LICHTENFELS

Schadensbilanz: Sturmtief Sabine entwurzelt zahlreiche Bäume

In der Jahnstraße in Seubelsdorf drückte Sturmtief Sabine einen Nadelbaum auf das Dach eines Hauses Foto: Feuerwehr Seubelsdorf

Es kam mit Wucht, sorgte in der Nacht und in den frühen Morgenstunden für diverse Feuerwehreinsätze und bescherte allen Schul- und den meisten Kindergartenkindern einen freien Montag: Das Sturmtief „Sabine“, das am Sonntag gegen 22 Uhr Fahrt aufnahm und in den ersten Stunden des Tages dann richtig kräftig wurde, hat im Landkreis zahlreiche Spuren hinterlassen. Der schwierigste Feuerwehreinsatz ging dabei im Lichtenfelser Stadtteil Seubelsdorf vonstatten.

Die Burgkunstadter Feuerwehr hatte Recht mit ihrer Vorahnung

Schadensbilanz: Sturmtief Sabine entwurzelt zahlreiche Bäume
Wegen eines Sturmeinsatzes war die Bamberger Straße in Lichtenfels zeitweise voll gesperrt. Foto: MArkus Drossel

Im Vorfeld hatten zahlreiche Feuerwehren aus der Region über ihre Social-Media-Präsenzen vor den möglichen Folgen gewarnt. So auch die Feuerwehr Burgkunstadt, die die Bürger warnte, Waldgebiete zu Fuß oder mit dem Auto zu meiden. „Dies gilt besonders für die Kreisstraße LIF 14 nach Kirchlein sowie für die LIF 23 über Ebneth nach Oberlangenstadt“, schrieb der Webmaster. Wie Recht er behalten sollte, konnte er zu diesem Zeitpunkt maximal erahnen.

Schadensbilanz: Sturmtief Sabine entwurzelt zahlreiche Bäume
Vom Korb der Drehleiter aus versuchen Feuerwehrleute, vom Sturm gelöste Dachziegeln zu sichern. Foto: Markus Drossel

„Der erste Feuerwehreinsatz im Landkreis war um 3.51 Uhr“, sagt Kreisbrandmeister Markus Witzgall, der Pressesprecher der Kreisbrandinspektion. Und es war just die Kreisstraße LIF 23, die aufgrund mehrerer Äste auf der Straße und einem schräg hängenden Baum über Stunden gesperrt werden musste. Die Umleitung erfolgte über Zettlitz nach Küps. Um 4.26 Uhr traf es die Straße zwischen Schwürbitz und Michelau. Auch hier mussten die Feuerwehren zur Technischen Hilfeleistung ausrücken, auch hier waren es Baumstücke auf der Fahrbahn, die aber gegen Mittag beseitigt waren. Dicht wegen je eines Baums über der Straße waren auch die Route Burkersdorf-Küps (Richtung Hain, ab 4.58 Uhr), die Verbindung Burgkunstadt-Kirchlein (ab 5.29 Uhr komplett), die Ortsverbindungsstraße Stetten-Gnellenroth (ab 6 Uhr, halbseitig) und die Krappenrother Straße bei Oberwallenstadt (ab 6.37 Uhr).

Nichts geht mehr: Die Deutsche Bahn stellt den Nah- und Fernverkehr ein, so auch am Bahnhof Lichtenfels. Foto: Markus Drossel

„Um 6.39 Uhr wurde dann die Feuerwehr an die Kreisstraße LIF 24 gerufen, da war zwischen Weismain und Neudorf ein Baum auf die Fahrbahn gefallen“, so Witzgall. „Der Autofahrer, der die Integrierte Leitstelle anrief, war gegen diesen Baum gefahren.“ Und eine Minute später kam dann eine Einsatzmeldung für die Staatsstraße 2190: Zwischen dem Weismainer Gemeindeteil Fesselsdorf und Stadelhofen im Landkreis Bamberg hatte ein großer Baum den Böen nicht mehr standhalten können. Die Folge war eine halbseitige Sperrung.

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Das Notfallmanagement der Deutschen Bahn war zeitweise auch in Lichtenfels zugegen. Foto: MArkus Drossel

„Baum auf Dach in der Jahnstraße“ hieß es dann um 7.09 Uhr in Seubelsdorf. „Das war für uns alles andere als ein einfacher Einsatz“, bilanziert Stefan Kraus, der 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Seubelsdorf. „Der Baum lag hinter dem Haus und das Dach war sehr rutschig, so dass wir es nicht gefahrlos betreten konnten. Die Feuerwehr Lichtenfels kam mit der Drehleiter LIF 30/1, über die sich Kraus sichern ließ und so mit der Kettensäge den Baum Stück um Stück zerlegte. Insgesamt waren alleine dort 13 Feuerwehrler im Einsatz, elf davon von der Stadtteilwehr. In Lichtenfels gab es eine halbe Stunde später einen weiteren Einsatz: In der Alten Coburger Straße fielen Ziegeln vom Dach.

