LICHTENFELS

Arbeitslosigkeit sinkt im Kreis Lichtenfels auf 4,0 Prozent

Arbeitslosigkeit sinkt im Landkreis Lichtenfels auf 4,0 Prozent
Das Gros des Frühjahrsaufschwungs entfiel laut Brigitte Glos auf die Wiedereinstellung der über die kalte Jahreszeit freigestellten Arbeitnehmer aus vorwiegend von Männern dominier-ten Berufen in den Bauhaupt- und nebenberufen (Archivbild) sowie im Garten- und Landschafts-bau. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Im Landkreis Lichtenfels habe sich der Frühjahrsaufschwung im April fortgesetzt, meldet die Agentur für Arbeit (Bezirk Bamberg-Coburg) in ihrem jüngsten bericht. Die Zahl der Arbeitslosen sank demnach um 42 Personen (-2,6 Prozent) auf 1 550. Zum Vergleich, im April 2020 sie sie aufgrund der Corona-Krise (1. Lockdown) um 207 Personen (+14,4 Prozent). Seitdem habee sich der Arbeitsmarkt schrittweise erholz, so dass die Arbeitslosigkeit mittlerweile um 96 Personen beziehungsweise 5,8 Prozent geringer ist als vor zwölf Monaten.

Bei von Frauen dominierten Berufen lässt die Belebung auf sich warten

Der gesamte Rückgang der vergangenen vier Wochen entfiel laut der Mitteilung auf Männer, da diese überwiegend in der Forstwirtschaft, den Bau- und Handwerksberufen beschäftigt sind. In von Frauen dominierten Berufen der Gastronomie und des Tourismus lasse die Frühjahrsbelebung aufgrund des Lockdowns weiterhin auf sich warten.

Im April 2021 verloren im hiesigen Landkreis 35,2 Prozent weniger Menschen (-82) ihre Beschäftigung als in 2020. Gleichzeitig fanden 42,4 Prozent mehr (+59) Personen einen neuen Job. Die Arbeitslosenquote nahm im April um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent ab. Vor einem Jahr betrug sie 4,2. laut der Agentur gibt es 29 079 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (aktuellster Wert 09/2020). Das seinen trotz der Krise lediglich 0,5 Prozent beziehungsweise 152 weniger als ein Jahr zuvor und 51 mehr als vor zwei Jahren.

Die Zahlen aus den gesamten Bezirk Bamberg-Coburg

Im April 2020 hätten sich erste deutliche Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Entwicklung in der Arbeitsmarktstatistik gezeigt, wird im Bericht zurückgeblickt. Der Vorjahresvergleich sei somit erstmals eine Gegenüberstellung mit einem Monat, der durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie signifikant geprägt gewesen sei. Anstelle des saisonal üblichen Rückgangs der Arbeitslosigkeit (durchschnittlich minus 800 Personen in den vorangegangen fünf Jahren), seien sie im April 2020 im gesamten Bezirk um 1471 Personen (+13,4 Prozent) auf 12 477 Menschen gestiegen. Das sei mit Abstand (+591 Personen im Mai) der stärkste Anstieg im gesamten Verlauf der Corona-Krise gewesen. .

Die trotz des seit einem halben Jahr andauernden Lockdowns im März agil gestartete Frühjahrsbelebung setzte sich in den vergangenen Wochen fort. Obwohl der April mit typischem Aprilwetter aufwartete, habe die Arbeitslosigkeit im Bezirk um 624 (-4,6 Prozent) auf 12800 Menschen abgenommen. Der Rückgang fiel um über ein Fünftel (-22,0 Prozent) geringer aus als in den den fünf Jahren vor der Krise. Die Arbeitslosenzahl liegt im Agenturbezirk Bamberg-Coburg um 2,6 Prozent beziehungsweise 323 Personen über dem Vorjahres-niveau. Im April nahm die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent ab. Sie hat damit erstmals wieder den gleichen Wert erreicht, den sie zu Beginn der Krise hatte.

