LICHTENFELS

Aktionen in der Lichtenfelser Stadtbücherei

Aktionen in der Lichtenfelser Stadtbücherei
Karin Knorr (li.) und Christine Wittenbauer vom Team der Stadtbücherei wollen Kinder durch ihre gesamte Erstlesezeit begleiten, u.a. mit der Aktion "Ob ich vier bin oder drei - ich geh am Samstag in die Bücherei!". Foto: Corinna Tübel

Mit zwei von zahlreichen Aktionen will die Stadtbücherei Lichtenfels kleinen und großen Kindern dauerhaften Spaß am Lesen vermitteln. Neue Wege und Beharrlichkeit sind dafür notwendig. Die Bücherei versteht sich außerdem als Aufenthalts- und Begegnungsort.

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als Sie mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen haben? Heute leuchtet vielerorts das Licht des Tablets durch die nächtlichen Fenster. Früher tauschte man Bücher oder Comics aus. Derzeit gibt es rund 7,5 Millionen Menschen in Deutschland, die man als funktionale Analphabeten bezeichnet. Auch deren Kinder unterliegen der Gefahr, in ebendiesen Sog aus Scham und geringerer gesellschaftlicher Teilhabe zu geraten. Hat das Lesen in der Medienwelt ausgedient? Nein, beobachten die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei. Doch man muss etwas dafür tun.

Nicht nur lesen, sondern mitmachen

Eine der zahlreichen Veranstaltungen der Stadtbücherei Lichtenfels findet am Samstag, 18. Januar, um 10.30 Uhr statt. Unter dem Motto „Ob ich vier bin oder drei - ich geh am Samstag in die Bücherei“ lesen die Mitarbeiterinnen vor Ort den jungen Besuchern aus dem Buch „Wir zwei im Winter“ von Michael Engler und Joelle Tourlonias, einer rührenden Geschichte über einen Hasen und Igel, deren Höhle zunächst versperrt ist, vor. „Wir möchten schon den Kleinsten das Buch an sich näherbringen und vermitteln: Lesen macht Spaß!“, so Diplom-Historikerin Christine Wittenbauer, Leitern der Stadtbücherei. Doch dafür ist noch mehr nötig: Rund um die Geschichte sollen die Kinder selbst aktiv werden, indem sie etwa – wie beispielsweise bei vergangenen Veranstaltungen – eine Höhle nachstellen, verschiedene Rollen einnehmen oder sich durch die ganze Bücherei bewegen.

Lesen als Mittel für gesellschaftliche Teilhabe

Das regt die kindliche Fantasie an und sie finden zu einer kleinen Gruppe zueinander. Besonders einladen möchten die Veranstalter auch Väter und Großeltern, die die Chance haben, eine Stunde lang mit ihren Schützlingen in die neue Welt der Geschichten einzutauchen. Im Rahmen der Aktion „Lesestart - Drei Meilensteine für das Lesen“, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und von der Stiftung Lesen durchgeführt wird, gibt es mehrere Veranstaltungen und Materialien im Jahr, wie etwa auch das Lesestart-Set für Einjährige in der Stofftasche, das viele teilnehmende Kinder- und Jugendärzte herausgeben.

Ein frühkindlicher Kontakt mit dem gedruckten Medium ist wichtig: Kinder, die mit Büchern und Geschichten aufwachsen, lernen selbst besser lesen, sie haben mehr Spaß daran und sie meistern ihren Bildungsweg erfolgreicher. Lesen ist die Grundlage für gute Bildung und gesellschaftliche Teilhabe, so fasst es das Bundesministerium für Bildung und Forschung zusammen. Dieser Zugang ist derzeit für rund 7,5 Millionen funktionale Analphabeten erschwert: eine Arbeit ausüben, die eigenen Finanzen kontrollieren, mit Ämtern oder Freunden kommunizieren. Für all das ist Lesen unabdingbar. Und nie lerne man mehr als in dieser frühen Lebensphase, den ersten Lebensjahren.

Laut der Grundbildungsstudie LEO-Studie der Universität Hamburg (LEO 2018 - Leben mit geringer Literalität) wachsen rund 4,5 Millionen Kinder in Deutschland mit mindestens einem Elternteil auf, das Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hat. Diese Kinder laufen Gefahr, in ebendiesen Sog zu geraten. Denn: Bildung wird auch über das Elternhaus vermittelt.

Aktionen in der Lichtenfelser Stadtbücherei
Lesen bedeutet für kleinere Kinder auch "mitmachen". Foto: Corinna Tübel

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