LICHTENFELS

Mehr Geld – schlechtes Zeichen

Bescherung vor Weihnachten: 28 Millionen Euro erhalten der Landkreis Lichtenfels und seine elf Städte und Gemeinden als ... Foto: dpa

Der Landkreis Lichtenfels und seine Kommunen bekommen für das nächste Jahr mehr Geld in Form von Schlüsselzuweisungen vom Freistaat Bayern. Flossen für das Jahr 2014 noch 26 Millionen Euro aus München, überweist Finanzminister Markus Söder für die kommenden zwölf Monate über 28 Millionen an den Obermain. Zum einen ist das eine gute Nachricht, denn die klammen Kämmerer zwischen Ebensfeld und Burgkunstadt können jeden Euro gut gebrauchen. Zum anderen zeigen die gestiegenen Zuweisungen, dass die Steuerkraft im Landkreis wohl weiter abgenommen hat.

Diese Schlüsselzuweisungen richten sich schließlich nach der Steuerkraft der einzelnen Gemeinden, Städte oder Landkreise. So liegt laut Johann Pantel, dem Stadtkämmerer von Lichtenfels, die Steuerkraft der Korbstadt bei 63 Prozent des bayerischen Landesdurchschnitts. Diese eigentlich erschreckend schwache Zahl stellt übrigens eine leichte Verbesserung gegenüber den Vorjahren dar, wie der Lichtenfelser Finanzchef verriet, denn da lag die Steuerkraft von Lichtenfels teilweise sogar nur bei 60 Prozent des Landesdurchschnitts.

Trotz dieser leichten Entspannung der Finanz-Situation seien die Schlüsselzuweisungen des Freistaats an die Korbstadt von 5,816 auf 5,956 Millionen Euro gestiegen, da Bayern für die Kommunen mehr Mittel zur Verfügung stelle, fuhr der Kämmerer fort. „Diese Zuweisungen sollen die unterschiedlichen Verhältnisse angleichen, die in den verschiedenen Regionen im Freistaat herrschen“, erläuterte Johann Pantel.

Die Schlüsselzuweisungen sind laut seiner Aussage nach dem Einkommenssteueranteil von über sieben Millionen Euro und der Gewerbesteuer von etwa 6,5 Millionen Euro der drittgrößte Einnahmeposten der Stadt Lichtenfels. Das Geld fließe im Übrigen komplett in den Verwaltungshaushalt, dessen Volumen für das Jahr 2014 bei runden 34 Millionen Euro lag. „In einem ähnlichen Bereich wird sich auch der Verwaltungshaushalt für das nächste Jahr bewegen“, sagte Pantel.

Um mehr als eine halbe Million Euro höhere Zuweisungen als 2014 sorgen für jede Menge Freude im Redwitzer Rathaus. Heinrich Dinkel, geschäftsführender Beamter der Verwaltungsgemeinschaft Redwitz-Marktgraitz, sieht den Geldsegen äußerst positiv für den Redwitzer Haushalt fürs Jahr 2015. „Wir haben jetzt wohl keine Probleme, den Etat auszugleichen. Vermutlich haben wir auch Mittel frei, um wieder etwas zu investieren.“

Steigt die Zulage für Redwitz von 344 000 Euro auf 871 000 Euro, kassiert die zweite Gemeinde der VG, Marktgraitz, knappe 25 000 Euro weniger als 2014. Allerdings sind diese Mindereinnahmen für die kleine Gemeinde laut Dinkel nicht gravierend, zumal Marktgraitz für 2013 weniger als 400 000 Euro erhalten habe.

Wesentlich größer als in „Graatz“ sind die Einbußen in Bad Staffelstein. Die Bad-Stadt erhielt für 2014 noch runde 3,6 Millionen Euro. Für das kommende Jahr überweist der Finanzminister nur noch etwas mehr als drei Millionen Euro. Trotzdem ist die Laune in der Stadtkämmerei bei Berthold Weber und seinen Kollegen nicht getrübt. „Eigentlich hatten wir mit bestenfalls 2,5 oder 2,6 Millionen gerechnet“, erklärt er gegenüber dem Obermain-Tagblatt. Dank eines Sondertopfes mit Fördermitteln erhalte Bad Staffelstein aber zusätzlich 415 000 Euro – was im Rathaus für gute Laune kurz vor Weihnachten sorgt.

Die einzelnen Zuweisungen

Die kreisangehörigen Gemeinden erhalten zusammen 17,506 Millionen Euro, der Landkreis 10,671 Millionen Euro (2014: 10,421 Millionen Euro), also insgesamt 28,177 Millionen Euro. Die einzelnen Gemeinden und Städte erhalten folgende Zuweisungen (in Klammern Vorjahreszuweisungen):

Altenkunstadt: 1 353 484 Euro (1 358 588 Euro)

Bad Staffelstein: 3 013 092 Euro (3 666 748 Euro)

Burgkunstadt: 1 344 692 Euro (0 Euro)

Ebensfeld: 1 347 744 Euro (1 390 528 Euro)

Hochstadt: 441 392 Euro

(429 744 Euro)

Lichtenfels: 5 956 276 Euro (5 816 592 Euro)

Marktgraitz: 499 732 Euro (524 060 Euro)

Marktzeuln: 441 332 Euro (293 836 Euro)

Michelau: 1 138 152 Euro (806 536 Euro)

Redwitz: 871 372 Euro (343 916 Euro)

Weismain: 1 098 732 Euro (1 054 648 Euro)

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