LICHTENFELS

1677 Arbeitssuchende im Landkreis Lichtenfels

1677 Arbeitssuchende im Landkreis Lichtenfels
Gute Nachrichten von der Bundesagentur für Arbeit für den Landkreis Lichtenfels: Der Herbst kommt mit neuen Einstellungen. Foto: Larissa Schwedes/Dpa

Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt im Landkreis Lichtenfels setzte auch in diesem Jahr am Arbeitsmarkt trotz der andauernden Auswirkungen der Pandemie ohne Verzögerung ein. Im September reduzierte sich die Arbeitslosigkeit um 140 Personen (-7,7 Prozent) auf 1677 Frauen und Männer. Zum Vergleich – in 2019 betrug der Rückgang lediglich 25 Menschen beziehungsweise 1,8 Prozent. Es verloren 27,4 Prozent weniger Personen ihren Arbeitsplatz als in 2019. Gleichzeitig fanden 12,4 Prozent mehr eine neue Beschäfti-gung als vor einem Jahr. Angestiegen ist dennoch im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Arbeitslosen um 297 Personen (+21,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank im vergangenen Monat um 0,3 Pro-zentpunkte auf 4,3 Prozent. Im Vorjahr lag sie deutlich niedriger bei 3,5 Prozent.

Der Arbeitgeberservice bekam im September von den Betrieben aus dem Landkreis Lichtenfels 181 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet. Das sind lediglich 4,2 Prozent (-8) weniger als in 2019. Im Pool sind derzeit 801 Vakanzen, 130 (-14,0 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Höchststand vor drei Monaten

Die Zahl der Arbeitslosen im Bereich ders gesamten Agenturbezirks verringerte sich im September um 1 063 Personen (-7,6 Prozent) auf 12 915. Seit Mai sank sie somit erstmalig wieder unter die 13 000 Marke. Die Zahl der Arbeitslosen liegt aktuell um 24,6 Prozent beziehungsweise 2 551 Frauen und Männer über dem Vorjahresniveau. Zum Vergleich – vor drei Monaten, als der Höchststand erreicht war, lag sie um noch 39,7 Prozent beziehungsweise 3555 Personen darüber.

In den vergangenen vier Wochen wurden 1270 Frauen und Männer im Agenturbezirk entlassen. Das waren 9,4 Prozent (-131) weniger als im vergangenen Jahr. Gleichzeitig fanden 1 499 Personen eine neue Beschäftigung, gut ein Fünftel (19,5 Prozent) beziehungsweise 245 Menschen mehr als in 2019. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 3,0 Prozent.

Zum Schul- und Ausbildungsbeginn im September reduzierte sich zum überwiegenden Teil wieder die Jugendarbeitslosigkeit im Agenturbezirk. Allein 45,1 Prozent des Rückgangs entfiel auf die unter 25-jährigen. In den vergangenen beiden Monaten hatten sie sich zunehmend zum Schul- und Ausbildungsende zur Überbrückung arbeitslos gemeldet. 479 junge Menschen, fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr (Vorjahr 247), haben den Weg in ihre berufliche Zukunft gestartet oder fortgesetzt, indem sie eine Ausbildung beginnen oder eine weiterführende Schule besuchen.

Viele junge Fachkräfte, die nach der Ausbildung nicht direkt übernommen werden konnten, fanden einen Arbeitsplatz. In den vergangenen vier Wochen verringerte sich die Jugendarbeitslosigkeit um knapp ein Viertel (-24,1) Prozent auf das Niveau von vor den Ferien. Im Vorjahresvergleich sind es jedoch mit insgesamt 1506 Betroffenen 24,8 Prozent beziehungsweise 299 mehr.

Entlassungsrisiko gesunken, Einstellungschancen gestiegen

Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, zur aktuellen Lage am Arbeitsmarkt: „Scheinbar von der Corona Krise unbeeindruckt reagierte der Arbeitsmarkt bereits zum Herbstanfang im September mit einem zwar für die Jahreszeit typischen jedoch überraschend dynamischen Beschäftigungsanstieg, nachdem die Arbeitslosigkeit in den beiden Monaten zuvor nicht nur krisen- sondern überwiegend saisonal bedingt gestiegen war.

Zum ersten Mal seit Beginn der Krise im März nahm die Zahl der Arbeitslosen wieder ab. Der um das mehr als doppelt so intensive Rückgang wie im Vorjahr hat mehrere Gründe. Zum einen wurden erneut weniger Menschen entlassen und es fanden mehr eine neue Beschäftigung als vor der Krise in 2019. Vor allem Fach-kräfte werden wieder verstärkt nachgefragt und eingestellt. Im Verlauf des Septembers starteten noch viele Jugendliche Nachzügler Corona bedingt in eine Ausbildung oder fanden nach ihrer Lehre nun eine Anschlussbeschäftigung. Aufgrund der Krise vorübergehend zurückgestellte Einstellungen wurden nun vorgenommen. Ich bin daher leicht optimistisch und rechne im Oktober mit der Fortsetzung des Herbstaufschwungs und einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit.“

Erstes Nachlassen der Kurzarbeit

Der Lockdown im März sorgte für einen rasanten Anstieg der Kurzarbeit. Mit den ersten wirtschaftlichen Lockerungen im Mai begann sie jedoch wieder zurückzugehen. Im Mai (aktuellster Wert) waren im Agenturbezirk insgesamt 3948 Betriebe mit 50 865 Arbeitskräften in Kurzarbeit. Das waren 597 Unternehmen aber lediglich 463 Arbeitnehmer weniger als im April. Das klingt im ersten Moment paradox. Während jedoch der Einzelhandel und die Gastronomie, oftmals kleine Unternehmen, ab Mai wieder zunehmend ihren Geschäftsbetrieb aufnahmen und die Kurzarbeit beendeten, wirkte sich die Krise auf die Industrie mit etwas Verzögerung aus, die dann nach und nach die Zahl der Kurzarbeiter steigerte.

Arbeitslosigkeit sinkt in allen Regionen

Normalerweise reagiert der ländliche Raum stärker auf die saisonalen Einflüsse als die Städte. Bedingt durch die wirt-schaftlichen Turbulenzen scheint diese Regel in diesem Jahr jedoch außer Kraft gesetzt. Den größten Rückgang von jeweils 9,9 Prozent verzeichneten die Stadt Coburg und der Landkreis Kronach, gefolgt vom Bamberger Land (-9,2 Prozent), dem Landkreis Coburg (-8,9 Prozent), dem Landkreis Lichtenfels (-7,7 Prozent), der Stadt Bamberg (-4,4 Prozent) und dem Landkreis Forchheim (-4,1 Prozent).

Die gestiegene Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr hat sich im Laufe des Sep-tembers in allen Regionen verringert. Prozentual liegt sie jedoch weiterhin agentur-weit deutlich im zweistelligen Bereich. Das Bamberger Land (+37,1 Prozent) verzeichnet weiterhin die stärkste Erhöhung, gefolgt von Forchheim (+28,4 Prozent), der Stadt Bamberg (+22,1 Prozent), dem Landkreis Lichtenfels (+21,5 Prozent), dem Landkreis Coburg (+20,7 Prozent) sowie der Stadt Coburg (+20,0 Prozent). Kronach verbucht mit 17,6 Prozent den kleinsten Anstieg.

Die niedrigste Arbeitslosenquote mit 2,7 Prozent und weiterhin Vollbeschäftigung hat der Landkreis Bamberg, während sie in der Stadt Coburg mit 6,0 Prozent am höchsten ist. (red)

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