LICHTENFELS

Ein Rundgang durch die Lichtenfelser Kirschbaummühle

Mainmühle, Kirschbaummühle, Hanitzschmühle: Im Laufe der Jahrhunderte hatte die Mühle in der Coburger Straße 43 in Lichtenfels viele Namen. Foto: Markus Drossel
Rund 2300 Quadratmeter Nutzfläche auf mehreren Etagen stehen in der Kirschbaummühle zur Verfügung. Foto: Markus Drossel

Die Kirschbaummühle, in die mittelfristig das „Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Technologien“ einziehen soll, hat eine lange Geschichte.

Laut Stadtarchivarin Christine Wittenbauer werden 1348 drei Mühlen in Lichtenfels erwähnt. Auch wenn die Namen nicht genannt werden, so waren dies wohl die Obermühle, die Wöhrdmühle und auch die Kirschbaumühle, die 1432 in einem Forstprotokollbuch noch „Mainmühle“ genannt und als Sägmühle bezeichnet wurde. Sie war im bischöflichen Besitz.

Die wuchtige Holzdecke im einstigen Dienstzimmer des Müllers. Foto: Markus Drossel

Zwei Mühlbäche gab es einst in Lichtenfels. Der innere floß nahe am unteren Stadtkern und ist seit der Erweiterung des Bahnkörpers in den 1930-er-Jahren verrohrt.

Im Marktgräflerkrieg, genauer gesagt wohl in der ersten Hälfte des Jahres 1553, wurde die Mainmühle/Kirschbaummühle niedergebrannt. Die gesamte Vorstadt samt Spital wurde ein Raub der Flammen. Nur eine Zahlung von 18000 Gulden verhinderte, dass auch die innere Stadt angezündet wurde. Bereits zwei Jahre später wurde die Mühle wieder aufgebaut.

Ein einsamer Tapetenfetzen an der sonst so kargen Wand. Foto: Markus Drossel

Über die Mühle gibt es sogar eine Sage, die aus dem Jahr 1608 überliefert ist. Im Sommer 1605 soll sich die schwangere Müllersgattin in ihrem Garten am Fuße des Herbergs beim Anblick einer Schlange derart erschrocken haben, dass das neugeborene Töchterlein, als es zur Welt kam, eine gespaltene Schlangenzunge hatte. Durch Fürsprache der vierzehn Nothelfer zu Frankental wurde das Unglück aber wieder behoben.

Das Ziergitter an der Eingangstüre. Foto: Markus Drossel

Im Jahr 1880 ließ die Familie Kirschbaum das Mühlengebäude in der heutigen Form erbauen. Unter Johann Michael Kirschbaum wurde 1910 mit Unterstützung der Nordfränkischen Überlandzentrale ein Wasserkraftwerk mit zwei Kaplanturbinen errichtet. 1932 war ein Wendepunkt in der Geschichte der Mühle: Der mächtige Getreidereinigungsturm entstand. 1950 war es die Familie Hanitzsch, die nach einem Brand die Mühle umbaute und erweiterte. Der Betrieb wurde 1954 eingestellt.

Lichtenfels‘ Stadtbaumeister Gerhard Pülz (Mi.) zeigt Gästen die Räume. Foto: Markus Drossel
Fotografisch interessant: der Blick in oben hinunter in das Treppenhaus. Foto: Markus Drossel
Die Technik des Mobilfunkmasts im Dachgeschoss des Turms. Foto: Markus Drossel
Wie eine Zeitreise: Die Blümchentapete scheint wie frisch aufgebracht. Foto: Markus Drossel
In Erinnerung an ein wichtiges Jahr in der Mühlengeschichte. Foto: Markus Drossel
Die Lichtschalter haben nostalgischen Charme. Foto: Markus Drossel
Mit solchen Gewichten wurden die Bodenklappen am Zufallen gehindert. Foto: Markus Drossel
Zeitweise wurden die Räume als Möbelausstellung genutzt. Foto: Markus Drossel
Stadtbildprägend: der Turm der Kirschbaummühle in der Coburger Straße. Foto: Markus Drossel
Nietenoptik in einem der großen Räume. Foto: Markus Drossel
Hat schon bessere Zeiten gesehen: der Heizkörper im Treppenhaus Foto: Markus Drossel
 

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