LICHTENFELS

Interaktiver Stimmzettel: Probewählen, bevor es ernst wird

Wähler aus Lichtenfels, Ebensfeld, Weismain und Bad Staffelstein können ab sofort online einen Probestimmzettel ausfüllen und überprüfen, ob ihre Wahl gültig wäre oder nicht. Foto: Markus Drossel

Am Sonntag, 15. März, stehen die Kommunalwahlen an. Panaschieren, kumulieren oder Listenwahl – beim Kommunalwahlrecht muss vieles beachtet werden. Für Lichtenfels, Ebensfeld, Bad Staffelstein und Weismain gibt es jetzt online einen interaktiven Stimmzettel, bei dem die Bürger die Möglichkeit zur Probewahl haben.

Wie der interaktive Stimmzettel funktioniert

„Auf dem interaktiven Wahlschein kann man seine Kreuzchen so verteilen, wie man will. Unter dem Wahlschein taucht dann eine Benachrichtigung auf, ob die Wahl gültig wäre oder nicht“, erklärt Sebastian Müller, Pressesprecher der Stadt Lichtenfels. „Jeder kann online ganz bequem von Zuhause aus eine Abstimmung machen und schauen, ob er alles richtig gemacht hat“, erläutert Katrin Lienert, Geschäftsleitende Beamtin des Marktes Ebensfeld. „Das Kommunalwahlrecht ist sehr kompliziert, und bei dem interaktiven Stimmzettel sieht man, was geht und was nicht“, sagt sie.

„Wir hoffen, dass so viele Leute wie möglich den

interaktiven Stimmzettel nutzen werden.“

Sebastian Müller, Pressesprecher Stadt Lichtenfels

Der interaktive Wahlzettel soll ein Angebot für die Bürger sein. „Durch den Online-Stimmzettel entstehen keine zusätzlichen Kosten bei uns. Er ist im Wahlprogramm mit dabei“, erklärt Katrin Lienert.

„Wir wollen unseren Bürgern wahlrechtliche Inhalte vermitteln. Ein Einwohner hat pro Kandidat höchstens drei Stimmen. Wir haben den Wahlzettel aber so konzipiert, dass man einem Kandidaten auch mehr als drei Stimmen vergeben kann. Das Programm zeigt dem Wähler dann an, welche Stimmen gültig sind und welche nicht“, erläutert Sebastian Müller. „Bei der richtigen Kommunalwahl kann der Wähler theoretisch auch einfach 100 Kreuze bei einem Kandidaten machen. Wir wollen den Probewählern anzeigen, was passiert, wenn man einem Kandidaten mehr als drei Stimmen vergibt“, erklärt Katrin Lienert.

Der interaktive Probe-Stimmzettel für die Kommunalwahl ...

Wie lange es dauert, den Wahlschein auszufüllen

Man kann unterschiedlich viel Zeit aufbringen, um den interaktiven Stimmzettel auszufüllen. „Es kommt ganz darauf an, wie sicher man sich ist. Man kann viel ausprobieren“, sagt der Pressesprecher.

In Ebensfeld gab es den interaktiven Wahlschein schon 2014

Den interaktiven Stimmzettel gab es schon 2014 in Ebensfeld. Damals waren die Bürger begeistert. Foto: Markus Drossel

In Ebensfeld gab es den interaktiven Stimmzettel schon bei den Kommunalwahlen 2014. „Damals haben wir vor allem mündlich von den Bürgern sehr gute Resonanz bekommen. Ein Bürger hat den interaktiven Stimmzettel bei der Abgabe seiner Briefwahl besonders gelobt, weil er einfach zu handhaben sei“, sagt Katrin Lienert. „Einige Wähler haben viel experimentiert. Außerdem haben sich die Leute mehr damit befasst, welche Namen auf den Listen stehen“, sagt sie. Das Lob von den Bürgern kam sowohl von Erstwählern, als auch von älteren Leuten. „Wahrscheinlich hat der Enkel den interaktiven Stimmzettel im Internet entdeckt und hat ihn dann seinen Großeltern gezeigt“, vermutet Katrin Lienert.

Kommunen garantieren vollständigen Datenschutz

Die Daten werden nicht gespeichert. „Es kann nicht nachvollzogen werden, wer wem welche Stimmen gegeben hat“, betont Sebastian Müller. „Der Datenschutz ist rechtlich völlig abgeklärt. Man kann keine Rückschlüsse ziehen, wer wem welche Stimmen gegeben hat“, bekräftigt Katrin Lienert. „Wir hoffen, dass so viele Leute wie möglich den interaktiven Stimmzettel nutzen werden, weil wir wollen, dass möglichst viele Wähler gültige Stimmzettel abgeben. Mit dem Online-Wahlschein kann jeder schon vorher überprüfen, ob seine Wahl gültig wäre oder nicht“, sagt Sebastian Müller.

 

Schlagworte