LICHTENFELS

Gericht Lichtenfels: Prozess schneller beendet als gedacht

Amtsgericht Lichtenfels: Viel Rauch wegen zwei Joints

Es war ein eigenartiger Vorfall, der sich am Dienstag im Amtsgericht zutrug. Nach dem Motto: Prozess eröffnet – Prozess vertagt. Es kam gewissermaßen zu einer Unterbesetzung des Gerichts, und das hatte Folgen.

„Es müsste eigentlich schnell rumgehen, oder?“, lautete der Satz, den der 21-jährige Angeklagte kurz nach dem Eintreffen seines Rechtsanwalts Jan Hofer diesem im Saal 14 zuwisperte. Dass dem so sein würde, damit war zunächst nicht zu rechnen. Immerhin gab es zwei Anklagepunkte, die es zu verhandeln galt.

Laut Anklageschrift hat der junge Mann am 23. April des vergangenen Jahres eine Frau unflätigst beleidigt und im Anschluss daran einen Mann so angesprungen, dass dieser über eine Mauer gestürzt sein soll. Die Folge: mehrere Prellungen und ein Verfahren wegen Beleidigung und Körperverletzung.

Wohl ein ziemlich einmaliger Vorgang

So war man versammelt vor Ort: Staatsanwältin Anna Saam, eine Vertreterin der Jugendgerichtshilfe sowie Richter Matthias Huber und ein Schöffe. Rechtsanwalt und Angeklagter ohnehin. Doch wo war die noch fehlende Schöffin? Man wartete. Schließlich versuchte das Gericht, telefonisch Kontakt mit der fehlenden Schöffin aufzunehmen. Ohne Erfolg.

Wenig später verkündete Richter Matthias Huber, dass das Verfahren nicht stattfinden könne. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu hören war, dürfte es sich dabei um einen ziemlich einmaligen Vorfall handeln. „Neuer Termin gegen Sommer“, ließ Richter Huber jedenfalls wissen. Dann war das Verfahren ausgesetzt.

Der Angeklagte und sein Rechtsanwalt nahmen es mit Humor. Zwar ist das Verfahren ja nicht beendet, aber es ging wohl schneller rum, als eingangs vom 21-Jährigen erhofft.

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