KRONACH

„Die Festung rockt“: Vorverkauf läuft auf Rekordkurs

Das Interesse am Open Air „Die Festung rockt“ ist wieder riesengroß. Foto: Stephan Stöckel

Pogo tanzen zu gereimten Sprüchen? Geht nicht? Geht doch! In der Rapszene galt schon immer das ungeschriebene Gesetz, das mehr geht als nur lässig zu gucken, die Arme in die Höhe zu werfen und im Takt zu wippen. Bands, wie „Fettes Brot“, KIZ“ oder die „Antilopen Gang“ haben Haltung und soziales Rückgrat. Das macht sie auch bei Rockern und Punks beliebt. Und das ist der Grund, weshalb mit der „Antilopen Gang“ zum ersten Mal auf der Festung nicht nur gerockt, sondern auch gereimt werden darf.

Beim Jugend- und Kulturtreff „Struwwelpeter“, der am Samstag, 25. Mai, zum zwölften Mal das Open Air „Die Festung rockt“ ausrichtet, hatte man keine Berührungsängste. Ganz im Gegenteil, wie der Leiter der Einrichtung, Samuel Rauch aus Lichtenfels, betont: „Im Unterschied zu anderen Hip-Hop-Künstlern tritt die Gruppe mit einer Live-Band auf. Das klingt eher nach sattem Punk mit coolen Reimen, der wie die Faust aufs Auge zu unserem Festival passt.“ Der Erfolg scheint dem Veranstalter Recht zu geben: Der Vorverkauf hat laut Rauch so früh wie noch nie die 1000er-Marke geknackt. Wer noch Karten will, der muss sich sputen.

„Im Unterschied zu anderen Hip-Hop-Künstlern tritt die Gruppe mit einer Live-Band auf. Das klingt nach sattem Punk mit coolen Reimen.“
Samuel Reich, Veranstalter

Die „Antilopen Gang“ ist beim Label der „Toten Hosen“, JKP, unter Vertrag und hat schon mit Punkgrößen wie Campino von den „Toten Hosen“, Bela B. von den „Ärzten“ oder Monchi von „Feine Sahne Fischfilet“ zusammengearbeitet. Mit „Koljah“ (Kolja Podkowik), „Panik Panzer“ Tobias Pongratz und „Danger Dan“ (Daniel Pongratz) von der „Antilopen Gang“ spielt die Band auf der Festung Rosenberg in Kronach, die mit ihrem Album „Anarchie & Alltag“ den Chartsgipfel erklommen hat.

Erfüllt das den Veranstalter mit Stolz? Samuel Rauch reicht das Kompliment weiter an die Rap-Punker: „Es sollte die Gruppe mit Stolz erfüllen, die mit ihrem geistreichen Sound den Nerv vieler Musikfans trifft.“ Bereits mehrere Bands mit Top-Ten-Alben im Gepäck, wie „Jennifer Rostock“, „Feine Sahne Fischfilet“ oder „Sondaschule“, haben die Festung gerockt. Für Rauch ist es daher keine neue Erfahrung, in dieser Liga zu spielen. „Andererseits ist es auch schön, solche Bands für ,Die Festung rockt‘ gewinnen zu können“, stellt er fest. Das zeige, welch' hohen Stellenwert das Open Air in der deutschen Konzertlandschaft inzwischen genieße.

BDKJ sorgt für zweite Bühne

Alles neu macht der Mai, lautet ein Sprichwort. Am 25. Mai rocken erstmals auf einer zweiten Bühne drei Bands. Geplant war das ursprünglich nicht. Kollege Zufall kam den Veranstaltern zu Hilfe. „Ein Mitarbeiter vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Hof fragte uns, ob sie uns nicht ihren Bus mit kompletter Soundanlage und Bühne für das Konzert zur Verfügung stellen dürften“, erzählt Rauch. So habe man der Kulmbach-Lichtenfelser Rockgruppe „Perlaine“ die Chance geben können, auf dem Festival mitzuspielen. Zudem werden „The Detectors“ und „Holly Would Surrender“ auf der Nebenbühne rocken.

Insgesamt zwölf Bands auf zwei Bühnen werden am 25. Mai ab 12.30 Uhr im äußeren Wallgraben der Burg dem Publikum einheizen. Erwartet werden wieder 2600 Besucher. Stößt das Festival nicht langsam an seine Grenzen? „Ja. Die maximale Auslastung ist erreicht“, räumt Rauch ein. Schlimm findet er das nicht. Schließlich werde die Freiluftveranstaltung von einem kleinen Jugendzentrum als kulturpädagogisches Projekt betrieben, bei dem über 100 Jugendliche und junge Erwachsene mithelfen.

Maximale Auslastung erreicht

Der Festivalleiter verhehlt nicht, dass die Idee eines zweitägigen Festivals schon von vielen Seiten an ihn herangetragen worden sei. Für einen weiteren Tag bräuchte es eine Camping-Lösung, die derzeit nicht in Sicht sei. „Aber warum auch?“, fragt sich Rauch. „Wir haben den Eindruck, den Besuchern gefällt das Open Air, so wie es derzeit ist.“

Wer spielt und wo gibt es Karten?

Hauptbühne: „Antilopen Gang“ (Rappunk/Aachen und Düsseldorf), „Zebrahead“ (Punkrock/Kalifornien), „Emil Bulls“ (Alternative Metal/München), „Days N Daze“ (Folkpunk/Houston Texas), „Ivan Ivanovich & The Kreml Krauts“ (Speedpolka/Trier), „NH3“ (Ska/Pesaro in Italien), „The Riot Robots“ (Punk/Kronach), Panzertape (Punk/Coburg) und „Roadkill BBQ“ (Metal/Lehesten in Thüringen).

Nebenbühne: „The Detectors“ (Punk/Kiel), „Holly Would Surrender“ (Pop-Punk/Hamburg) und „Perlaine“ (Alternative Rock/Kulmbach und Lichtenfels).

Tickets sind über die Internetseite erhältlich. Dort sind auch die lokalen Vorverkaufsstellen aufgelistet. Zudem finden sich weitere Infos rund um das Festival.

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