LICHTENFELS

Das Lichtenfelser Meraniabad weiterentwickeln

„Neugestaltung und Erweiterung des Meraniabades“ – Wie steht es denn eigentlich um unser Schwimmbad in Lichtenfels?“ Zur Diskussionsveranstaltung mit dem Blick auf die Weiterentwicklung des Merania-Bades konnte CSU Bürgermeisterkandidat Uwe Held Referenten, zahlreiche Vertreter der Kommunalpolitik und viele Gäste begrüßen.

Nachdem die Generalsanierung des Schwimmbades im Jahr 1999 inzwischen schon 20 Jahre zurückliegt, müssen dringend wieder grundsätzliche Dinge zum Betrieb und zu einer möglichen Weiterentwicklung diskutiert und entschieden werden, so Held. „Ist das Meraniabad noch attraktiv? Welche baulichen Themen und Trends haben die Schwimmbadlandschaft in den letzten beiden Jahrzehnten verändert? Sind die Energie- und Umweltstandards noch so gut, dass wir damit zufrieden sein können?“ Diese Fragen wurden diskutiert.

Grundpfeiler für die ganze Gesellschaft

Laut dem Bürgermeisterkandidaten würden die Lichtenfelser diese Fragen permanent selbst beantworten. „Im Sommer spüren wir das Fehlen einer gestalteten Außenfläche mit Bademöglichkeiten sehr. Die Freibäder in Redwitz und Zapfendorf müssen die Nachfrage von uns auffangen, anstatt dass wir selbst geeignete Antworten geben. Schwimmen ist und bleibt für mich ein Grundpfeiler für die ganze Gesellschaft. Neben dem sportlichen Aspekt geht es dabei auch um die Ausbildung, hin zu guten Schwimmern, um Sicherheitsthemen und Spaß. Lichtenfels hinkt da augenblicklich zu weit hinterher“, so Uwe Held.

Wer garantiert die Nachfrage?

Schwimmbäder würden immer viel Geld, kosten, daher sei eine hohe Nachfrage, das wichtigste Kriterium für jede Entscheidung. „Für mich steht eine Abkehr vom Schwimmbad in Lichtenfels außer Frage“, führt der Bürgermeisterkandidat Held weiter aus, „daher müssen wir es besser, moderner und attraktiver machen als es heute ist.“

Dies wurde auch von Hans-Josef Stich, Werkleiter der Obermaintherme Bad Staffelstein, betont. Eine fortwährende Qualitätsentwicklung im Bäderbetrieb sei notwendig, um auf Dauer immer am Ball zu bleiben. Zudem müsse man sich auf politischer Ebene einig sein, für die Bevölkerung ein attraktives Bad zu erhalten. Stich zeigte sich offen für eine Kooperation mit dem Schwimmbad in Lichtenfels, wenn sich ein sinnvolles Modell der Zusammenarbeit finden sollte. Nach seiner Meinung und Erfahrung sollte Lichtenfels im Schwimmbad deutlich mehr auf Events setzen.

Hans Fritzmann von der Dlrg hob ergänzend hervor, wie wichtig Bäder sind, um Kindern die Grundfähigkeiten im Schwimmen zu vermitteln. Zudem ist auch die Ausbildung der Rettungsschwimmer auf eine leistungsfähige Infrastruktur angewiesen. Die Zahl von 504 Ertrinkungstoten im Jahr 2018, davon überproportional viele in Bayern, sollte allen zu denken geben. Für die Schwimmausbildung der Jugend wäre ein an ein Lehrschwimmbecken angebundenes Freibad sehr interessant, um Situationen üben zu können, die bislang andernorts erlernt werden müssen.

Geändertes Kälteempfinden: Immer mehr Warmbader

Architekt Winfried Lebok führte aus, dass inzwischen die Bevölkerung aufgrund eines geänderten Kälteempfindens wärmere Temperaturen in Schwimmbädern bevorzugt. Zudem müsse sich die Politik der Frage stellen, wie neue Angebote zum Beispiel für jüngere Besucher eingeführt werden können. Diese bevorzugen andere Schwimmzeiten, aber auch neue Angebote wie eine Kletterwand, wie dies in Burghausen gelungen sei. Lebok betonte, dass für einen Industriestandort wie Lichtenfels ein Schwimmbad zur grundlegenden Infrastruktur zählt.

Ein erster Tropfen auf den heißen Stein

Im Rahmen der Veranstaltung kündigten die Jungen Bürger Lichtenfels an, als Sofortmaßnahme 100 Euro zu spenden, um für Kinder und Jugendliche Wasserspielgeräte zu beschaffen.

Viele Gäste brachten sich im Laufe der Diskussion mit eigenen Ideen ein. Dies zeigt, so Uwe Held: „Wir müssen uns um die Weiterentwicklung unseres Schwimmbads kümmern. Dies kann nur der Auftakt sein, um alle Lichtenfelser aufzurufen, was sie sich wünschen und dann zu sehen, was mit möglichen Fördermitteln und unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit machbar ist“.