Beschäftigungsanstieg nicht so kräftig wie in den Vorjahren

Die Einschätzung von Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, zur aktuellen Situation am Arbeitsmarkt: „Die Frühjahrsbelebung sorgte auch im April für einen spürbaren Beschäftigungsanstieg, wenn auch nicht ganz so kräftig wie in den Jahren vor der Corona-Krise. Das Gros des Frühjahrsaufschwungs entfiel auf die Wiedereinstellung der über die kalte Jahreszeit freigestellten Arbeitnehmer aus vorwiegend von Männern dominierten Berufen in den Bauhaupt- und nebenberufen sowie im Garten- und Landschaftsbau.“ Mittlerweile seien die meisten wieder eingestellt. 93,1 Prozent des Rückgangs der Arbeitslosigkeit sei daher auf das Konto der Männer gegangen. Deren Zahl reduzierte sich um 581 oder 7,4 Prozent.

Normalerweise sinke mit dem Start in die Tourismussaison spätestens im April zusehends auch die Arbeitslosigkeit der Frauen. In diesem Jahr habe sich ihre Zahl jedoch gerade mal um 0,8 Prozent beziehungsweise 43 gesenkt.

Langfristige Investitionen werden wegen Corona zurückgestellt

Im April fanden 437 mehr Arbeitslose eine neue Beschäftigung als entlassen wurden. Im Handwerk und der Industrie sei die Auftragslage überwiegend weiter gut. Jedoch könnten viele Betriebe aufgrund der weiterhin ungewissen Lage nur für zwei bis drei Monate planen. Längerfristige Investitionen würden zurückgestellt.

Durch vermehrten Personalabbau in einigen Firmen in den vergangenen Monaten finde die Produktion wieder Fachkräfte zum Einstellen. Im Handwerk hingegen, wo es seit Beginn der Krise keine größeren Freisetzungen gab, würden bereits jetzt Gesellen teilweise händeringend gesucht, heißt es aus der Arbeistsangentur.

Inhabergeführte Geschäfte trifft es hart: so manche Träne vergossen

Handel, Verkehr, Reise- und Gastgewerbe hätten vergebens auf wirtschaftliche Lockerungen nach Ostern gewartet. Gerade kleine inhabergeführte Geschäfte treffe es hart. „In Beratungsgesprächen mit meinen Vermittlungsfach-kräften wird dabei so manche Träne vergossen. Es wandern erste Mitarbeiter in andere Bereiche wie in die Industrie oder den Gesundheitssektor ab“, so Glos. „Die Arbeitslosigkeit wird saisonbedingt auch in den kommenden Monaten sinken, wenn beim Impfen zügige Fortschritte erzielt werden und beispielsweise Einzelhandel und Gastronomie wieder öffnen können.“

Kurzarbeit verhindert seit einem halben Jahr Entlassungswelle

Im Dezember 2020 (Hochrechnung aktuellster Wert) bezogen im Agenturbezirk insgesamt 2687 Betriebe für 19771 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld. 8,0 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten waren laut der Arbeitsagentur im Bezirk in Kurzarbeit. Wie sich der seit Anfang November andauernde Lockdown, der im Dezember nochmals verschärft wurde, auf die Inanspruchnahme von Kurzarbeit letztendlich auswirke, sei noch offen, da die Statistik für Kurzarbeit nach deren Abrechnung im Nachhinein erhoben werde. Ersten Hochrechnungen zu Folge erhöhte sich die Zahl der Betriebe von Ende Oktober bis Dezember um 994 beziehungsweise 58,7 Prozent.

Konjunktur seit Monaten auf Erholungskurs

Die Konjunktur sei seit Monaten auf Erholungskurs. In den Landkreisen Kronach (-8,8 Prozent) Lichtenfels (-5,8 Prozent) und Coburg (-1,3 Prozent) ist laut dem Bericht die Arbeitslosigkeit daher bereits wieder unter das Niveau des Vorjahres gesunken. In der Stadt Bamberg (+13,7 Prozent), den Landkreisen Bamberg (+7,6 Prozent) und Forchheim (+7,4 Prozent) sowie der Stadt Coburg (+0,3 Prozent) liege sie noch darüber.

Die niedrigste Arbeitslosenquote und Vollbeschäftigung hat der Landkreis Bamberg mit 2,8 Prozent, während sie in der Stadt Coburg mit 5,8 Prozent am höchsten ist.

Jobcenter: Kein Rückgang im April, Langzeitarbeitslosigkeit gestiegen

5019 Personen waren Ende April bei den Jobcentern des Agenturbezirks arbeitslos gemeldet. In den letzten vier Wochen hat ihre Zahl um 70 Personen (+1,4 Prozent) zugenommen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Bereich des SGB II seit 2020 um 42,9 Prozent beziehungsweise 688 auf 2290 Personen.

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