ausbildung habe er „Basics“ gemacht. „Vor allem Untergründe für das Lackieren vorbereitet; nichts Gestalterisches“, erzählt Vogt. Die Ausbildungszeit von insgesamt drei Jahren durfte er auf zwei Jahre abkürzen.

„Mein Abitur war nicht sonderlich gut. Aber die sehr gute Note in der Gesellenprüfung hat es aufgewertet“, meint Vogt. „Auch wenn Du in der Schule schlecht warst, kannst Du noch vieles rausholen“, sagt der Maler. Sein Vater, Martin Vogt, erzählt: „Ich habe mit 15 Jahren meinen Quali gemacht, war danach drei Jahre in der Lehre und hatte nach einem Jahr Meisterschule mein Fachabi.“

Gerade ist Ferdinand Vogt mit seinen 21 Jahren auf der Meisterschule, die er im kommenden Jahr erfolgreich beenden will. „Ich habe nach meiner Meisterschule einen bachelorwertigen Abschluss“, erklärt Ferdinand Vogt.

Viele Möglichkeiten im Handwerk

„Mir war es erst einmal wichtig, mein Abitur zu bestehen“, erklärt der Maler und Lackierer: „Einen richtigen Plan für die Zukunft hatte ich nicht.“ Erst als er im elterlichen Betrieb angefangen habe, seien ihm die Chancen klarer geworden: Ob Produktentwicklung und Forschung, Berufsschullehrer oder der Weg in die Selbstständigkeit - das Handwerk biete facettenreiche Arbeitsfelder.

Ferdinand Vogt startet mit Abitur in die bunte Handwerkswelt
Ferdiand Vogt mit seinem Werk „Koje“ beim Landeswettbewerb des Handwerks. Foto: Red

„Die Industrie sucht Praxismenschen“, wirbt Martin Vogt, „Man hat unwahrscheinlich hohe Aufstiegsmöglichkeiten“. Das Abitur werde nicht nur aufgewertet. Die in der Ausbildung erworbene Praxis werde nicht selten mehr gesucht als ein Studium. „Ich würde jedem Abiturienten empfehlen, wenn das Abitur nicht so gut wie erwartet ausfällt, es im Handwerk zu probieren“, erklärt Martin Vogt.

„Ich würde jedem Abiturienten empfehlen,

wenn das Abitur nicht so gut wie erwartet ausfällt, es im Handwerk zu probieren.“

Martin Vogt, Geschäftsführer Vogt Farben

Ob mit oder ohne Abitur: eine Kammersieg ist natürlich ein Gütesiegel. Wie er die Auszeichnung erreicht hat, berichtet der junge Mann gerne: „Es kommt auf die kreative Gestaltung und fachmännische Ausführung anhand weniger Vorgaben an“, erklärt der Kammersieger. In der Gesellenprüfung musste er fünf Wände als Raumecke, eine sogenannte „Koje“, gestalten. Sie sollte thematisch zu einem Reisebüro passen. Vorgabe war zum Beispiel, dass mindestens eine Tapete und das Logo enthalten sein mussten. Nachdem er diese Prüfung als Bester abgeschlossen hat, wurde sein Werk zum Kammerwettbewerb weitergeleitet.

Ferdinand Vogt startet mit Abitur in die bunte Handwerkswelt
Ferdinand Vogt mit einer wandfüllenden Rose, die er selbst kreiert hat. Foto: Esther Schadt

Als Sieger des Regierungsbezirkes Oberfranken ging die Reise weiter auf Landesebene. Für die Meisterschule habe er bereits den „Dr. Murjahn-Förderpreis“ erhalten. Hierfür habe der Maler seine Unterlagen von der Gesellenprüfung, sowie ein Motivationsschreiben einreichen müssen.

 

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