LICHTENFELS

Erleben und Entspannen

Max Rother, Sprecher Armin Lieb, Michaela Ritter und Sonja Fischer vom ADFC Obermain lassen sich auf dem Zweirad gerne d... Foto: Mario Deller

Den oftmals hektischen Alltag hinter sich lassen, den Fahrtwind spüren und gemeinsam unbekannte Terrain erkunden – gleich mehrere Gründe sprechen dafür, sich aufs Zweirad zu schwingen. Und gemeinsam mit Gleichgesinnten macht es natürlich noch viel mehr Spaß. Unter diesem Motto quasi bietet die ADFC-Kreisgruppe Obermain auch heuer, exakt 200 Jahre nach Erfindung der Drais'schen „Laufmaschine“, wieder etliche schöne Touren in verschiedenen Längen und Anforderungsprofilen an.

Das Programm der ADFC-Kreisgruppe, auch online verfügbar unter www.adfc-obermain.de, besteht aus einem bunten Mix aus Touren für gemütliche Alltags- oder fitte Tourenradler. Ob die von Max Rother geleitete 60-Kilometer-Tour am 25. Juni mit Start in Bad Staffelstein oder die überwiegend flache, 25 Kilometer lange und durch das Lichtenfelser Umland führende Feierabendtour am 29. Juni – eines haben alle vom ADFC Obermain veranstalteten Radausflüge gemeinsam, wie deren Sprecher Armin Lieb ausdrücklich betont: „Wir sind kein Sportverband. Bei unseren Touren ist der Weg das Ziel.“ Deshalb orientieren sich die jeweiligen Tourenleiter auch an den langsamsten Teilnehmern.

„Wir sind kein Sportverband. Bei unseren Touren ist der Weg das Ziel.“
Armin Lieb, Sprecher der ADFC-Kreisgruppe

Klar ist, je nach Streckenprofil, eine gewisse Grundfitness förderlich, aber niemand braucht befürchten, „abgehängt“ zu werden. Genuss von Landschaft und Kultur sowie das gemeinsame Erleben stehen nämlich im Vordergrund und nicht etwa „Kilometerfressen“ ohne Blick nach rechts und links. Dass die Teilnehmer der Umwelt und nicht zuletzt auch ihrer Gesundheit etwas Gutes tun, kommt als positiver Nebeneffekt hinzu. Um etwaigen Missverständnissen entgegenzutreten, ergänzt Lieb im selben Atemzug: „Und natürlich sind auch Nichtmitglieder herzlich zum Mitradeln eingeladen, genauso wie Teilnehmer mit E-Bikes und Pedelecs.“ In den meisten Fällen bedürfen die Touren des ADFC Obermain oder der anderen Kreisgruppen keiner vorherigen Anmeldung. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, etwa bei einer in Hof startenden Tour am 1. Juli mit Armin Lieb. Mit den benachbarten Kreisgruppen pflegt der ADFC Obermain um Armin Lieb einen guten Kontakt. Nachvollziehbar, schließlich hört der Reiz einer schönen Landschaft nicht an der Landkreisgrenze auf. Bamberger Radler wissen den Lautergrund genauso zu schätzen wie ein Bad Staffelsteiner die Fränkische Schweiz. Dieses fruchtbare Miteinander spricht auch aus dem Jahresprogramm „ADFC Bamberg & Obermain“.

Exkursion inklusive

Radtour und Naturerlebnis – das gehört einfach zusammen. Da verwundert es nicht, dass die Exkursion „Faszination alte Bäume“ mit Hermann Hacker von der Kulturinitiative Bad Staffelstein am Sonntag, 18. Juni, in eine in Bamberg startende und über Bad Staffelstein verlaufende Tour eingebunden ist. ADFC-Kreisverbände und Verein ziehen an einem Strang bei dieser Veranstaltung, die mit einer zweistündigen Führung von Hermann Hacker mit Treffpunkt Parkplatz Kloster Banz ihren Auftakt nimmt. Die Veranstaltung von Radtouren ist freilich nur ein Aspekt der Arbeit der ADFC-Kreisgruppe Obermain. Armin Lieb und seinen Mitstreitern ist es ein wichtiges Anliegen, für die Belange der Radfahrer insgesamt einzutreten. Lieb spricht den Radverkehrsplan Bayern 2025 an, welchen Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im Februar vorstellte und dabei versprach: „Wir wollen die Infrastruktur sowie die Verkehrssicherheit weiter verbessern.“ 400 Millionen Euro sollen vor allem in den Radwegebau investiert werden. Der ADFC wird ein waches Auge darauf haben, dass die diversen Handlungsfelder hier in der Region auch tatsächlich angepackt werden. „Da ist noch viel zu tun“, betont Lieb.

Noch Potenzial nach oben

Die Mitnahme von Fahrrädern in Zügen sei im Vergleich zu früher, als die Waggons noch mehr Raum hierfür boten, schwieriger geworden, thematisiert er einen wichtigen Punkt. Vom angekündigten Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Lichtenfels erhofft sich Lieb beispielsweise Verbesserungen in der Korbstadt. Aber beileibe nicht nur in der Kreisstadt besteht in Sachen Fahrradfreundlichkeit noch Potenzial nach oben. Riskante Querungsstellen, vielerorts zu beobachtender Mangel an Fahrradabstellplätzen etwa an Bahnhöfen, unfallträchtige Gefahrenstellen und so weiter – die To-Do-Liste der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern“ ist lang.

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