LICHTENFELS

Diskussion um Tempolimit bei Lichtenfelser Bürgerversammlung

Schnellladestationen für Elektroautos in Lichtenfels wünscht sich Vera Angermüller. So könnte sie ihren Wagen während eines Einkaufs mit Energie für etwa 200 Kilometer Reichweite aufladen. Das wäre ein Anreiz für manchen Bürger, auf ein Elektroauto umzusteigen, meinte sie. Lebhafte Diskussionen gab es im Anschluss an die Bürgerversammlung am Montagabend in der Stadthalle an den Infoständen zu den sechs Handlungsschwerpunkten (von Bauen bis Mobilität) der Vision 2030 zu Lichtenfels.

Gut angenommen wurde das neue Angebot, neben dem Bericht von Bürgermeister Andreas Hügerich über die Stadtentwicklung und der Fragestunde gezielt darüber zu sprechen, wie Lichtenfels künftig aussehen könnte. Da kamen auch lokale Anliegen zu Wort wie eine Verlängerung des Fußwegs in Klosterlangheim in der Oberlangheimer Straße auf der nicht bebauten Seite bis zum Schafrangen und die Einrichtung eines Fußgängerüberwegs.

„Das ist wie am Hockenheimring.“
Konrad Reheuser, Anwohner

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer in der Gabelsberger Straße und dem Pabstenweg forderte Konrad Reheuser. „Das ist wie am Hockenheimring“, beklagte er, dass viele Autofahrer zu schnell fahren würden. Anwohner könnten oft nicht mal aus den Garagen fahren, Kinder auf dem Gehweg würden gefährdet. Eine Unterschriftensammlung der Anwohner sei ergebnislos geblieben. „Die meisten Fahrer halten sich an die zulässige Geschwindigkeit, wie Messungen ergeben haben“, beschied ihm Bürgermeister Andreas Hügerich. Bei einer Hauptverkehrsstraße könne das Tempo nicht beschränkt werden. Denkbar wäre die Aufstellung eines Tempomessgeräts, das den Autofahrern zeige, wie schnell sie fahren, griff er einen Kompromissvorschlag Reheusers auf.

Die Gefährdung von Radlern und Fußgängern durch Autos, die von den Stellplätzen unter der Brücke ausparken, bemängelte Reheuser außerdem. Über Raser auf dem Dr.-Hauptmann-Ring und in der Alten Coburger Straße beklagte sich auch Roland Schunk. Das Tempo-30-Schild sollte an den Straßenbeginn versetzt werden, regte er an.

Buswartehäuschen in der Mainau wird wieder aufgestellt

Das Buswartehäuschen in der Mainau soll Anfang nächsten Jahres wieder aufgestellt werden, teilte Hügerich auf Anfrage von Hans-Achim Weigel mit. Durch ein Genossenschaftsmodell in Selbstverwaltung könnte das ehemalige Altenheim in der Nordgauer Straße für günstige Wohnungen genutzt werden, regte Lothar Hornung an. Werde ein Investor mit der Nutzung beauftragt, verfolge der seine eigenen Zwecke und achte nicht unbedingt auf Sozialverträglichkeit. Auf die Notwendigkeit, die Vermögensverhältnisse der Maiacher Stiftung vor einer Entscheidung zu klären, verwies der Bürgermeister.

Bald weicheres Wasser in Buch am Forst

Im Blick auf die übrigen rund 200 städtischen Wohnungen empfehle sich eine Verwaltung durch eine Genossenschaft weniger, die Stadt könne das gleiche leisten. Und bei der geplanten Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofs sei es der Stadt gelungen, einen Investor zu finden, der dringend benötigte günstige Wohnungen errichten wolle, betonte Hügerich.

Die Probleme mit kalkhaltigem Wasser sollen für Buch am Forst nächstes Jahr mit dem Bau einer neuen Ringleitung behoben werden. Zuvor werde in einer Bürgerversammlung darüber informiert. Warum in Schney, das nach jahrzehntelangem Bezug von Fernwasser künftig mit Lichtenfelser Trinkwasser versorgt werden soll, darüber nicht zuvor informiert wurde, wollte Karlheinz Lausberg wissen. Der Beschluss sei 2012 vor seiner Amtszeit gefallen, bedauerte Hügerich.

Mit einem Appell an alle Bürger, ihre Gehwege zu säubern und Hecken zurückzuschneiden, reagierte der Bürgermeister auf die Kritik von Karl Müller, dass viele Gehsteige verwilderten. Seine Anregung, städtische Mitarbeiter sollten die Einhaltung der Kehrpflicht kontrollieren und Verstöße ansprechen, um somit den Einsatz der Kehrmaschine zu sparen, sei nicht zu verwirklichen.