LICHTENFELS

1400 Frauen und Männer im Landkreis Lichtenfels ohne Job

Die Schneyer Firma „Hofmann – Ihr Impulsgeber“ investiert in eine neue Fertigungshalle und sorgt damit für Arbeitsplätze im Landkreis. In diesem ging im September die Arbeitslosigkeit leicht zurück. Foto: Markus Drossel

Im Landkreis Lichtenfels waren zum Herbstanfang Ende des Monats September 1380 Menschen arbeitslos. Das gab die Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg in ihrem aktuellen Bericht bekannt.

Weiter heißt es im Bericht, dass mit dem jährlichen Beginn des Herbstaufschwungs damit die Zahl der Arbeitslosen seit August um 25 Menschen oder 1,8 Prozent zurückgegangen sei. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent).

Beim Arbeitgeberservice gingen aus dem Landkreis Lichtenfels im September 189 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsangebote ein. 931 Arbeitsplatzangebote sind aktuell gemeldet, 20 Prozent oder 233 Stellen weniger als vor einem Jahr.

Im ganzen Bezirk sind 10 364 Menschen ohne Stelle

Im gesamten Agenturbezirk Bamberg-Coburg ging die Zahl der Arbeitslosen um 411 Personen (minus 3,8 Prozent) zurück. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 491 (plus fünf Prozent) Arbeitslose mehr. Insgesamt waren 10 364 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich in den vergangenen vier Wochen um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 3,0 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 2,8 Prozent.

Im September verloren 1401 Menschen ihre Beschäftigung – somit sogar etwas weniger als vor einem Jahr (minus neun beziehungsweise 0,6 Prozent). Gleichzeitig fanden 1254 Personen eine neue berufliche Perspektive. Das waren 15 beziehungsweise 1,2 Prozent weniger als in 2018, allerdings 214 (plus 20,6 Prozent) mehr als noch im August 2019.

Mit Beginn des neuen Schul- und Ausbildungsjahres im September verringerte sich vor allem wieder die Jugendarbeitslosigkeit der Menschen unter 25 Jahre. Rund 60 Prozent des Rückgangs der Arbeitslosigkeit entfiel auf diese Altersgruppe. Seit Juli hatten sie sich zunehmend zum Schul- und Ausbildungsende zur Überbrückung arbeitslos gemeldet.

Junge Fachkräfte sehr begehrt

Ein wichtiger Arbeitgeber im Landkreis Lichtenfels ist die Weismainer Baufirma Dechant, die sich unter anderem für die E... Foto: red

247 junge Frauen und Männer haben laut Arbeitsmarktbericht die erste Sprosse auf der Leiter in ihre berufliche Zukunft bestiegen, indem sie in eine Ausbildung starten oder eine weiterführende Schule besuchen. Viele Firmen stellten junge begehrte Fachkräfte ein, die nach der Lehre von ihrem Ausbildungsbetrieb nicht direkt übernommen werden konnten. Allein im September verringerte sich die Jugendarbeitslosigkeit um 17 Prozent. Mit dem Beginn des Herbstsemesters an den Hochschulen im Oktober wird sie abermals sinken. Zum Monatswechsel lag der Anteil der Jugendlichen an allen Arbeitslosen bei 11,6 Prozent (Vorjahr 12,2 Prozent). Zum Stichtag waren 1207 Personen aus der Altersgruppe bis 25 Jahre arbeitslos gemeldet. Binnen Jahresfrist ist ihre Zahl nur geringfügig um drei arbeitslose Jugendliche (+ 0,2 Prozent) angestiegen.

Herausforderungen am Arbeitsmarkt werfen ihre Schatten voraus

„Der Arbeitsmarkt in unserer Region ist noch immer sehr aufnahmefähig für gut ausgebildete beziehungsweise lernbereite Arbeitskräfte. Das hat sich in den letzten beiden Monaten vor allem in Kronach gezeigt, wo durch eine Insolvenz der Zugang in die Arbeitslosigkeit enorm angestiegen ist. Ein großer Teil dieser Personen hat bereits wieder eine Anschlussbeschäftigung gefunden“, erklärte Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, die Situation am Arbeitsmarkt.

Weiter führte sie aus: „Andererseits sind wir von den Veränderungen der Automobilindustrie besonders betroffen. Nachrichten wie die Schließung des Michelinwerkes in Hallstadt mit zirka 850 Mitarbeitern Anfang 2021 zeigen, dass wir vor großen Herausforderungen stehen.“

Weniger Stellenangebote, dennoch eine Fülle an Perspektiven

Der Stellenpool im Bezirk ist mit 7394 Beschäftigungsangeboten in den vergangenen zwölf Monaten um 943 (minus 11,3 Prozent) geschrumpft. In den ersten drei Quartalen des Jahres vertrauten die Betriebe dem Arbeitgeber-service insgesamt 13 758 Vermittlungsaufträge an, 12,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Agentur verfügt über einen vielschichtigen Mix an Beschäftigungsperspektiven in ihrem Bestand. Das Gros des Personalbedarfs kommt aus den folgenden Berufsbereichen: 2703 Produktion, Fertigung; 1452 Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit; 838 kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus, 912 Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung sowie 738 Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik. (red)

 

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