Arbeitsteilung sichert den Bestand des OT

Jürgen Steinmetz beteiligte sich sehr engagiert an der Diskussion. Foto: Stefan Johannes

Nichts ist beständiger als der Wandel“: Was schon Charles Darwin wusste, trifft auch auf das Obermain-Tagblatt zu. Beim „Wir in“ des OT kürzlich in Lichtenfels wurde im Gespräch unserer Zeitungsmacher mit Bürgern deutlich, warum Stillstand Rückschritt ist. Positive Wortmeldungen von Lesern, die „ihr“ OT schätzen, waren für die leitenden Kräfte unserer Zeitung an diesem Abend Bestätigung und Motivation. „Es ist für uns vom OT heute keine normale Veranstaltung“, betonte OT-Redaktionsleiter Roger Martin, der den Abend in der „Advend-Hüddn“ moderierte. Schließlich gebe es das „Wir in“ seit nunmehr genau zehn Jahren.

„Ich weiß, dass viele Menschen Angst vor Veränderungen haben. Meist entsteht dies, weil nicht immer klar ist, warum etwas passiert.
Peter Tischler, OT-Geschäftsführer

46 Mal hat die beliebte Leser- und Bürgerveranstaltung des Obermain-Tagblatts seit 2006 stattgefunden. Den Auftakt bildete seinerzeit Trieb. In 36 Orten waren die Zeitungsmacher in dieser Zeit zu Gast, stellten sich den Fragen der Bürger. Zunächst stellte Martin den Gästen die weiteren teilnehmenden Vertreter des Obermain-Tagblatts vor.

Mit von der Partie waren Geschäftsführer Peter Tischler, Redaktionsleiter Guido Geelen, Marketingleiter Ludwig Wiesmann sowie die Anzeigenleiterin Petra Knauer. Quasi als „Warm-up“ gab Martin kurz gefasst einen Schnellabriss wichtiger Eckdaten aus der Historie des OT. Er spannte den Bogen von der Fusionierung von „Lichtenfelser Tagblatt“ und „Staffelsteiner Tagblatt“ zum „Obermain-Tagblatt“ 1972 bis hin zur Übernahme durch die Mediengruppe Main-Post 2012. Martin gab ferner einen Überblick über die Produktvielfalt des OT. OT-Erzeugnisse gehen oft über das regelmäßige „Tagesgeschäft“ hinaus und beleuchten interessante Themen, beispielsweise in Form der Gesundheits- und Freizeitbeilage oder der Beilage „Lebenswert am Obermain“.

Martin stellte weitere wichtige OT-Projekte vor, die bei Lesern und Geschäftsleuten gut ankämen wie „Lass den Klick in deiner Stadt“, fortgeführt durch „Mein Lieblingsladen“ oder die nicht mehr wegzudenkende Benefizaktion „Helfen macht Spaß“, ferner die OT-Akademie oder den Blende-Fotowettbewerb. Alles OT-Projekte, die nachhaltig in der Region wirken.

Geschäftsführer Peter Tischler sprach die in jüngster Zeit umgesetzten Umstrukturierungen beim OT an. So habe man nach der Zustellung aktuell für die Lokalsportberichterstattung die Mediengruppe Oberfranken als Partner gewinnen können. Die Gäste der Veranstaltung erfuhren aus seinem Mund die Hintergründe solcher Maßnahmen, von denen sie als Leser profitieren. „In der immer komplexer werdenden Welt der Medien ist die Aufgabenteilung der wichtigste Schlüssel zur Sicherung des Obermain-Tagblatts. Sie hilft uns, dass wir uns auf unsere wesentlichen Aufgaben als Heimatzeitung konzentrieren können: Lokale Inhalte erstellen und den Kontakt zu unseren Lesern und Kunden halten, festigen und ausbauen. Ich weiß, dass viele Menschen Angst vor Veränderungen haben. Meist entsteht dies, weil nicht immer klar ist, warum etwas passiert. Wir wollen und werden verändern, was der Veränderung bedarf und bewahren, was bewahrenswert ist. So verstehen wir Tradition und Verantwortung,“ sagte Peter Tischler wörtlich.

