LICHTENFELS

29 neue Schulweghelfer im Landkreis Lichtenfels

29 neue Schulweghelfer im Landkreis Lichtenfels
Landrat Christian Meißner (re.), Vorsitzender Alfons Hrubesch, Schriftführer Walter Bott, 2. Vorsitzender Kevin Tischer und Kassenprüfer Fred Köhlerschmidt (hinten, v. li.) beglückwünschten die bewährten Kraftfahrer Oswald Scherer sowie Edith und Raimund Klüsekamp (vorne, v. li.)... Foto: Alfred Thieret

Im Mittelpunkt der Hauptversammlung der Kreisverkehrswacht im großen Sitzungssaal des Landratsamtes stand die Ehrung von zwei Kraftfahrern und einer Kraftfahrerin als Vorbilder im Straßenverkehr: Die Eheleute Edith und Raimund Klüsekamp aus Michelau erhielten für 50 Jahre und Oswald Scherer aus Theisau für 60 Jahre unfallfreies Fahren das Ehrenzeichen „Goldenes Lorbeerblatt“ und eine Urkunde.

Vielfältige Aufgaben für alle Altersgruppen übernommen

Die Kreisverkehrswacht übernehme seit Jahrzehnten vielfältige Aufgaben im Bereich der Verkehrssicherheit, die von den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zu den Senioren reichen, betonte Kreisvorsitzender Alfons Hrubesch in seinem Rechenschaftsbericht.

Die Corona-Pandemie habe die Arbeit der Kreisverkehrswacht seit März 2020 stark eingeschränkt. Dennoch sei man nicht untätig gewesen.

Erwachsener Schulwegdienst besteht seit 40 Jahren

Ganz deutlich zeige sich das ehrenamtliche Engagement im Bereich der Schulwegsicherung. So konnte die Kreisverkehrswacht am 25. September das 40-jährige Bestehen des erwachsenen Schulwegdienstes mit einem Festakt in der Weismainer Stadthalle feiern. Schließlich sei es ein großer Erfolg, dass in dieser langen Zeit kein einziges Schulkind an den gesicherten Überwegen zu Schaden kam.

Mittlerweile sei die große Familie der Schulweghelfer und -helferinnen auf 948 angewachsen. Durch die große Werbung der Gruppenleitungen konnten für das aktuelle Schuljahr 29 neue Ehrenamtliche gewonnen werden. Eine neue Gruppe habe sich in Schwürbitz unter der Leitung von Björn Hertel gebildet.

„Könner durch Erfahrung“: enttäuschende Resonanz

Das von der Sparkasse unterstützte Fahrsicherheitstraining „Könner durch Erfahrung“ sei auch nur äußerst eingeschränkt möglich gewesen.

Die Pandemie erlaubte nur zwei Kurse mit 26 Fahranfängern und Fahranfängerinnen. Allerdings sei die Resonanz auf die schriftliche Einladung der Führerscheinneulinge zum Fahrsicherheitstraining durch Landrat Christian Meißner enttäuschend gewesen. Von den angeschriebenen etwa 1000 jungen Leuten meldeten sich nicht einmal zehn Prozent.

Hier hätte sich Alfons Hrubesch ebenso wie der Landrat mehr Unterstützung seitens der Eltern gewünscht, schließlich gehe es um die Verkehrssicherheit ihrer Kinder.

Erfreulich sei dagegen, dass das kostenlose Fahrsicherheitstraining, das die Sparkasse allen 60-jährigen Kunden anbietet, von den Jubilaren ausnahmslos dankend angenommen werde.

Der „Tote Winkel“ und die Fahrradfahrer

Hrubesch sprach auch die Radfahrausbildung der Jugendverkehrsschule an, die eine umfassende Verkehrserziehung in der Grundschule durch das Zusammenwirken von Schule, Polizei und Verkehrswacht ermöglicht.

Dabei folgt nach bestandener theoretischer und praktischer Radfahrprüfung noch eine Trainingseinheit im Realverkehr.

Der Vorsitzende machte außerdem auf das Problem „Toter Winkel“ aufmerksam. Immer wieder verunglückten Radfahrer und Radfahrerinnen, weil sie sich im „Toten Winkel“ abbiegender Lastwagen oder Busse bewegen und die Gefahr nicht erkennen, in der sie sich befinden. Bei diesem speziellen Problem erfahre die Kreisverkehrswacht Unterstützung vom ADAC und den Fahrschulen.

Nur bei Grün über die Straße: Plakataktion im Jahr 2020

Hrubesch erinnerte daran, dass neben nicht angepasster Geschwindigkeit sowie Vorfahrtsverletzungen vor allem Alkohol und Drogen zu den Hauptursachen von Verkehrsunfällen zählen.

Schließlich verwies der Vorsitzende auf die Plakataktion der Deutschen Verkehrswacht im vergangenen Jahr.

„Nur bei Grün – den Kindern ein Vorbild“ lautete das Motto auf den Hinweistafeln im Bereich von Verkehrsampeln, mit dem an erwachsene Fußgänger und Fußgängerinnen appelliert wurde, den Jüngsten ein Vorbild zu sein und sich an Ampeln vorschriftsmäßig zu verhalten.

Grußworte von Landrat Meißner und Polizeiinspektionsleiter Günther

Landrat Christian Meißner dankte vor allem den ehrenamtlichen Schulweghelfern und -helferinnen. Ihre Arbeit könne gar nicht hoch genug geschätzt werden. Nur durch ihren Einsatz könne man froh darüber sein, dass es jahrzehntelang keinen tödlichen Schulwegunfall im Landkreis Lichtenfels gegeben habe. Er stellte auch das Fahrsicherheitstraining „Könner durch Erfahrung“ und weitere Initiativen der Kreisverkehrswacht als wichtig heraus.

Meißner dankte Alfons Hrubesch und seinem Vorstandsteam für die außerordentlich gute Arbeit, die im Rahmen der Möglichkeiten auch während der Pandemie fortgeführt worden sei.

Polizeiinspektionsleiter Erich Günther präsentiert Unfallstatistik

Polizeiinspektionsleiter Erich Günther hob die gute Zusammenarbeit mit der Kreisverkehrswacht hervor und stellte eine kurze Verkehrsunfallstatistik für den Landkreis Lichtenfels vor.

Habe die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2019 noch bei 1723 gelegen, so sei sie im Jahr 2020 um 232 oder 13,46 Prozent auf 1491 zurückgegangen. Die Unfälle mit Personenschäden sanken laut Günther um 16,81 Prozent von 232 auf 193. Dabei seien 179 Personen leicht verletzt, 62 schwer verletzt worden und eine Person verstorben.

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