LICHTENFELS

Blick in historische Gebäude

Zählt zu den schönsten Gebäuden im Landkreis: Beim „Tag des offenen Denkmals“ kann das Marktzeulner Rathaus besichtigt w... Foto: Wenjia Qian

Mit dem Motto „Farbe“ widmet sich der „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 14. September, in diesem Jahr einem richtigen Universalthema. Im Landkreis Lichtenfels werden zahlreiche historische und private Gebäude unter diesem Gesichtspunkt ihre Pforten öffnen. Die Eröffnungsveranstaltung findet um 14 Uhr in der ehemaligen Synagoge in Lichtenfels statt. Nach einem Musikstück wird Landrat Christian Meißner den „Tag des offenen Denkmals“ offiziell eröffnen. Es folgen ein Grußwort des Ersten Bürgermeisters der Stadt Lichtenfels, Andreas Hügerich, und der Festvortrag von Kreisheimatpflegerin Andrea Göldner M.A. und Restaurator Uwe Franke.

Lichtenfelser Synagoge

Ab etwa 15 Uhr besteht die Möglichkeit, die ehemalige Synagoge zu besichtigen. Die Synagoge wurde 1797 erbaut und 1867 renoviert. Nach dem Erwerb durch die Stadt Lichtenfels erfolgte eine umfassende Sanierung und Erweiterung. Seit der Eröffnung 2011 wird die ehemalige Synagoge als Kunst-, Kultur- und Begegnungsstätte genutzt.

Friedhofskapelle Ebenfeld

Aber auch noch einige weitere historische Gebäude im Landkreis sind zum „Tag des offenen Denkmals“ geöffnet. Beispielsweise steht die Ebensfelder Friedhofskapelle (Prächtinger Straße 31) in der Zeit von 14 bis 17 Uhr zur Besichtigung offen. Der Sandsteinquaderbau ist aus dem Jahr 1870; die Friedhofskapelle ist in den vergangenen Jahren saniert worden. Sehenswert ist die Farbgebung im Inneren, die aufgrund von Originalbefunden restauriert wurde.

Marktzeulner Rathaus

Ebenfalls von 14 bis 17 Uhr kann das Marktzeulner Rathaus (Am Flecken 29) in Augenschein genommen werden. Um 16.30 Uhr ist eine Führung mit Restaurator Uwe Franke vorgesehen. Das Rathaus wurde 1690 über einem Sockel aus dem 16. Jahrhundert errichtet. Es zählt zu den schönsten Rathäusern im Landkreis. Die Restaurierung des zweigeschossigen Fachwerkbaus mit Satteldach und seitlichem Treppenturm ist im Sommer 2013 abgeschlossen worden. Die Bestandsermittlung und Nachforschungen des Restaurators Uwe Franke, die der umfassenden Sanierung vorausgingen, hatten ergeben, dass das Gebäude früher durch ein heute fast modern anmutendes, offenes Raumkonzept geprägt war. Dieses alte Raumkonzept wurde im Inneren mit viel Glas und hellen Farben aufgegriffen, sodass das historische Rathaus heute wieder transparent und luftig erscheint.

Von 10 bis 16.30 Uhr präsentiert sich das Deutsche Korbmuseum in Michelau, Bismarckstraße 4, im Rahmen des „Tags des offenen Denkmals“. Seit 1967 ist es im ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus einer bedeutenden Michelauer Korbhändlerfamilie untergebracht.

Korbmuseum

In dem 1815 entstandenen Gebäude werden fast 2000 Exponate aus aller Welt gezeigt, von der Entstehung des Geflechts über das Leben der Korbmacher und Händler bis hin zu designten Objekten der modernen Flechtwerkgestalter. Das Haus wurde 2009 durch einen modernen Anbau erweitert und erhielt vor Kurzem eine einheitliche neue Farbgebung der Außenfassade.

Die farbliche Gestaltung von Bau-, Kunst- und Bodendenkmalen sowie Gärten und Parks war immer schon ein wesentlicher Aspekt für ihre Erbauer und Erschaffer. Ebenso ist sie es heute für Denkmalpfleger, Restauratoren, Denkmalbesitzer, Archäologen, Handwerker und vor allem als Betrachter im Hier und Jetzt. Das waren die Hintergrundgedanken für die Wahl des Mottos zum „Tag des offenen Denkmals“.

Zentrale Ausdrucksform

Die Wahrnehmung unserer Umwelt prägen neben der formalen Gestalt eines Objekts ganz wesentlich seine farbliche Erscheinung und die herrschenden Lichtverhältnisse. Gerade weil wir Menschen Farbe als unmittelbaren Sinneseindruck erleben, ist die farbliche Gestaltung unserer Lebensumgebung seit Urzeiten eine zentrale Ausdrucksform. Alle Völker der Erde benutzen Farben gezielt, gleich ob als reine Farbflächen oder als bestimmte optische Muster.

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