LICHTENFELS

Seefest der Wasserwacht: Mit „Blind Date“ und Fackelschein

Immer wieder ein gelungener Hingucker: das Feuerwerk, das von Fackelschwimmern begleitet wird. Foto: Markus Haeggberg

Wer ein paar Jahre mit dem Besuch ausgesetzt hätte, der würde das Seefest der Lichtenfelser Wasserwacht schon beinahe nicht mehr wiedererkennen. Das Fest ist zu einem kleinen Superlativ geworden, allerdings hat es sich dabei seine Gemütlichkeit bewahrt.

Ein Dutzend Sonnenschirme, zwei große Zelte, Bierbankgarnituren, auf der Wiese parkende Autos und zwei Kolonnen gleichfalls zum Parken abgestellter Fahrräder und davor liegt ein idyllischer See. So das Drumherum zum Fest am vergangenen Samstag. Am See muss man keine Vorkehrungen treffen, nimmt man mal das in seiner Mitte zu installierende Feuerwerk und die Bengalischen Feuer aus. Beim Rest aber bedarf es Genehmigungen, Zeitpläne und viel Engagement der Wasserwachtmitglieder. Denn das alles will auf- und abgebaut werden, man braucht Personal für die Kuchentheke, den Bierausschank und was noch alles.

Hippie-Hymnen

Und anderntags müssen viele Wasserwachtler wiederkommen, um den Abbau in die Hand zu nehmen. Schon ab Mitte März muss man sich „vortasten, ob die Helfer dazu vorhanden sind“, erklärt Michael Faber, Vorsitzender der Wasserwacht-Ortsgruppe. Doch das alles interessierte die Besucher am Samstagabend wohl kaum. Viel zu gesellig und wohlig gelang, wohin man von Unter- und Oberwallenstadt aus hinzustoßen konnte. Die Band „Blind Date“ spielte und für eine Weile mochte man sich gar im „Summer of Love“ beheimatet fühlen, denn zu jeder Menge Hippie-Hymnen tanzten Besucher oder ließen sich auch auf Decken nieder. Bisweilen vermittelte sich das Gefühl, dass auch die Menschen am Ufer des Sees noch zu dem Geschehen des 60 Meter hinter ihrem Rücken liegenden Ereignisses gehörten. Dort spielte sich der Trubel nach Einbruch der Dunkelheit unter stimmungsvoller Beleuchtung ab.

Höhepunkt war einmal mehr das Feuerwerk, das von einer Art Ponton auf der Mitte des Sees in die dunkle Nacht hinein gezündet wurde. Zuvor und währenddessen ereignete sich das Fackelschwimmen, bei dem Mitglieder der Wasserwacht einer Choreografie folgend, sich mit Fackeln durch den See schwammen, um ihm an einer Stelle gemeinsam zu entsteigen.

Dazu war das Ufer gesäumt mit Publikum, das die Vorführung sichtlich genoss und reichlich Beifall spenden sollte. Noch weit in die Nacht hinein - dann schon längst ohne Live-Musik - währte das Fest. Eines, zu dem Faber am Sonntagvormittag gerne Resümee zog. Der Mann wirkte müde unter seinem Strohhut, aber lächelte doch bisweilen versonnen, wenn er an den Trubel der vergangenen Nacht dachte.

Jede Menge Helfer

Hinter ihm fanden schon die Aufräumarbeiten statt. 40 Wasserwachtmitglieder halfen gestern durch die Feier, 20 sollten an diesem Morgen beim Aufräumen helfen. Sogar mit Hilfe eines Radladers. Das Fest, das seit 1951 besteht, hat durch das Mitgliederengagement jede Menge Charme behalten.

Ein Klassiker des Seefestes ist das große Lagerfeuer. Foto: Markus Haeggberg

Schlagworte