LICHTENFELS

Investitionen in Bildung, Umwelt und Wirtschaft

Die Entwicklung von Lichtenfels auf der Grundlage der Vision 2030 stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung am Montagabend. „Als Gemeinschaft haben wir viel erreicht, aber wir dürfen uns nicht darauf ausruhen“, betonte Bürgermeister Andreas Hügerich. Entsprechend dem Team-Gedanken, der für die Stadtverwaltung ebenso gelte wie für die Gemeinschaft aller Bürger, stellten Mitarbeiter der Stadtverwaltung drei Schwerpunkte der Vision 2030 vor.

Ein Leuchtturmprojekt wird das Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien (FADZ), das gemeinsam mit der Hochschule Coburg und der Hofmann-Firmengruppe in der Kirschbaummühle eingerichtet werden soll. Es soll nicht nur heimischen Unternehmen den Zugang zu digitalen Zukunftstechnologien ermöglichen, sondern auch junge Menschen dafür begeistern, wie die Amtsleiter Steffen Hofmann und Sebastian Müller erläuterten. Ziel ist auch ein Studiengang für bis zu 120 Studenten. Nach einer Auftaktveranstaltung mit 150 Unternehmen ist die Gründung eines Fördervereins am 18. November um 18 Uhr im Stadtschloss geplant.

Den Strombedarf der Einrichtungen aus regenerativen Quellen decken

Ihren Beitrag zur Energiewende will die Stadt leisten, indem der Strombedarf ihrer Einrichtungen (5,5 Millionen Kilowattstunden) aus regenerativer Energie gedeckt wird, kündigte Bürgermeister Andreas Hügerich an. Rund 2,3 Millionen Euro sollen investiert werden (Freiflächen-Solarpark an der B 289 bei Kösten und Tiefenroth, Solar-Lärmschutzwall für das Baugebiet Reundorf und Solarzellen mit Speicher auf dem Parkdeck Oberes Tor). Außerdem sollen die Fahrzeuge des Bauhofs bis 2030 zu 50 Prozent mit alternativen Antrieben ausgestattet sein (bisher zwei Elektro- und ein Hybrid-Fahrzeug), wie Bauhofleiter Alois Neuhöfer erläuterte. Und mit der Umstellung von 1700 Straßenlaternen auf LED-Technik spare die Stadt Strom für rund 100 000 Euro jährlich ein.

Nachdem die Stadt in die Kindertagesstätte in der Reitschgasse und den Hort in Seubelsdorf investiert hat, sind ein neuer Kinderhort in der Kronacher Straße 21 und der Neubau der Grundschule Leuchsenthal in Roth (Kostenschätzung: fünf bis sechs Millionen Euro) geplant. Außerdem wurde bei einer Elternbefragung festgestellt, dass der Betreuungsbedarf besonders in den morgendlichen Randzeiten (ab 6.30 Uhr) hoch ist, wie Stadtkämmerer Dominik Föst erläuterte. Bei der Art der Betreuung wurde vor allem Waldpädagogik angeregt. Nach der Auswertung sollen erste Verbesserungen erfolgen.

Trotz der Investitionen in die Entwicklung der Stadt sei nicht nur der dritte Haushalt in Folge verabschiedet worden (Gesamtvolumen: 58 Millionen Euro, Vermögenshaushalt 16,8 Millionen Euro), sagte Bürgermeister Hügerich. Gleichzeitig würden auch Schulden abgebaut (eine Million Euro jährlicher Schuldendienst).

Als Erfolgsgeschichte bezeichnete der Bürgermeister die Förderprogramme mit zwölf Projekten im Stadtsanierungsprogramm (2,2 Millionen Euro) und fünf im Geschäftsflächenprogramm (300 000 Euro). Die Stadt gehe beim Umbau des Hauses Marktplatz 10 als Schlüssel zur Verbindung vom Marktplatz zum Stadtschloss mit gutem Beispiel voran. Eine Erfolgsgeschichte seien auch die 62 500 verkauften Lif-Cards: „Das sind 625 000 Euro Umsatz, die in Lichtenfels ausgegeben werden und nicht im Internet.“

Wegmarken für die künftige Entwicklung seien auch die Erschließung der Gewerbegebiete (Seubelsdorf, 3D-Campus, Lifocolor; An der Zeil, Werkzeug Hofmann) sowie der Wohngebiete in Reundorf (48 Bauplätze), Buch (sieben Parzellen) und Isling (neun Bauplätze, Ende 2020). Weitere Bauplätze sollen durch Nutzung von Grundstücken im Bestand bereitgestellt werden.