LICHTENFELS/BURGKUNSTADT

„Franken wird in Bayern vernachlässigt“

Kandidat: „Wir sind speziell für Franken tätig und möchten uns für die fränkischen Interessen einsetzen“: Kandidat Helmut Lärtz mit seiner Frau Helga in seinem Garten in Burgkunstadt. Foto: Ina Schnetzer

Besonders am Herzen liegt dem 70-jährigen Helmut Lärtz das Frankenland. Deshalb engagiert sich der Burgkunstadter in der Partei für Franken – DIE FRANKEN. Am 15. September möchte er in den Landtag gewählt werden und Franken in den nächsten fünf Jahren in der Landespolitik vertreten, denn „Franken wird insgesamt in der Landespolitik vernachlässigt und deshalb wollen wir etwas für Franken tun“, erklärte Lärtz im Gespräch mit unserer Zeitung.

Lärtz kritisiert vor allem, dass in München gar nicht an Franken gedacht werde: „In München kommen sie zum Beispiel gar nicht erst auf die Idee, Veranstaltungen, wie die Winterolympiade, in Oberfranken zu machen, obwohl hier die richtigen Voraussetzungen da sind.“ Außerdem werde in Franken weniger investiert, zum Beispiel sollte die Landespolitik nach Ansicht von Lärtz den Nürnberger Flughafen stärken, anstatt den Bau einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen zu unterstützen. Mit seiner ersten Initiative im Landtag würde er fordern, dass mehr Gelder nach Franken fließen. In der Region Kronach-Lichtenfels fehlen laut Lärtz vor allem Arbeitsplätze: „Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben und geschaffen werden, denn die jungen Leute wandern ab, weil sie hier keine Arbeit finden“, erläuterte der Landtagskandidat.

„Unsere Ortschaften bluten aus.“
Helmut Lärtz zur Situation in der Region

Gefährdet sieht er auch die Nahversorgung in kleinen Ortschaften: „Unsere Ortschaften bluten aus. Die Supermärkte, Bäcker, Metzger und Gastwirtschaften machen zu. Die Leute können in ihrem Ort nichts mehr einkaufen.“ Um neue Firmen aufzubauen, müsse man Gründungszentren für mittelständische Firmen schaffen. Außerdem fordert Lärtz Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur: „Die B 173 sollte mindestens dreispurig ausgebaut werden und der ICE sollte weiterhin in Lichtenfels halten.“ Um den ICE-Halt in Lichtenfels zu erhalten, müsse man politische Zeichen setzen und der Deutschen Bahn verdeutlichen, wie wichtig der ICE-Halt in Lichtenfels für die Menschen in der Region sei. Die Reformen des bayerischen Schulsystems hin zu Mittelschule und dem achtjährigen Gymnasium waren laut Lärtz ein Fehler: „Das Bayerische Schulsystem war gut. Wir hatten ein Leistungssystem und das hätte erhalten bleiben sollen.“ An den Mittelschulen bemängelt er vor allem, dass „die Klassen zu sehr auf die schlechten Schüler abgestimmt sind und die Guten auf der Strecke bleiben.“ Am achtjährigen Gymnasium kritisiert er, dass mehr Druck auf die Schüler entstanden sei und es in dem engen Lehrplan nicht die Möglichkeit gebe, weitere Fächer, wie Kommunikationstechnik und juristische Grundlagen aufzunehmen, die im heutigen Berufsleben wichtig wären.

Die Energiepolitik ist nach Lärtz Ansicht derzeit von der Lobby der großen Energieversorgungsunternehmen gesteuert. Der selbstständige Ingenieur mit eigenem Büro für Energiekonzepte plädiert für eine dezentrale Energieversorgung, vor allem im Wohnbereich: „Wir brauchen mehr Photovoltaik und kleine Blockheizkraftwerke in den Wohnblocks“, so der Landtagskandidat. Bis 2022 könne die Energieversorgung sowohl im privaten als auch im industriellen Bereich vollständig aus einem Mix aus Erneuerbaren Energien erfolgen. Die Partei für Franken tritt 2013 zum ersten Mal bei der Landtagswahl an. „Wir hoffen, dass wir in den Bereichen, in denen wir aufgestellt sind, etwa acht Prozent erreichen“, erklärte Lärtz.

Kandidatenporträts im OT

Unsere Zeitung startet heute mit der Vorstellung der Kandidaten für die Landtags- und Bundestagswahl am 15. beziehungsweise 22. September. Es folgen ab heute insgesamt 18 Porträts, die jeweils immer an der gleichen Stelle, also auf dieser Seite 6 veröffentlicht werden sollen.

Zur Person

Helmut Lärtz kandidiert für die Partei für Franken – DIE FRANKEN, Alter: 70,

Geburtsort: Bayreuth, Familienstand: verheiratet, zwei Kinder, Wohnort: Burgkunstadt, Beruf: Wirtschaftsingenieur, Energieberater, Hobby: Schach, Lieblingsmusik: Oper, Lieblingsbücher: Sachbücher über Energie und die Energiewende.

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