Der südliche Landkreis blieb weitestgehend verschont

Schadensbilanz: Sturmtief Sabine entwurzelt zahlreiche Bäume
Auch das ist Sabine: In der Krappenrother Straße hat es Mülltonnen in den Straßengraben gedrückt. Foto: Markus Drossel

„Bei uns im Staffelsteiner Land war es in der Nacht von Sonntag auf Montag sehr ruhig“, zieht Stefan Liebl, der Kommandant der Feuerwehr Bad Staffelstein, Bilanz. Nur ein einziges Mal mussten die Feuerwehrkameraden aus der Badstadt ausrücken: Um 8.06 Uhr deckte Sturmtief Sabine wenige Quadratmeter Dachfläche an zwei Anwesen in Nedensdorf ab. Zwar war auch die Drehleiter vor Ort, „dennoch war das nichts Großes“.

Schadensbilanz: Sturmtief Sabine entwurzelt zahlreiche Bäume
Die Züge am Lichtenfelser Bahnhof fallen am Montagvormittag allesamt aus. Foto: Markus Drossel

Am frühen Vormittag gönnte sich der Sturm eine gut zweistündige Verschnaufpause, um dann noch einmal richtig loszulegen. Die Straßen Geutenreuth-Weismain, die Kreisstraße LIF 19 bei Weismain, die LIF 8 zwischen Oberbrunn und Döringstadt, die Verbindung Lichtenfels-Buch sowie die Straße zwischen Lichtenfels und Trieb in Höhe Tierheim wurden von Bäumen und Ästen blockiert. Und in Lichtenfels war es die Bamberger Straße zwischen Güterbahnhof und Seubelsdorf, die wegen „fliegender“ Dachziegeln zeitweise voll gesperrt werden musste. Hinzu kamen vom Winde verwehte Müllsäcke und Planen, umgestürzte Müllkübel, abgerissene Wahlplakate, umgestürzte Straßenschilder und Bauzäune. Und gegen Mittag war es dann doch noch einmal das Staffelsteiner Land: Es traf Hausen und Weingarten, in Burgkunstadt in der Kirchleiner Straße demolierte ein herabstürzender Ast zudem ein Auto. „Insgesamt“, so Witzgall, „dürften es laut Schätzung von Kreisbrandrat Timm Vogler und mir an die 50 Einsätze aufgrund des Sturms gewesen sein.“ Und da war der Einsatz in der Marktgraitzer Hauptstraße noch gar nicht mit eingerechnet, als „Sabine“ ein Vordach mit Balken aus der Verankerung hob und auf die Straße warf.

MGL: eine Schülerin kommt

Schadensbilanz: Sturmtief Sabine entwurzelt zahlreiche Bäume
Sturmtief Sabine reißt am Montag alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Foto: Markus Drossel
In ganz Bayern kam es am Montag aufgrund des Sturmtiefs zu einem flächendeckenden Unterrichtsausfall. Auch blieben die Mehrzahl der Kindergärten, -krippen und -tagesstätten geschlossen. Für Eltern, die keine Möglichkeit hatten, ihre Kinder selbst zu betreuen oder bei Verwandten und Bekannten unterzubringen, gab es eine Notfallbetreuung. So auch am Meranier-Gymnasium Lichtenfels.
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Umgestürzte Verkehrsschilder gab es am Montag im Landkreis zuhauf. Foto: MArkus Drossel

„Als die Nachricht kam, bat ich die Kollegen, die in Lichtenfels wohnen und damit einigermaßen gefahrlos zur Schule kommen konnten, die Notbetreuung zu übernehmen“, sagt Hubert Gehrlich, der amtierende Schulleiter. So standen zehn Lehrer bereit, doch von den sonst 780 Schülern kam nur eine Fünftklässerin. „Die Eltern wussten alle Bescheid, auch wenn der Server des Elternportals überlastet war und ich so nicht, wie ich eigentlich wollte, per Mail informieren konnte.“ (mdr)

Omnibusse fahren wieder: Am Dienstag ab 5.30 Uhr Schul- und Linienverkehr

 

Schadensbilanz: Sturmtief Sabine entwurzelt zahlreiche Bäume
Neben den Feuerwehren hatte auch die Polizei alle Hände voll zu tun. Foto: Markus Drossel

Lichtenfels   Wegen des Sturmtiefs „Sabine“ hatte das Busunternehmen Götz seinen Schul- und  Linienbusverkehr am Montag aus Sicherheitsgründen komplett eingestellt. Wie das Unternehmen mitteilt, wird der Schul- und Linienbusverkehr laut den Fahrplänen am Dienstag, 11. Februar, ab 5.30 Uhr wieder normal  aufgenommen. (red)

Schadensbilanz: Sturmtief Sabine entwurzelt zahlreiche Bäume
Der Aufenthaltszug am Lichtenfelser Bahnhof bietet Schutz vor den Windböen. Foto: Markus Drossel
Schadensbilanz: Sturmtief Sabine entwurzelt zahlreiche Bäume
Gähnende Leere in den Zugangstunneln des Bahnhofs. Foto: Markus Drossel

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