LICHTENFELS

Forschungs-und Anwendungszentrum Lichtenfels vorgestellt

Forschungs-und Anwendungszentrum Lichtenfels vorgestellt
Wo Wissenschaft auf Wirtschaft, Politik und auch den einzelnen Bürger trifft: Die Initiatoren machten an diesem Abend klar, dass das FADZ ein Ort der Innovation für sämtliche Interessensgruppen sein soll. Foto: Marion Nikol
Forschungs-und Anwendungszentrum Lichtenfels vorgestellt
Die Initiatoren des FADZ sprühen vor Begeisterung und Enthusiasmus: (v. li.) Frank Herzog (Gründer Concept Laser), Ercol... Foto: Marion Nikol

Wenn von einem „Kick-Off“ die Rede ist, dann heißt das so viel wie „Es geht los“. Genau das trifft auf das Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien (Fadz) zu, deren Initiatoren zu einer Auftaktveranstaltung in die Stadthalle geladen hatten. Rund 150 Unternehmer aus ganz Oberfranken konnten sich ein konkretes Bild des Großprojekts machen, für das Stadt und Landkreis Lichtenfels, die Hochschule Coburg und der Lichtenfelser Unternehmer Frank Herzog verantwortlich zeichnen.

Forschungs-und Anwendungszentrum Lichtenfels vorgestellt
Über 150 Unternehmerinnen und Unternehmer aus ganz Oberfranken waren am Donnerstag der Einladung zum Kick-Off des FADZ i... Foto: Marion Nikol

Dass das Fadz enorme Chancen für die Region bereithält, wurde sowohl von Landrat Christian Meißner und Bürgermeister Andreas Hügerich als auch von der Vizepräsidentin der Hochschule Coburg, Dr. Jutta Michel, in ihren Begrüßungsreden zum Ausdruck gebracht: „Oberfranken steht für wirtschaftliche Stärke und Innovation. Das müssen und können wir mit dem Fadz noch viel stärker nach außen tragen“, so Dr. Jutta Michel.

Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz ist äußerst optimistisch

Auch die Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz äußerte sich enthusiastisch: „Man kann in Lichtenfels spüren, dass das Projekt ein positiver Schub für die Region sein wird, weil damit so viele Interessensgruppen aus der Wirtschaft, Politik und Wissenschaft angesprochen und eingebunden werden.“

„Oberfranken steht für wirtschaftliche Stärke und Innovation. Das müssen und können wir mit dem Fadz noch viel stärker nach außen tragen.“
Dr. Jutta Michel, Vizepräsidentin der Hochschule Coburg
Forschungs-und Anwendungszentrum Lichtenfels vorgestellt
Ein 3D-gedrucktes Modell veranschaulicht, wie die „Heimat“ des FADZ in vier Jahren aussehen könnte. Foto: Marion Nikol

Der Schwerpunkt des Fadz wird zunächst auf so genannten additiven Fertigungsverfahren liegen. Gemeint ist damit der 3D-Druck, der bereits heute in unzähligen Branchen seine Stärken ausspielt und enorme Gewichts-, Material- und Kosteneinsparungen ermöglicht. Dies veranschaulichten Frank Herzog, Gründer von Concept Laser, und Professor Markus Stark vom Institut für Prototypen und Modelltechnik der Hochschule Coburg im Rahmen von Impulsvorträgen: Ob Schädelimplantate, Bauteile für Flugzeuge und Fahrräder oder sogar Schmuck – die Anwendungsfelder der Fertigungstechnologie sind vielfältig und das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Deshalb gelt es nun, junge Menschen für diese Art von Zukunftsthemen zu begeistern, einen Anschub für Innovation zu geben und sich damit auch gegen den Wettbewerb aus Fernost zu wappnen.

Das Fadz soll ein Ort der Innovation für alle werden

Besonders betont wurde an diesem Abend von allen Mitstreitern, dass das Fadz ein Ort der Innovation für alle sein soll – vom Schüler bis zum Spitzenforscher, vom kleinen Handwerkbetrieb bis hin zum großen Industriekonzern.

Entsprechend differenziert ist deshalb auch das Angebotsspektrum aufgebaut, welches Forschungsmöglichkeiten für regionale Unternehmen ebenso beinhaltet wie Technologieberatung oder Weiterbildungskurse für Facharbeiter. Im sogenannten Fadz LAB wiederum, einer offenen Kreativwerkstatt, sollen Schüler und Privatpersonen die Möglichkeit erhalten, zu bauen, probieren, tüfteln und basteln.

In der Kirschbaummühle in der Coburger Straße

Als räumliche Heimat für das Fadz soll bekanntlich die Kirschbaummühle in der Coburger Straße dienen. Wie Bürgermeister Andreas Hügerich betonte, „entsteht damit im Herzen von Lichtenfels ein Ort des Austauschs, der optimal erreichbar ist und Leben in die Stadt bringt.“

Der Planungsprozess für die Sanierung des Gebäudes, welches von der Stadt bereits käuflich erworben wurde, befindet sich bereits in vollem Gange und spiegelt den innovativen Charakter des Forschungszentrums wider: Als Inspiration und Anregung für Planungs- und Umbaumaßnahmen haben Architekturstudenten der Hochschule Coburg bereits mögliche Raum- und Nutzungskonzepte für die Kirschbaummühle ausgearbeitet, die an diesem Abend anhand von 3D-gedruckten Modellen vorstellt wurden.

Räume sollen in vier Jahren bezugsfertig sein

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Der Lichtenfelser Unternehmer und Gründer von Concept Laser, Frank Herzog, brachte den Gästen mit einem Impulsvortrag da... Foto: Marion Nikol

Auch wenn die Räume in Lichtenfels erst in vier Jahren bezugsfertig sein werden, heißt das noch lange nicht, dass das Projekt bis dahin ruht. Ganz im Gegenteil: Am Meranier Gymnasium werden schon jetzt 3D-Kunststoffdrucker genutzt und in die Lehrinhalte integriert. 2020 wird es zudem erste Angebote des Fadz am Institut für Prototypen- und Modelltechnik (IPM) der Hochschule Coburg geben, bis das Forschungs- und Anwendungszentrum im Jahr 2023 in Betrieb gehen und neben dem 3D-Druck um weitere digitale Zukunftstechnologien ergänzt wird. Auch Studenten wird es dann nach Lichtenfels locken, die am Fadz gemeinsam mit Unternehmen Projektarbeiten im Zuge des Masterstudiengangs „Additive Fertigung und Leichtbau“ durchführen sollen.

Rund eine Million Euro jährlich für den laufenden Betrieb

Natürlich ist nicht nur das Potenzial des Forschungszentrums groß, sondern auch der finanzielle Bedarf. Dazu zählen einmalige Kosten von rund 8,5 Millionen Euro für den Grundstückserwerb, den Kauf und die Renovierung der Immobilie und die Erstausstattung der benötigten Labore. Darüber hinaus rechne man mit knapp einer Million jährliche Kosten für den laufenden Betrieb und für Hochschulaktivitäten.

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Prof. Dr. Markus Stark von der Hochschule Coburg zeigte auf, wie beim „Bionischen Design“ die Natur als Vorbild für Stru... Foto: Marion Nikol

Als mögliche Förder- und Finanzpartner sollten sich im Rahmen der Kick-Off-Veranstaltung deshalb auch die Unternehmer aus der Region angesprochen fühlen, die das Fadz im Rahmen eines Fördervereins unterstützen und damit nachhaltig zur wirtschaftlichen Entwicklung der eigenen Heimat beitragen könnten.

 

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