LICHTENFELS

Spatenstich für 3-D-Campus

Symbolischer Spatenstich für den über 100 Millionen Euro teuren 3-D-Campus in Lichtenfels-Seubelsdorf (v.li.): Erster Bürgermeister Andreas Hügerich, Dr. Wolfgang Dierker, GE Deutschland, Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, Concept-Laser-Gründer und Vorsitzender Geschäftsführer F... Foto: Roger Martin

Mit dem symbolischen Spatenstich im Gewerbegebiet Lichtenfels-Seubelsdorf nahe der A 73 ist am Donnerstag der Bau des neuen 3-D-Campus des heimischen Technologie-Unternehmens Concept Laser und seines Mutterkonzerns „General Electrics“ (GE) offiziell gestartet worden. Seit mehreren Wochen schon laufen Bauarbeiten auf dem rund 40 000 Quadratmeter großen künftigen neuen Standort der GE-Tochter, die momentan noch im Schneyer Gewerbegebiet „An der Zeil“ zuhause ist. GE investiert insgesamt 115 Millionen Euro in das Projekt. Am 1. Januar 2019 soll die Produktion von 3D-Metalldruckmaschinen in Seubelsdorf beginnen. Das Verwaltungsgebäude soll Mitte 2019 bezugsfertig sein.

GE: Lichtenfels als Zentrum

Für den milliardenschweren US-Konzern GE, der kräftig in die 3-D-Technologe investiert, wird Lichtenfels künftig Zentrum der so genannten „additiven Fertigung“ sein. Dies betonte Dr. Wolfgang Dierker von GE Deutschland anlässlich des Spatenstichs. GE sei stolz auf seine junge Tochter in Lichtenfels. Additive Fertigung bezeichnet einen Prozess, bei dem auf der Basis von digitalen 3D-Konstruktionsdaten durch das Ablagern von Material schichtweise ein Bauteil aufgebaut wird.

Dass der 30. November 2017 ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der Stadt ist und sein wird, machte alleine schon die Dimension des Bauprojekts deutlich. 480 Bohrpfähle werden in den Boden gerammt, 420 Meter misst die Gebäudelänge und bis zu 22 Meter die Höhe des futuristischen Baus, 40 000 Quadratmeter groß ist dessen Gebäudefläche, die Dachfläche ist so groß wie drei Fußballfelder, 13 900 Quadratmeter umfasst alleine das Fassadenglas. Der Rauminhalt übertreffe den des Bundeskanzleramtes in Berlin, in das das Weiße Haus in Washington acht Mal hineinpasse, hieß es bei der Vorstellung des Gebäudes.

Die Erfolgsgeschichte

Concept-Laser-Gründer Frank Herzog erinnerte in berührenden Worten an die noch junge Geschichte des heutigen Weltmarktführers Concept Laser GmbH, die im Jahre 2000 gegründet wurde. Er dankte wiederholt seinen Gönnern und Förderern, Robert und Siegfried Hofmann, ohne deren Motivation und Anschubfinanzierung er seine bahnbrechende Idee und Vision eines Digitaldrucks auf Grundlage des Laserverfahrens nie hätte verwirklichen können. „Sie investierten unglaublich viel Vertrauen in junge Männer, die gerade erst mit dem Studium fertig waren“, sagte Frank Herzog.

Herzog verdeutlichte auch, mit welchem unglaublichen Tempo sein Unternehmen expandiert ist: Binnen fünf Jahren sei der Umsatz von acht auf 80 Millionen Euro und die Zahl der Mitarbeiter von 15 auf 200 gestiegen. In den vergangenen neun Monaten habe sich diese Zahl noch einmal verdoppelt.

Mitarbeiter gelobt

Herzog zollte der „sehr motivierten“ Belegschaft des Unternehmens ein dickes Lob. Er betonte weiter, dass der Einstieg von GE alternativlos gewesen sei. „Unser Geschäft platzte aus den Nähten“, sagte er. Eine mittelständisch geprägte Firmenstruktur hätte das Wachstum nicht stemmen können.

Für Concept Laser hat der US-Konzern die „GE Additive Company“ gegründet. GE-Additive will den Umsatz von 3-D-Druckern bis 2025 auf über eine Milliarde Euro steigern. „Solche Pläne brauchen Platz und Mitarbeiter“, sagte Herzog weiter. Für ihn sei der Standort in Seubelsdorf die „einzige Option“ gewesen. Es sei ein „unglaubliche Geschichte“ gewesen, wie und mit welchem Tempo die Stadt und der Landkreis Lichtenfels bei sämtlichen Genehmigungen bis hin zum Baubeginn zusammengearbeitet hätten. „Das ist nur in Lichtenfels möglich“, sagte Herzog.

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner bezeichnete die Entwicklung von Concept Laser als eine „Erfolgsgeschichte, die man besser nicht schreiben kann.“ So stelle sie sich das Gründerland Bayern vor: Aus einer pfiffigen Idee entsteht eine Produktion, die weltmarktführend wird. Aigner lobte zudem die „große Koalition vor Ort“, die den Standort Lichtenfels ohne Komplikationen und zügig erhalten habe.

Landrat Christian Meißner und Erster Bürgermeister Andreas Hügerich sparten nicht mit Superlativen. „Das ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte“, sagte der Landrat. „Unsere Heimat erhält einen enormen Schub“. Andreas Hügerich stufte den 30. November als „historisch für Lichtenfels“ ein.

 

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