Lichtenfelserin holt sich den Meistertitel mit Bravour

LICHTENFELS/BAMBERG

Lichtenfelserin holt sich den Meistertitel mit Bravour

Das Handwerk in Oberfranken hat bei der Meisterfeier 2019 insgesamt 366 neue Handwerksmeister in seiner Mitte begrüßt. Bei der feierlichen Übergabe der Meisterbriefe vor rund 1000 Gästen wurden in der Bamberger Konzert- und Kongresshalle zudem die 19 Besten eines jeden Gewerkes ausgezeichnet. Darunter Arabella Graß aus Lichtenfels. Sie hat die Meisterschule für das Fleischerhandwerk mit der besten Note abgeschlossen.

Der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken nutzte die Festansprache, um ein klares Bekenntnis zum Meisterbrief und der damit einhergehenden Qualifizierung abzulegen. „Wir brauchen Handwerksmeister, um die Zukunft der Branche, aber auch die Zukunft der gesamten Wirtschaft besser gestalten zu können.“ Zimmer ging damit auf die politische Initiative des Handwerks ein, wieder für mehr Berufe die Meisterpflicht vorzusehen. Diese steht kurz vor einem großen Erfolg, schließlich sollen laut Gesetzesentwurf zwölf Gewerke wieder in die Anlage A der Handwerksordnung kommen und damit voraussichtlich ab Februar 2020 wieder unter Meistervorbehalt stehen.

Ein großartiger Erfolg für die Zukunft des Handwerks

„Damit haben wir als Handwerk das Kunststück geschafft, dass die Politik eine einmal getroffene Entscheidung revidiert.“ Mehr noch: Das Handwerk habe die Tendenz gedreht, bei der einige innerhalb Deutschlands aber vor allem auch innerhalb Europas die Meisterpflicht ganz oder zumindest für noch mehr Gewerke abschaffen wollten. „Das ist ein großartiger Erfolg, den wir gemeinsam erkämpft haben“, rief der Präsident der Handwerkskammer den rund 1000 Gästen zu.

Diese richtet die Handwerkskammer zu Ehren der 366 Absolventen der Meisterschulen an der HWK für Oberfranken aus, die ihre Meisterprüfung zwischen November 2018 und November 2019 erfolgreich abgelegt haben, darunter 51 Jungmeisterinnen. Sie alle vertrat Alina Thiem, die frisch gebackene Raumausstattermeisterin übernahm die Ansprache für die Jungmeisterinnen und Jungmeister. „Der Meistertitel steht seit jeher für Qualität. Und mit dem Bestehen der Meisterprüfung versinnbildlichen wir diese und stehen ab heute mit in der Verantwortung, dass Deutschland wieder seinen Spitzenruf in der Welt zurückgewinnt“, sagte die Jungmeisterin aus Glashütten bei Bayreuth selbstbewusst. „Ich freue mich auf die Zukunft und die Herausforderungen, die vor uns stehen, um diese jetzt auch meisterhaft bewältigen zu können.“

Insgesamt ist die Zahl der Meisterschüler und Prüfungskandidaten an der HWK um 3,72 Prozent auf 403 leicht gestiegen. Auch der Anteil der bestandenen Meisterprüfungen, die jeweils vier Teile umfassen, bewegt sich mit 90,82 Prozent auf konstant hohem Niveau. Die meisten Meisterprüfungen wurden mit 88 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Kfz-Handwerk abgelegt, gefolgt von dem Friseurhandwerk (64) und dem Elektrotechnikhandwerk (38).

Kein Unterschied zwischen Künstler und Handwerker

Der Hauptgeschäftsführer der HWK für Oberfranken, Thomas Koller, nutzte in seiner Begrüßung das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses, um die Bedeutung des Handwerks und der Handwerksmeister zu untermauern. Die 1919 in Weimar gegründete revolutionäre Kunstschule stellte die Verbindung von Kunst und Handwerk in den Mittelpunkt ihrer Lehre: „Alle Bauhaus-Studenten mussten Handwerke erlernen, sie studierten“ beinahe ausschließlich in Werkstätten und probierten aus, was machbar und möglich ist“, sagte Koller. Der später weltberühmte Architekt Walter Gropius, der erste Direktor des Bauhauses war, stellte zudem Handwerker und Künstler gleich. Koller zitierte: „Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück! Denn es gibt keine 'Kunst von Beruf?. Es gibt keinen Wesensunterschied zwischen dem Künstler und dem Handwerker.“

Die Meisterprüfung in Zahlen

• 403 Meisterschüler in 19 Berufen, das entspricht einem Zuwachs von 3,72 Prozent

• 366 erfolgreiche Absolventen (Quote: 90,82Prozent)

• 51 Jungmeisterinnen und 315 Jungmeister

Die Berufsgruppen mit der größten Nachfrage sind das Ausbaugewerke, das Kraftfahrzeuggewerbe und Handwerke für den privaten Bedarf.