LICHTENFELS

Wetterregeln: Regiert Väterchen Frost endlich im März?

Frühlingsstimmung in einem Lichtenfelser Garten. Foto: Christa Rautenberg

In diesem Jahr gibt es im März keinen einzigen Feiertag. Dafür haben wir fünf Sonntage und Freitag, den 13. März. Es ist nicht der einzige in diesem Jahr. Auch im November gibt es einen. Abergläubische hatten schon in frühester Zeit Angst vor der Nummer 13. Sie wurde im Volksmund lange Zeit das „Dutzend des Teufels“ genannt.

In der Meteorologie beginnen die Jahreszeiten jeweils am ersten Tag des Monats. Der Frühling beginnt für Meteorologen am 1. März. Diese Definition wird verwendet, um vier Jahreszeiten von konstanter Länge zu erzeugen. Wetteraufzeichnungen und Klimadaten können so über längere Zeiträume gut verglichen werden. Die März-Tagundnachtgleiche findet nicht jedes Jahr am selben Tag statt. Das örtliche Datum hängt auch von der Zeitzone ab. In Deutschland ist die Frühlings-Tagundnachtgleiche in den nächsten Jahrzehnten immer am 20. März. In diesem Jahrhundert fiel sie 2011 zum letzten Mal auf den 21. März, im Jahr 2048 fällt sie erstmals auf den 19. März.

Kälte in den ersten drei Wochen

Auch im Februar fiel der Winter aus. Stare sind schon seit zwei Wochen zu beobachten. Der europaweit milde Winter hat zur Folge, dass viele Zugvögel früher als sonst nach Deutschland zurückkehren. Wenn die Prognosen des Hundertjährigen Kalenders stimmen, soll der März in den ersten drei Wochen kalt werden. Vielleicht müssen wir am 15. März bei großer Kälte zu den Wahllokalen gehen.

Am 5. März kommen Schneefälle hinzu. Ungewöhnlich sind diese im März nicht, doch oft werden sie von der stärker werdenden Sonne gleich wieder weggeleckt. 1826 am Benedikt-Tag (21.3) wurde unsere Gegend von starken Schneefällen heimgesucht. Über späten Neuschnee freut sich keiner mehr, erst recht nicht der Landwirt, denn: „Märzenschnee tut den Saaten weh!“ Nach alter Bauernregel sollte der Monat trocken beginnen: „Lässt der März sich trocken an, bringt er Brot für jedermann.“

Vom 21. bis 29. März sind die Vorhersagen nicht besser. Raues Wetter mit Sturmwinden wird vorhergesagt. Hoffentlich kommen keine großen Stürme. Am 9. März 1868 tobte ein Orkan in Lichtenfels: „Dächer samt Dachstuhl abgedeckt, Kamine umgeworfen, Häuser stark beschädigt, Fenster geborsten, Gaskandelaber wie Strohhalme abgebrochen. Ein Hannoveraner Güterwagen wird von Dachsparren durchbohrt. Einen Güterzug treibt der Orkan bis außerhalb der Stadt, wo er erst zum Stehen gebracht werden kann.“ All das zählte unser Tagblatt vor über 150 Jahren auf.

Früher begann im März das Schuljahr

Schlehen sind für ihre weißen Blüten bekannt und verwandeln unsere Landschaft in Weiß. Ob sie bei diesen Wetterprognosen in diesem Jahr schon im März in ihrer Blütenpracht für nur wenige Tage zu sehen sind? Man sagt, wenn die Schlehen besonders weiß sind, gibt es im nächsten Winter viel Schnee. Im März beziehen sich viele Bauern- und Wetterregeln auf die beginnende Feldarbeit und auf den Frühling. Nach alter Überlieferung begann am Gregoriustag (12.) die Feldarbeit. „Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt“, heißt es im Volkslied. Längst hat der Traktor das Pferd ersetzt und arbeitet schon im Februar. Heute belasten neue Verordnungen und Dürreperioden die Arbeit des modernen Landwirts.

Gregori ist Schutzpatron der Schüler und Lehrer. Früher war an diesem Tag der erste Schultag. Erst 1941 wurde der Schuljahresbeginn im ganzen Deutschen Reich auf den September festgelegt. Nach dem Krieg hielt sich dieser Zeitpunkt nur in Bayern (Amerikanische Zone). Erst 1964 beschloss die Kultusministerkonferenz, das sich Bayern an die europäischen Nachbarländer anzupassen habe und das Schuljahr am 1. August beginnen zu lassen.

Weiterhin die Uhr umstellen

Die schon für 2019 angekündigte Abschaffung des Wechsels zwischen Sommer- und Winterzeit lässt sich in der Europäischen Union nicht so schnell umsetzen. Deshalb heißt es am Sonntag, 29. März, wieder die Uhr eine Stunde vorzustellen. Die letzten Märzabende können wir somit etwas länger bei hoffentlich schönem Wetter genießen.

Die Wetterregeln müssen an den letzten Märztagen sogar für die Jahreszeiten herhalten; eine alte Volksweisheit sagt: „Wie der 29. so ist der Frühling, wie der 30. so ist der Sommer und wie der 31. März so der Herbst.“ Der Hundertjährige Kalender liegt hoffentlich mit seinen Prognosen daneben, denn an den letzten beiden Tagen wird Regen vorher gesagt.

Bolidige (vor und nach der Wahl)

Zevoo

schlon

sa sich

die Köbf

nei.

Denouch

schdeggn

sa die Köbf

widde zamm.

Wos homm

denn die

in ihra Köbf

drinna?

Josef Motschmann

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