DÖRFLES-ESBACH/LICHTENFELS

Zweckverband für Abwallwirtschaft sucht Mitarbeiter

Zweckverband für Abwallwirtschaft sucht Mitarbeiter
Um die Müllentsorgung kümmert sich im Landkreis Lichtenfels der Zweckverband Abfallwirtschaft in Nordwest-Oberfranken. Bei der Verbandsversammlung wurden auch die geplanten Investitionen der nächsten Jahre vorgestellt. Foto: OT-Archiv/Nikol

Der Zweckverband für Abfallwirtschaft in Nordwest-Oberfranken (ZAW) blickt auf ein relativ ruhiges 45. Jahr zurück. Bei der 33. Sitzung der Verbandsversammlung in der Geschäftsstelle in Dörfles-Esbach erläuterte ZAW-Mitarbeiterin Kathrin Tröger ein umfangreiches Zahlenwerk. Dabei wurde auch einstimmig der Verbandshaushalt 2020 verabschiedet.

Doch zunächst gab es einen Rückblick auf das vorangegangene Wirtschaftsjahr. Revisionsarbeiten an der Turbine des Müllheizkraftwerks erwiesen sich als umfangreicher als ursprünglich geplant, wodurch es zu einem dreitägigen Totalstillstand kam. Die dabei anfallenden Mehraufwendungen konnten durch Einsparungen, beziehungsweise durch Mehreinnahmen aufgefangen werden.

Reparaturarbeiten an der Müllpresse der Umladestation in Kronach

Die Umladestation in Kronach stand im Herbst zwei Wochen wegen Reparaturarbeiten an der Müllpresse still. Der Müll aus den Verbandsgebiet Kronach wurde an der Umladestation in Lichtenfels, beziehungsweise direkt im Müllheizkraftwerk angeliefert.

Die Erträge im Wirtschaftsjahr 2020 steigen voraussichtlich auf 25 897 Millionen Euro. Bei den Berechnungen der Umsatzerlöse wurde wie im Vorjahreszeitraum eine Anliefermenge von 131 500 Tonnen brennbarer Abfälle zugrunde gelegt. Mit 12,34 Millionen Euro stehen die Annahmeentgelte für Abfälle aus dem ZWA-Gebiet an erster Stelle, gefolgt von Fremdmüllanlieferungen mit 2,37 Millionen Euro.

Was gehört zum Materialaufwand von insgesamt 14,8 Millionen Euro?

Der Materialaufwand ist mit 14,8 Millionen Euro veranschlagt. Er fällt damit um rund eine Million Euro höher aus, als im Vorjahr. Der Materialaufwand gliedert sich in Aufwendungen für den Unterhalt der Maschinentechnik (acht Millionen Euro), die Reststoffentsorgung (1,5 Millionen Euro), Hilfs- und Betriebsstoff sowie Energiekosten (1,1 Millionen Euro) und Dienstleistungen durch Dritte (1,1 Millionen Euro). Zum Materialaufwand zählen auch die Bildung von Rückstellungen für künftige Abbruchkosten und Deponienachsorge (1,1 Millionen Euro), den Unterhalt für Gebäude und Grundstückskosten im Müllheizkraftwerk (eine Million Euro) und 700 000 Euro für die Aufwendungen aus der Weitergabe von Altpapiererlösen.

Das Investitionsprogramm sehe im Planungszeitraum von 2019 bis 2023 ein Gesamtvolumen von 12,1 Millionen Euro vor. Das jährliche Investitionsvolumen liege zwischen zwei und 3,5 Millionen Euro. „Viele größere Investitionen zur Erneuerung und Modifikation der Anlagenteile, wie die Rauchgasreinigung, Fernwärmeleitung, Teile der E-Technik, das VLN-Verfahren, sind bereits in den Vorjahren erfolgt“, erläuterte Kathrin Tröger. In den nächsten Jahren steht noch die Erneuerung der E-Technik für die Müllkesselsteuerung mit 3,6 Millionen Euro an.

Zweiter Teil der Erneuerung der Heißdampfleitung für heuer geplant

Als weitere große Investitionen plant der Zweckverband noch in diesem Jahr den zweiten Teil der Erneuerung der Heißdampfleitung HD für 600 000 Euro. Im nächsten Jahr ist dann die Sanierung Dagavo (Wiederaufheizung RGR-Kanäle) mit einem Kostenvolumen von 700 000 Euro vorgesehen. Die Erneuerung der 20-KV-Schaltanlage ist für das Jahr 2023 geplant. Die Finanzierung des Investitionsvolumens erfolgt im Planungszeitraum über erwirtschaftete Abschreibungen in Höhe von 9,4 Millionen Euro und vorhandene Mittel. Der Kassenstand vermindert sich im Planungszeitraum um 2,8 Millionen Euro. Der Zweckverband ist schuldenfrei. Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen. Da geeignete Fachleute von außerhalb kaum zu finden sind, setzt der Zweckverband auf ein neues Konzept. Für die demnächst in Rente gehenden Mitarbeiter sollen geeignete Kranführer im Schichtdienst zu Kesselwärtern und Entsorgern weitergebildet werden. „Das hat den Vorteil, dass sie die Anlage bereits kennen“, erläuterte Tröger. Dies habe kurzfristige Auswirkungen auf den Stellenplan, der sich von 92 Stellen auf 98 erhöht. Die notwendigen Doppelbesetzungen seien den Abgängen in die Rente geschuldet.

Schlagworte