LICHTENFELS

Lob fürs Investieren ohne Schulden

„Wir investieren massiv in die Entwicklung unserer Stadt und bauen gleichzeitig etwa eine Million Euro Schulden ab,“ kommentierte Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) den Haushaltsentwurf, der zum vierten Mal in Folge ohne neue Schulden auskomme.

„Alle Vorhaben dienen dazu, Impulse für die Bürger zu setzen“, sagte er. Dabei hob Hügerich die Schwerpunkte der Investitionen hervor, mit denen Unternehmen, Familien und Kinder gestärkt würden. Darüber hinaus fließe das Geld in den Bildungsstandort, die Infrastruktur und den Brandschutz. „Für die Feuerwehren geben wir insgesamt 465 000 Euro aus“, so Hügerich, der betonte, dass so weit wie möglich die Anregungen der Stadtratsfraktionen und der Bürger berücksichtigt worden seien. Hügerich verwies auf die Herausforderungen der kommenden Jahre wie die Vision 2030 oder den Bau einer Ganztagsschule und lobte das erstmals von Kämmerer Dominik Först präsentierte Zahlenwerk.

Diesem Lob schlossen sich alle Fraktionen geschlossen an und betonten besonders die anschauliche Vorstellung des Haushaltsentwurfs.

Philipp Molendo (Junge Bürger) freute sich, dass die Stadt den Trend verfolge, die Lebensqualität zu verbessern, um neue Bürger nach Lichtenfels zu locken. Allerdings müsse man angesichts der angespannten Finanzlage in den nächsten Jahren sparen. „Ohne die Städtebauförderung wären schon jetzt viele Vorhaben gar nicht möglich“, sagte er. Trotzdem dürfe die Sanierung vieler Straßen nicht aus den Augen verloren werden. Kritik übte er an der langen Erstellungszeit des städtischen Verkehrskonzepts.

„Wir investieren massiv in die Entwicklung unserer Stadt und bauen gleichzeitig etwa eine Million Euro Schulden ab.“
Andreas Hügerich, Bürgermeister

„Es ist wichtig, dass wir ohne Neuverschuldung auskommen“, betonte Robert Gack (CSU) und erinnerte an die Schlüsselzuweisungen, die dabei geholfen haben. Auch er hob die Notwendigkeit des Sparens hervor, erwähnte aber auch die großen Investitionen, die zum Beispiel in Klosterlangheim notwendig seien. „Da stehen zehn Millionen im Raum, und dafür brauchen wir Zuschüsse, und zwar 90-prozentige“, so Gack.

Eduard Meixner (Freie Wähler) und Roland Lowig (Wählervereinigung Leuchsental-Jura) geizten ebenfalls nicht mit Lob für den Etatentwurf, besonders dass er ohne Kredite ausgekommen sei.

„Trotz angespannter Haushaltslage geht die positive Entwicklung weiter“, kommentierte Dr. Arnt-Uwe Schille (SPD) das Zahlenwerk. Er regte die Gründungen einer Wohnbaugesellschaft und einer Energiegenossenschaft an, um Einnahmen zu generieren. Kritische Worte gab es dagegen von seinem Fraktionskollegen Helmar Zipp, der die Pläne für die Sanierung des Seniorenheims vermisste: „Dabei brauchen wir doch bezahlbaren Wohnraum gerade für die ärmeren und älteren Menschen.“ Bürgermeister Hügerich erwiderte, dass – wie bereits im Stadtrat erklärt – noch die Vermögenswerte der Maiacher Stiftung ermittelt werden müssten.

Bernhard Christoph (Grüne) erklärte, dass zwar die Schulden der Stadt über dem Durchschnitt lägen, man dem Bürger dafür einiges biete: „Bestes Trinkwasser, ein tolles Hallenbad, moderne Schulen und viele Veranstaltungen. Das alles ist bezahlbar, obwohl wir nicht im Speckgürtel einer Metropole liegen.“ Allerdings fehlen ihm Konzepte für den Hochwasserschutz in Mistelfeld und für die Verbesserung der Lebensbedingungen in den Dörfern.