LICHTENFELS

Arbeitslosenzahl im Landkreis Lichtenfels geht leicht zurück

Agentur für Arbeit
Trotz Corona-Pandemie ist die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat im Landkreis Lichtenfels sogar leicht gesunken. Foto: dpa/Sophie Schlundt

Die durch die Corona-Krise erst mit Verzögerung eingesetzte Frühjahrsbelebung kam im Juli im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg -Coburg nahezu zum Abschluss. In der Gastronomie und dem Baugewerbe stehen lediglich noch ein paar Wiedereinstellungen aus. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit, der im Juni bereits deutlich an Dynamik (+134 Personen) verlor, setzte sich auch im vergangenen Monat mit geringer Intensität fort.

Im Juli verzeichnete der Landkreis Lichtenfels erstmals seit Beginn der durch das Virus bedingten Krise eine leichte Verringerung der Arbeitslosigkeit. In den vergangenen vier Wochen hat sich die Beschäftigungslosigkeit um 13 Personen (-0,8 Prozent) auf 1702 reduziert. Vor einem Jahr war die Zahl der Arbeitslosen um 455 Personen bzw. 36,5 Prozent niedriger gewesen. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr hat im letzten Monat um 14,5 Prozent (-71 Personen) abgenommen.

111 Personen haben einen neuen Arbeitsplatz

Es verloren im Juli 127 Personen, 31,4 Prozent beziehungsweise 58 weniger Menschen ihre Beschäftigung wie im letzten Jahr. Gleichzeitig fanden mit insgesamt 111 Personen zwei mehr einen neuen Arbeitsplatz als im Vorjahr. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren stieg im letzten Monat um 8 oder 4,4 Prozent auf 191. Im Sommermonat Juli kommt es regelmäßig zu vermehrten Arbeitslosmeldungen von jungen Menschen, die nach Abschluss der Berufsausbildung nicht übernommen wurden oder Abgänger von allgemein- und berufsbildenden Schulen waren. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich im Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Vor einem Jahr zählte sie 3,2 Prozent.

Der Arbeitgeberservice bekam im Juli von den Betrieben 171 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet. Das sind 19,0 Prozent (-40) weniger als in 2019. Im Pool sind derzeit 869 Jobofferten, 194 (-18,3 Prozent) weniger als im letzten Jahr.

Dank Kurzarbeit ein saisonüblicher Anstieg

Die hohe Inanspruchnahme von Kurzarbeit, durch die Entlassungen vermieden werden, spielt hierbei eine zentrale Rolle. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Juli nur um 1,1 Prozent (+140 Personen) auf 13342 Menschen. Das ist für Juli ein saisonüblicher Anstieg. Vor drei Monaten, im April betrug die Steigerung das 10,5 -fache (April: +1 471 Personen, Mai: +591 Personen). Der Anstieg im Juli resultiert zu 70,7 Prozent aus der größeren Zahl an Arbeitslosmeldungen von jungen Menschen bis 25 Jahre. Ihr Bestand erhöhte sich in den letzten vier Wochen um 99 (+6,6 Prozent).

Die Zahl der Arbeitslosen liegt um 35,1 Prozent bzw. 3 469 Menschen über dem Vorjahreswert. Vor einem Monat waren es noch plus 39,7 Prozent bzw. 3 755 Personen gewesen. Es wurden 1 266 Frauen und Männer entlassen. Das waren 13,1 Prozent (-191) weniger als in 2019. 924 Menschen fanden eine neue Beschäftigung, 2,7 Prozent mehr (+24) als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote beträgt wie im Juni 3,8 Prozent. Vor einem Jahr zählte sie 2,8 Prozent.

Erstes Durchatmen erlaubt

Arbeitslosenzahl im Landkreis Lichtenfels geht leicht zurück
Brigitte Glos. Foto: uligraphics

Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, zur aktuellen Lage am Arbeitsmarkt: „Die angespannte Situation am Arbeitsmarkt lässt seit einigen Wochen spürbar nach, auch wenn von Entwarnung noch nicht die Rede sein kann. Der Abwärtstrend scheint zum Stillstand gekommen zu sein. Die Neueinstellungen und Entlassungen bewegten sich im Juli wieder auf Vorkrisenniveau, und wir hatten einen saisonübli-chen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Betriebe meldeten wieder rege neue Stellenangebote.

Die meisten Arbeitsaufnahmen gab es im Juni in Produktionsberufen (231, 14,1 Prozent weniger als 2019). Im kaufmännischen Bereich waren es 188 Einstellungen, so viele wie 2019, Verkehr- und Logistik waren es 149, 11,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Gastronomie und Lebensmittelbereich wurden 87 Personen eingestellt, 58,2 Prozent mehr als im Vorjahr. In Gesundheitsberufen waren es 71 Menschen, 44,9 Prozent mehr als letztes Jahr und in Reinigungsberufen 34 Personen, 17,2 Prozent mehr als im Vorjahr. (red)

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