LICHTENFELS

Austraße Lichtenfels: Jetzt werden Piktogramme überparkt

Was nützen die schönsten Piktogramme, wenn Sie von Autofahrern überparkt werden? Foto: Markus Drossel

Seit 1968 wohnt Adelbert Höfer in der Lichtenfelser Austraße. Seit Jahren ärgert er sich nicht nur über den zunehmenden Verkehr, sondern vor allem über die Geschwindigkeiten, die dort gefahren werden. An die 30 Stundenkilometer würden sich nur wenige halten.

„Ich habe ja schon so oft in der Stadt diesbezüglich vorgesprochen“, erzählt er am OT-Lesertelefon. „Am 27. November habe ich einen Brief geschrieben, aber nie eine Antwort bekommen. Nun war ich zuletzt vor drei Wochen im Rathaus.“ Und vor 14 Tagen bei der Polizei, mit der Bitte, einen „Blitzer“ aufzustellen.

Die Anregung, die Austraße zur Einbahnstraße zu erklären, sei schon vor längerem abgelehnt worden, weil das den Verkehr nur in die Wiesenstraße verlagern würde. „Mir kommt es bald so vor, als ob Autoverkehr wichtiger ist als Ruhe der Anwohner.“

Verdeckte Messung vorgenommen

„Im vergangenen Jahr wurde in dem Bereich eine verdeckte Geschwindigkeitsmessung vorgenommen“, antwortet Sebastian Müller, Pressesprecher der Stadt Lichtenfels. „Dabei wurden keine deutlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt.“ Dessen ungeachtet würden in der Austraße auf der Fahrbahn noch Kennzeichnungen angebracht, die auf die Tempo-30-Zone hinweisen.

Anwohner beklagen, dass in der Austraße in Lichtenfels oft deutlich schneller gefahren wird als 30 Stundenkilometer. Foto: Markus Drossel

Diese Piktogramme auf der Aspaltschicht gibt es nun seit einigen Tagen. Darüber freut sich auch Paul Doppel, der Nachbar von „Bertl“ Höfer. „Sie können aber nur ein erster Schritt sein“, fordert auch er. „Noch immer wird hier viel zu schnell gefahren.“ So schnell, dass Doppel oft Angst um seine zahlreichen Enkel hat, wenn diese zu Besuch sind.

„Mir kommt es bald so vor, als ob Autoverkehr wichtiger ist als die Ruhe der Anwohner.“
Adelbert Höfer aus der Lichtenfelser Austraße

„Am Ende der Straße geht es im 90-Grad-Winkel um die Ecke. Wir Alteingesessenen wissen es, wir tasten uns teils im Schritttempo an diesen Bereich heran. Andere wiederum preschen mit hoher Geschwindigkeit voran. Ein Wunder, dass es da noch nicht gekracht hat.“

In beschriebenem 90-Grad-Winkel befindet sich auch der Spielplatz. „Nicht auszudenken, wenn hier ein Kind angefahren wird“, sagt Doppel.

 

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