LICHTENFELS

Lichtenfelser Feuerwehr stellt sich Facebook-Challenge

Mit der Ladder Crossing Challenge wollen Feuerwehrleute beweisen, dass sie weder dick noch ungelenkig sind. Foto: Florian Helmbrecht

Donnerstagabend in Lichtenfels. Es ist dunkel und kalt draußen. Die Korbstadtkönigin Alicia I. steht mit drei Kindern auf dem Schlauchturm in der Nähe des Feuerwehrhauses. Sie zeigt ihnen auf 26 Metern Höhe den Ausblick über die schöne Korbstadt Lichtenfels. Gerade als sie den Turm verlassen wollen, steigt im Treppenhaus Rauch nach oben. Es brennt. Die Tür zum Ausgang lässt sich nicht mehr öffnen. Der Fluchtweg ist abgeschnitten, und sie schreien nach Hilfe.

Vor dem Durchqueren der Leiter dürfen der Helm und der Pressluftatmer abgelegt werden. Foto: Florian Helmbrecht

Gott sei Dank befinden sie sich neben dem Feuerwehrhaus. Sie werden gehört, und die Feuerwehrleute eilen zum Turm. Doch die Retter müssen erst beweisen, dass sie auch schlank und sportlich genug sind: Sie müssen die „Ladder Crossing Challenge“ bestehen. Am Ende können die Kinder und Alicia I. zum Glück gerettet werden.

Was hier beschrieben ist, ist zurzeit auf Facebook und YouTube zu sehen: Die Lichtenfelser Feuerwehr hat an der „Ladder Crossing Challenge“ teilgenommen, weil sie von den Feuerwehren Ebersdorf bei Coburg und Bad Staffelstein nominiert wurden.

Ursprung in Amerika

Für Bastian Weidner war die größte Schwierigkeit die Schulterbreite. Foto: Florian Helmbrecht

Die „Ladder Crossing Challenge“ fand ihren Ursprung in Amerika. Die Feuerwehrleute wollten dem Gerücht entgegenwirken, dass sie immer ungelenkiger und dicker würden. Aufgabe der Teilnehmer dieses Wettkampfes ist es, mit Feuerwehrausrüstung durch die Sprosse einer liegenden Leiter zu kriechen und dabei gefilmt zu werden. Helm und Pressluftatmer dürfen vorher abgelegt werden.

Fast geschafft. Jetzt müssen nur noch Helm und Pressluftatmer wieder aufgesetzt werden. Foto: Florian Helmbrecht

„Die US-amerikanischen Feuerwehren haben weitere Feuerwehren nominiert, und der Trend schwappte auch nach Deutschland über“, erklärt Florian Helmbrecht, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Lichtenfels. Bastian Weidner hat mitgemacht. Seine Erfahrung: „Die größte Schwierigkeit beim Durchqueren der Leiter war die Schulterbreite.“ „Vorher gab es einen Probelauf, bei dem alle, die mitmachen wollten, mal probieren durften, bevor es zum Dreh kam“, erläutert seine Kameradin Anna Derr. „Insgesamt haben acht Feuerwehrleute probiert, durch die Leiter zu kriechen, und sechs haben es geschafft“, resümiert Florian Helmbrecht. „Die, die es nicht durch die Leiter geschafft haben, hatten zu breite Schultern“, erklärt er.

Challenge mit Heimatbezug

Um seine Leute nicht einfach nur durch eine Leiter kriechen zu lassen, hat sich Florian Helmbrecht etwas Besonderes für den Dreh ausgedacht: Er wollte Bezug zur Heimat herstellen. Er hat sich deswegen eine Geschichte rund um die Challenge ausgedacht und Korbstadtkönigin Alicia I. gefragt, ob sie mitmacht. „Ich habe mich total gefreut und mich auch geehrt gefühlt, dass die Feuerwehr an mich gedacht hat“, sagt Alicia I. „Für mich war der Dreh sehr aufregend, weil ich auch Höhenangst habe. Auf der Drehleiter habe ich mich dann aber sicher gefühlt, weil ein Feuerwehrmann dabei war“, erzählt sie. Auch den Kindern sei es mulmig zumute gewesen. „Aber insgesamt hat es mir und den Kindern total viel Spaß gemacht. Wir haben uns auch gefreut, dass wir einen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr bekommen haben“, sagt die Korbstadtkönigin. Am Ende wurden sie und die Kinder von Kommandant Andreas Lehe mit der Drehleiter vom Turm gerettet. „Insgesamt haben wir zweieinhalb Stunden für den Dreh gebraucht, und es waren 17 Leute daran beteiligt“, sagt Bastian Weidner. „Die Challenge wurde von einer Freundin der Feuerwehr, Kathrin Roth, gefilmt“, sagt er.

Nächste Nominierungen

Das Team der Freiwilligen Feuerwehr Lichtenfels hat für ihren Dreh auch die Korbstadtkönigin Alicia I. eingeladen. Foto: Feuerwehr Lichtenfels

„Wir wollen auch wieder andere Feuerwehren nominieren“, teilt Florian Helmbrecht mit. Die Feuerwehr Lichtenfels wollte, dass die Challenge auch in andere Regionen weitergetragen wird, deswegen hat sie die Alarmierungsbereitschaft Jura für die Challenge vorgeschlagen. „Außerdem haben wir die Feuerwehr Roth und das Technische Hilfswerk Ortsverband Bad Staffelstein nominiert“, sagt Florian Helmbrecht.“ „Auf Facebook und YouTube haben wir schon viele positive Kommentare zu unserem Video bekommen, und wir hoffen, dass unsere Nominierten auch an der Challenge teilnehmen werden“, sagt er. Das Technische Hilfswerk Ortsverband Bad Staffeltein hat die Nominierung angenommen und schon mit dem Dreh begonnen.

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