LICHTENFELS/KLOSTER BANZ

Delegiertenversammlung beim Nordbayerischen Musikbund

Das neue Präsidium des Nordbayerischen Musikbundes: (v. li.): Geschäftsführer Andreas Kleinhenz, Vizepräsident Helmut Schörner, Präsident Manfred Ländner, Max Mages, Thomas Kolb und Gerhard Engel (Vizepräsidenten). Foto: Martin Hommer

Knapp 130 Delegierte des Nordbayerischen Musikbundes drängten sich kürzlich in die Kutschenhalle von Kloster Banz. Dort hatte der Blasmusikverband zur Delegiertenversammlung eingeladen. Kernpunkte der Tagesordnung waren die Verabschiedung einer neuen Satzung und die Wahl des Präsidiums.

Das sind richtungs- und zukunftsweisende Punkte. Deshalb strömten mit 130 Delegierten, die für insgesamt rund 45 800 Musiker stehen, mehr als sonst in die Kutschenhalle.

Höhere Freibeträge sinnvoller als Ehrenamtsstiftung

CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner dankte in ihrem Grußwort den Ehrenamtlichen für ihr Engagement: „Sie sind entscheidend für den gesellschaftlichen Zusammenhalt!“ Gleichzeitig verteidigte sie ihre Haltung gegenüber einer möglichen Ehrenamtsstiftung. Mehr als eine solche Stiftung seien bürokratische Erleichterungen gefragt, beispielsweise bei Großveranstaltungen von Vereinen. Um finanzielle Erleichterungen zu schaffen, seien höhere Freibeträge besser geeignet als eine Stiftung.

Zwar beschwerten sich viele Vereine heute über mangelnden Nachwuchs – bei der Blasmusik allerdings marschierten etwa bei der Fronleichnamsprozession immer auch junge Leute mit. Davon zeigte sich stellvertretender Landrat Helmut Fischer beeindruckt: Das spreche für die Begeisterungsfähigkeit der Blasmusik-Jugend.

„Alles wäre nix ohne a gscheide Musik!“
Hans-Josef Stich, Zweiter Bürgermeister von Bad Staffelstein

Der Zweite Bürgermeister der Stadt Bad Staffelstein, Hans-Josef Stich, dankte dem Musikbund für seine umfangreiche Arbeit, denn „alles wäre nix ohne a gscheide Musik!“. Verwaltungsleiter Michael Möslein stellte das Kloster vor.

Auch Manfred Ländner, Präsident des Nordbayerischen Musikbunds, kündigte eine historische Sitzung an: Der Musikbund sollte nach einem mehrjährigen Prozess der Verbandsentwicklung mit einer neuen Satzung die Weichen für die Zukunft stellen. Die Gremien des Musikbundes wurden einer tief greifenden Strukturreform unterzogen, die musikalische Arbeit aufgewertet, und eine Kommission zur Vereinsunterstützung gegründet – ein wichtiger Schritt in einem Umfeld, in dem die bürokratischen Anforderungen beinahe wöchentlich wachsen. Die neue Satzung wurde einstimmig angenommen.

Erstmals wird der Nordbayerische Musikbund selbst verlegerisch tätig

Abgestimmt wurde auch über ein Novum in der Verbandsgeschichte: Die Blasmusikverbände des Freistaats geben unter dem Dach des Bayerischen Blasmusikverbandes ab 2020 ihre eigene Verbandszeitschrift heraus. Bislang war diese Aufgabe einem externen Verlag übertragen, nun wird der Bayerische Blasmusikverband erstmals selbst als Herausgeber tätig und startet zusammen mit seinem neuen Magazin eine umfangreiche Medientätigkeit, um wirklich alle Mitglieder mit den Blasmusik-Informationen erreichen zu können.

So soll ein wichtiger Punkt aus der Verbandsentwicklung umgesetzt werden: In einer Befragung hatten viele Mitglieder bemängelt, dass der Musikbund als Verband an der Basis nicht wahrgenommen werde. Die für die neue Medienstrategie notwendige Beitragsanpassung wurde einstimmig angenommen.

Präsident Manfred Ländner und Geschäftsführer Andreas Kleinhenz berichteten von den umfangreichen und sehr erfolgreichen Tätigkeiten des Musikbunds. Wirtschaftlich steht er sehr solide da, wie Kleinhenz anhand eines umfangreichen Zahlenwerks erläuterte.

45 800 Musiker in 898 Mitgliedsvereinen

Im Nordbayerischen Musikbund sind derzeit etwa 45 800 Musiker in 898 Mitgliedsvereinen aktiv, wie Präsident Ländner berichtete. Der Anteil der Musiker unter 27 Jahren liegt bei 58 Prozent, der Frauenanteil bei den unter-27-Jährigen bei 54 Prozent. Der Bezirk Oberfranken ist mit 10 600 Musikern in 200 Vereinen der zweitgrößte Blasmusik-Bezirk nach Unterfranken.

Der Musikbund schafft mit seiner Arbeit die Rahmenbedingungen für die Arbeit der Musikvereine in Unter-, Mittel- und Oberfranken sowie in der Oberpfalz. Diese vier Regierungsbezirke gehören zum Verbandsgebiet des Nordbayerischen Musikbundes. Neben einem GEMA-Rahmenvertrag und Unterstützung bei der Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung bietet der Verband unter anderem musikerspezifische Versicherungen an, organisiert ein umfangreiches Fortbildungsangebot, bildet Dirigenten aus und setzt sich durch gezielte Lobbyarbeit (teils mit den anderen bayerischen Blasmusikverbänden) bei der Politik für geeignete Rahmenbedingungen für Musikvereine und das Ehrenamt insgesamt ein. (hsü)

Die neue Führung

Der alte und neue Präsident des größten bayerischen Blasmusik-Einzelverbands ist der Landtagsabgeordnete Manfred Ländner aus Würzburg, seine Stellvertreter sind Gerhard Engel (Oberpfalz), Helmut Schörner, Thomas Kolb (Oberfranken), Max Mages (Unterfranken) und Tobias Hauenstein (Mittelfranken). Neuer Verbandsdirigent ist Christian Lang aus Unterfranken, der sich zusammen mit der 30-köpfigen Musikkommission um die Weiterentwicklung und das Tagesgeschäft des musikalischen Bereichs kümmern wird. Die neuen Kassenprüfer des Nordbayerischen Musikbunds sind Heinrich Ramming (Oberfranken) und Johannes Sitter (Unterfranken).
In großer Einigkeit verabschiedeten die Delegierten des Nordbayerischen Musikbundes die zukunftsweisenden Punkte der Tag... Foto: Martin Hommer

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