LICHTENFELS

Marktplatz 2: Jury will intensiven Dialog mit Bürgern

„Unter Weiden“: So hat Architekt Peter Haimerl seinen Entwurf für das Grundstück Marktplatz 2 genannt. Foto: Grafik/R+G Beteiligungs Gmbh

Wenn wir nach den Reaktionen auf die gedruckten und digitalen Veröffentlichungen im OT gehen, dann ist die Entscheidung für die neue Bebauung Marktplatz 2 in Lichtenfels wie eine „Bombe“ eingeschlagen. Selten haben so viele Menschen eine Veröffentlichung unseres Medienhauses kommentiert, in diesem Falle die Entscheidung der Jury für den Entwurf des Münchner Architekten Peter Haimerl.

Die Jury hat in Ihrer Bewertung des Siegerentwurfs nicht nur höchstes Lob für den Architektenentwurf zum Ausdruck gebracht. Sie hat den Verantwortlichen vor Ort dringend ans Herz gelegt, „konzeptionell eine intensive Kommunikation mit den Bürgern zu suchen. Die Vermittlung der Arbeit an die Stadtbevölkerung sei ein ,Teil des Prozesses‘“, so die Jury wörtlich.

In ihrer Beurteilung des Entwurfs von Peter Haimerl meint die Jury weiter, „die klare und suchend nach vorne schauende architektonische Aussage definiert diesen Ort (Marktplatz 2, Anm. d. Red.) neu.“ Und weiter: Durch die zu erwartende Ausführung vor Ort werden „überraschend neue Räume und zukunftsweisende Angebote für die Informations- und Kommunikationsformen innerhalb des Stadtgefüges angeboten.“ So einhellig das Lob der Jury ist, so geteilt sind die bisherigen Meinungen über den Haimerl-Entwurf in der Öffentlichkeit. Es gibt sogar schroff ablehnende Kommentare, die meinen, dies passe überhaupt nicht ins Altstadtensemble von Lichtenfels. Andere wiederum verweisen darauf, das Projekt zunächst auf sich wirken zu lassen und dann erst Bewertungen zu geben.

Rita von Frantzky, die im Auftrag der Stadt für die Stadtsanierung seit Jahren schon begleitet, sagte bei der Präsentation, dass es sich bei dem Vorschlag nicht um ein Gebäude im herkömmlichen Sinne handelt.

Frantzky: Eine Bauskulptur

Bei genauerem Hinschauen werde zwar eine imaginäre Gebäudehülle erkennbar. So passe sich das Edelstahl-Geflecht in seiner spitz zulaufenden Form an der Spitze an die Dachzeile der anschließenden Gebäude an. Im Grunde gehe es um eine Bauskulptur, so Frantzky.

Was halten Sie davon? Unsere Redaktion würde sich über weitere Reaktionen per E-Mail an redaktion@obermain.de freuen. Stichwort: Flechtwerkbau Marktplatz 2.

Das jetzige Haus Marktplatz 2: Es wird abgerissen, weil eine Sanierung des maroden Gebäudes unwirtschaftlich ist. Foto: R+G Beteiligungs GmbH
Standpunkt: Kein Selbstzweck
Roger Martin.

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