ALTENKUNSTADT/BURGKUNSTADT

Viele Wege, um Energie zu sparen

Der Architekt und Energieberater Matthias Huth aus Burgkunstadt ist aktuell dabei, ein altes Gebäude (Baujahr 1950) zu einem KFW 55 Haus zu sanieren und ließ die Besucher Einblicke in sein Vorhaben gewähren. Geplant sind der Einbau von dreifach verglasten Holzfenstern, eine Dach-, Fassaden- und Kellerdeckendämmung und eine Lüftungsanlage. Die Pelletsheizung ist schon eingebaut. Für ein KFW 55 Haus erhält man dann einen zinsgünstigen KFW-Kredit sowie Fördermittel.

Nahwärmenetz für drei Häuser

Großes Interesse bei den Besuchern fand auch die Hackschnitzelheizungsanlage mit 40 kW Leistung der Brüder Matthias und Stefan Schäfferlein in Mainklein, mit der sie über ein Nahwärmenetz nicht nur ihre beiden Neubauten, sondern auch noch ein aus den 1950er Jahren stammendes und zu einem KFW 55 Standard saniertes Haus CO2-neutral mit nachwachsenden Rohstoffen beheizen.

Die von der Inhaberin Elisabeth Weiß und Roland Groh im Main bei Maineck betriebene Wasserkraftanlage Heinkelmann war ebenfalls ein Anziehungspunkt. Die aus einer Getreidemühle entstandene Anlage erzeugt aktuell mit drei Francis-Turbinen mit einer Gesamtleistung von 130 kW ganzjährig umweltfreundlichen Strom, mit dem rund 200 Dreipersonenhaushalte versorgt werden können.

Nicht gebrauchter Strom wird ins Netz eingespeist

Auch Jochen und Doris Leikeim beteiligten sich am Aktionstag. In ihrer Biogasanlage bei Baiersdorf wird Biomasse aus tierischen Exkrementen (Gülle und Mist) sowie Energiepflanzen (Mais-, Getreide- und Grassilage) vergärt und das entstandene Methangas in vier Blockheizkraftwerken zur Stromerzeugung genutzt. Dabei wird nur dann Strom erzeugt, wenn dieser tatsächlich benötigt wird.

Beeindruckt waren die zahlreichen Besucher von der Solarstromspeicheranlage beim landwirtschaftlichen Betrieb von Rudi Steuer in Hainzendorf. Hier ist die Photovoltaikanlage mit 30 kWh Leistung mit einem Lithium-Batteriespeicher mit 90 kW Speicherleistung (9 IBC Solestore mit je 10 kW) kombiniert, der sicher stellt, dass nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht die gespeicherte Sonnenenergie für die Versorgung des landwirtschaftlichen Anwesens genutzt werden kann. Der nicht gebrauchte Solarstrom wird darüber hinaus ins öffentliche Netz eingespeist. Zudem kann das System bei Stromausfall eine eigenständige Stromversorgung aufrecht erhalten. Außerdem wird durch das gut ausgebaute Nahwärmenetz der Biogasanlage, an das der eigene Betrieb und zahlreiche Gebäude in Hainzendorf und im Nachbarort Kirchlein angeschlossen sind, nahezu die gesamte Wärme verwertet und dadurch fossile Energieträger eingespart.

Bei herrlichem Sonnenschein konnten sich die zahlreichen Bürger bei allen Besichtigungsobjekten viele Anregungen für eine effiziente und umweltbewusste Energienutzung holen. (thi)

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