LICHTENFELS

Charmant, unterhaltsam und unkonventionell

Sprühten vor Lebensfreude: Thomas Wiesentheit, Stefan Hofmann, Sirpa Linsner und Heike Fuß (v. li.). Foto: Gerda Völk

Gemeinsam haben sie viel Freude am Musizieren. Eine Freude, die sie am Samstagabend bei ihrem Konzert in der ehemaligen Synagoge in Lichtenfels mit ihrem Publikum teilten. Bei seinem rund zwei Stunden dauernden Auftritt spannte das Gesangsquartett „Quintensprung“ den Bogen von Pop über Evergreen bis hin zu Liedern der „Comedian Harmonists“. Der Zuhörer erlebte A-Cappella-Musik vom Feinsten. Instrumente wie E-Piano und Gitarre ergänzten das musikalische Erlebnis.

Bereits beim ersten Liedbeitrag „Hallo, hallo, ich bin dein Ohrwurm, dein Ohrwurm...“ wurde klar, dass sich das Publikum auf einen höchst unterhaltsamen und kurzweiligen Abend einstellen konnte. Der erfrischend unkonventionelle Stil der beiden Frauen und zwei Männer ließ den Funken der Begeisterung schnell überspringen. Überraschend frisch kam Herbert Grönemeyers „Mambo“ in einem Arrangement von Oliver Gries zu Gehör. Der bekannte Song kommt ohne jegliches „Gröni“-Nuscheln aus und klingt damit jung.

Publikumsansturm

Das Lied, das bekanntlich von einer stundenlangen Parkplatzsuche erzählt, dürfte so manchen im Publikum bekannt vorgekommen sein. Der eine oder anderen dürfte am Samstagabend auch einige Zeit mit der Parkplatzsuche zugebracht haben. Die Besucher kamen nicht nur aus dem Landkreis Lichtenfels, sondern weit darüber hinaus. Das Gesangsquartett „Quintensprung“ durfte sich über einen wahren Publikumsansturm freuen. Selbst im Foyer standen die Besucher noch Schlange.

„Quintensprung“ überzeugt mit einem facettenreichen Repertoire. Dazu zählen neben Klassikern wie Mendelssohns „O Täler weit, o Höhen“, das in einer jazzig angehauchten Version zur Aufführung kam, auch eine ganze Reihe bekannter A-cappella-Titel.

Sirpa Linsner gründete das Gesangsquartett vor sechs Jahren. Neben ihr gehören Heike Fuß, Thomas Wiesentheit und Stefan Hofmann der Formation an. Ihre große Stärke liegt in charmant und unterhaltsam vorgetragenen Liedbeiträgen, aber auch in klugen Arrangements. Damit sorgen sie für manche Überraschung. Ein charmanter Zug der vier Sängerinnen und Sänger war es auch, fremdsprachige Texte vorab zu übersetzen.

Nicht zuletzt lebte das Konzert auch vom Humor des Quartetts. Man sei froh, einen Tenor wie Stefan Hofmann in seinen Reihen zu haben, erfahren die Zuhörer. Der Grund: Man hätte sonst keinen Vagabunden. Bekleidet mit Hawaiihemd und Stiefeln singt Hofmann den Country-Song „King of the Road“. Und dann waren da noch die Lieder der „Comedian Harmonists“ wie „Wochenend und Sonnenschein“, die so richtig zum Schwelgen einluden.

„Bässe bleiben abends länger“

Einen breiten Raum des Konzertes nahm der Themenbereich Liebe und Beziehungen ein. Das Lied „Ich bin, nur für dich“ erzählt, was Frau so alles für die Liebe ihres Lebens unternimmt, und trotzdem verlässt er sie. Mitleid wäre jetzt allerdings fehl am Platz. Am Ende zeigt sie ihm eine lange Nase. Und wer schon einmal von einem eingebildeten Tenor enttäuscht wurde, sollte es einmal mit ‘nem Bass probieren. „Bässe sind die Krone der Schöpfung aller Sänger, Bässe kommen tiefer und bleiben abends länger“, heißt es in einem Lied der Vokal-Pop-Band „Wise Guys“.

„Quintensprung“ verbreitet Lebensfreude und gute Laune. Im Publikum sind alle Generationen vertreten. Zwei junge Besucher aus den vordersten Reihen dürfen sich zum Lied „Lollipop“ über Zuckerstangen und Lollys freuen. Am Ende gibt es viel Applaus eines restlos begeisterten Publikums. Den bekannten Ohrwurm „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ hatten sich die vier Musiker bis zum Schluss aufgehoben. Ein Konzert, das sichtlich Freude bereitete.

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