COBURG/BAMBERG

Drei Uraufführungen in den Theatern in Bamberg und Coburg

Drei Uraufführungen in den Theatern in Bamberg und Coburg
„Die Prinzessin auf dem Kürbis“ wird am Landestheater Coburg uraufgeführt. Premiere der Kinderoper ist am 20. Februar. Foto: Landestheater Coburg

Gleich drei Uraufführungen erwarten das Theaterpublikum in Bamberg und Coburg im Februar. Premiere hatten die Stücke „Fort Schreiten“ und „Das Deutschland“ im ETA-Hoffmann-Theater zwar bereits Ende Januar, gelangen aber auch im Februar zur Aufführung. Im Landestheater Coburg wird „Die Prinzessin auf dem Kürbis“ uraufgeführt. Premiere der Kinderoper von Roland Fister ist am Donnerstag, 20. Februar, um 11 Uhr.

Roland Fister: „Die Prinzessin auf dem Kürbis“

Worum geht es bei dem märchenhaften Stück für die ganze Familie nach dem gleichnamigen Kinderbuch? Klar, um eine royale Brautschau. „Prinzessin gesucht! Erbsenprinzessin, nein danke!“ steht auf einem Schild an der Burgmauer. Nachdem der Prinz bei der Hochzeit des Nachbarprinzen die berühmte Prinzessin auf der Erbse kennengelernt hat, steht für ihn fest: So eine zickige und zimperliche Prinzessin kommt ihm auf keinen Fall ins Schloss. Ermutigt durch das Schild, versuchen zwei Prinzessinnen ihr Glück.

Doch der Prinz auf Freiersfüßen ist ein recht unfreundlicher Thronfolger. Die jungen Damen edlen Geblüts suchen deshalb schnell wieder das Weite. Die Brautsuche, so scheint es, ist zum Scheitern verurteilt. Bis eines Nachts eine Prinzessin auftaucht, die sogar auf einem Kürbis schlafen kann.

Nach dem Erfolg des sinfonischen Märchens „Alice im Wunderland“ laden Roland Fister und der mehrfach preisgekrönte Autor Heinz Janisch zu einem humorvollen Ausflug in die Märchenwelt ein. Freilich nicht, ohne dabei die Klischees vom royalen Leben ordentlich auf den Kopf zu stellen.

Gespickt mit Zitaten von Vivaldi bis Strauss und den ganzen Farbenreichtum des Orchesters auskostend, erweckt Roland Fister die Figuren rund um die bodenständige Kürbisprinzessin zum Leben. Inszenieren wird die junge Regisseurin Ilaria Lanzino, die bereits mit ihrer fantasievollen „Wunderland“-Produktion in der vergangenen Saison Groß und Klein verzauberte.

William Shakespeare: „Othello“

Ebenfalls in der Vestestadt wird am Samstag, 8. Februar, William Shakespeares „Othello“ Premiere feiern. Die Tragödie rund um die Geschichte eines Fremden, der versucht, in der venezianischen Gesellschaft als vollwertiges Mitglied Anerkennung zu finden, nimmt dann ab 19.30 Uhr ihren Lauf.

„Das Tagebuch der Anne Frank“ mit einem Libretto von Grigori Frid

Gleich zum Monatsbeginn wartet die Coburger Reithalle mit der etwa einstündigen Mono-Oper „Das Tagebuch der Anne Frank“ auf. Das Libretto stammt aus der Feder des russischen Komponisten Grigori Frid (1915 – 2012) und wird von Katarzyna Bogucka, die seit der Spielzeit 2017/2018 als Regieassistentin am Landestheater engagiert ist, inszeniert. Anne Frank wird von Francesca Paratore gespielt.

Frank Sinatra, die unsterbliche Stimme Amerikas, wird am Freitag, 14. Februar, ab 20 Uhr Eleganz und Lässigkeit in die Reithalle bringen. Dann nämlich hat mit „Fly Me To The Moon – Sinatra in Concert“ ein Revueabend Premiere, bei dem sich Dirk Mestmacher und Marina Pechmann, begleitet von Klavier, Schlagzeug und Kontrabass, auf eine musikalische und literarische Reise in die Glamourwelt des Entertainers begeben.

Konstantin Küspert: „Fort Schreiten“

Im ETA-Hoffmann-Theater ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem immerwährenden Streben nach Fortschritt angesagt. Konstantin Küsperts „Fort Schreiten“ wird in der Domstadt uraufgeführt und hatte am 29. Januar Premiere.

Eine Stunde und 30 Minuten lang wird der Zuschauer das Generationenschiff „Granda Paso“ auf dessen 400 Jahre dauernder Reise von der zerstörten Erde zu einem neuen bewohnbaren Planeten begleiten. Viel Zeit für die Besatzung und die Nachkommen – aber auch für das Publikum – sich an prägende, widersprüchliche Momente des menschlichen Fortschritts zu erinnern, an Segen und Fluch.

Bonn Park: „Das Deutschland“

Auch „Das Deutschland“, Premiere war am 26. Januar, ist eine Uraufführung. „Die Dunkelheit endet, und wir sehen eine Familie in ihrem Ferienhaus, so schön und erstrebenswert, makellos und brillant, vor Neid soll die Welt erblassen. Noch nie haben Augenpaare etwas Vollständigeres gesehen als diese Gruppe“, schreibt Bonn Park in seinem Stück. Emulie soll integriert werden. Das hat sich eine eher mittelmäßige Familie vorgenommen.

Und so muss Emulie die Rituale begreifen und erlernen. Sie lernt, dass Bier nur zu bestimmten Uhrzeiten zu trinken ist und bunte Schreiben vom Amt unverzüglich zu öffnen sind. Und wie schön es ist, wenn alles seine Ordnung hat.

Last but not least sind da noch die „Transatlantischen Geschichten“, die am Sonntag, 9. Februar, ab 19 Uhr im Rahmen des Bamberger Literaturfestivals 2020 auf der Großen Bühne zur Aufführung gelangen.

August Zirner und Sven Faller erzählen transatlantische Geschichten. Etwa über den Mythos der deutschen Autobahn oder einen deutschen Wandervogel in Hollywood. Diese und andere Begebenheiten spinnen die beiden mit Humor und Tiefgang zu einem kurzweiligen Programm.

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