„Die aktuellen Entwicklungen helfen uns“, so Tischler weiter, dass wir uns auf guten Journalismus konzentrieren können.“ Um der Entstehung von Missverständnissen Einhalt zu gebieten, betonte er außerdem, dass der geschätzte langjährige Lokalsportredakteur selbstverständlich weiterhin für das OT tätig sei. Insgesamt solle durch die Aufgabenumverteilungen „unseren Redakteuren wieder mehr Freiraum für Reportagen und Geschichten geschaffen werden.“

„Wir wollen und werden verändern, was der Veränderung bedarf und bewahren, was bewahrenswert ist. So verstehen wir Tradition und Verantwortung.“
Peter Tischler

In der „Advend-Hüddn“ entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, bei der die Bürger lobende Worte für „ihr“ OT vorbrachten. „Ich bin sehr verbunden mit dem OT. Man kennt die Leute dort, hat einen Bezug zu den Mitarbeitern“, meinte ein emotionaler Jürgen Steinmetz.

Josef Breunlein, bekannt durch sein Engagement bei den „Aktiven Bürgern“, meinte: „Mit der stets sehr interessanten OT-Sportreportage am Samstag hat sich das OT sehr positiv positioniert.“ Franz Schmuck bekannte frank und frei: „Ich lese das OT seit 65 Jahren, es gehört für mich einfach dazu.“ Er merkte ergänzend aber an, dass die Nachrichten aus Lichtenfels „erst auf Seite 4“ erscheinen. „Als Landkreiszeitung ist es uns natürlich ein Anliegen, mit unseren Inhalten den gesamten Landkreis abzubilden“, wies Redaktionsleiter Martin auf eine wichtige Grundprämisse hin.

„Ich bin sehr verbunden mit dem OT. Man kennt die Leute dort, hat einen Bezug zu den Mitarbeitern.“
Jürgen Steinmetz, Lichtenfels

Der Geschäftsführer nannte einen weiteren Grund der Seitenfolge des OT mit dem „Mantel“: „Auch wenn wir eine Heimatzeitung sind, wollen wir auf den überregionalen Teil nicht verzichten.“ Daran konnte auch Bürgermeister Andreas Hügerich nichts Schlechtes finden: „Die Mischung macht?s doch, finde ich“, sagte er. Informationen im OT über Geschehnisse außerhalb des Landkreises wolle er nicht missen.

Über mögliche Ansätze, wie sich das OT künftig weiter „öffnen“ und sein Angebot erweitern könnte, wurde engagiert diskutiert. Die OT-Vertreter zeigten sich aufgeschlossen und formulierten ihr Bestreben, sich den wachsenden digitalen Herausforderungen – Stichwort Facebook, Instagram und Apps – zu stellen. Mit dem guten abschließenden Gefühl, dass „ihr“ OT sich von Veränderungen oder gesellschaftlichen Entwicklungen nicht „kleinkriegen“ lässt und seinen Lesern auch künftig gut recherchiert die Geschehnisse im Landkreis vermittelt, spendeten die Gäste der Veranstaltung herzlichen Applaus.

OT-Geschäftsführer Peter Tischler (re) bei der Jubiläumsveranstaltung „Wir in Lichtenfels“. FOTOS: Stefan Johannes Foto: Stefan Johannes
Hüddn-Betreiber Uwe Held: Er kritisiert, dass seine Idee einer „Advend-Hüddn“ zwar weiterlebt, aber möglicherweise mit e... Foto: Stefan Johannes
Erster Bürgermeister Andreas Hügerich stand bei der Veranstaltung Rede und Antwort. Foto: Stefan Johannes
Josef Breunlein, ein stets konstruktiver Begleiter der Heimatzeitung. Foto: Stefan Johannes
Franz Schmuck ist seit Jahrzehnten ein treuer OT-Leser. Foto: Stefan Johannes
Peter Hönninger, früherer FFW-Kommandant, brachte sich in die Diskussion ein. Foto: Stefan Johannes

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