HEILIGENSTADT

130 Kilometer Oldtimer-Glück in der Fränkischen Schweiz

Mit der Startnummer 1 auf seinem 1929´er Ford Model A eröffnete der Eggolsheimer Thomas Distler die Veranstaltung. Foto: Gerd Plietsch

Es waren ausnahmslos strahlende und überaus zufriedene Gesichter, die nach etwa 130 Kilometern und gut fünf Stunden Fahrt durch die romantische und rustikale Fränkische Schweiz zurück zum Ausgangsort Heiligenstadt zurückkehrten und sich – ganz im Sinn der Oldtimer-Enthusiasten – gegenseitig von ihren Erlebnissen und Erkenntnissen unterwegs, berichteten. Noch strahlender und zufriedener wurden die Gesichter, als sich Harald Schroll vom Veranstalter-Team daran machte, die Siegerehrung durchzuführen und die einzelnen Klassen- und schließlich und endlich die jeweiligen Gesamtsieger zu ehren.

Begonnen hatte die inzwischen 14. ADAC-Oldtimerfahrt Fränkische Schweiz allerdings mit einem herzhaften und kräftigenden Frühstück, wobei auch das Kennen lernen der Teilnehmer untereinander im Vordergrund stand. Allerdings fand dieses Frühstück nicht mehr wie vor Corona in der Heiligenstadter „Oertelscheune“ statt, sondern in den Räumen des SC Markt Heiligenstadt, dem Dreh- und Angelpunkt der Oldtimerfahrt Fränk. Schweiz seit dem letzten Jahr.

Das älteste Fahrzeug im Wettbewerb: der 1927´er Buick Maser Six des Eggolsheimers Roland Distler. Foto: Gerd Plietsch

Der Markt Heiligenstadt, und vor allem der historische Marktplatz, standen aber weiterhin im direkten Fokus aller Teilnehmer, denn nach der Fahrerbesprechung durch Harald Schroll und einem kurzen Vorstart vor dem Vereinsgelände des SC Markt Heiligenstadt, fand dort der Start zugleich mit der ersten Sonderprüfung (der Startprüfung, bei der die Teilnehmer auf die Sekunde genau zu ihrer vorgegebenen Startzeit durch eine Lichtschranke fahren mussten) statt.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeister Stefan Reichold stellte der ehemalige TÜV-Mitabreiter Mathé Moré den anwesenden Zuschauern alle Fahrzeuge in sachkundigen Worten vor, bevor diese die erste Etappe durch die frühherbstliche Fränkische Schweiz Angriff nahmen. Zunächst ging´s nach Norden bis Königsfeld (wo zwei weitere Prüfungen auf die Teilnehmer warteten) und danach über Brunn (eine weitere Prüfung auf dem dortigen Sportplatz) zurück nach Aufseß und über Breitenlesau, wo auf dem weitläufigen Gelände des dortigen Krug-Bräu gleich noch einmal zwei Prüfungen auf die Teilnehmer warteten.

Über Waischenfeld und das Ahorntal

Über Waischenfeld und das Ahorntal ging es dann zur Mittagspause nach Trockau auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr. Nach einer eineinhalbstündigen Pause begann dann der zweite Teil der Ausfahrt, die Zuverlässigkeitsfahrt durch das Herz der Fränkischen Schweiz, wo die bekannten Orte Pottenstein, Gößweinstein, Muggendorf, Ebermannstadt und Buttenheim berührt wurden, aber beileibe nicht auf den üblichen und bekannten Hauptstrecken, sondern auf außergewöhnlich schönen und fahrerisch höchst anspruchsvollen Nebenstraßen.

Das Ziel in Heiligenstadt, erreichten die Teams gegen 15 Uhr und ließen sich erstmals eine gute Tasse Kaffee und ein Stück selbstgebackenen Kuchen schmecken. Unterwegs waren die verschiedensten, bei Oldtimer-Veranstaltungen üblichen, Sonderprüfungen zu absolvieren, zum Beispiel Halten vor einem Gatter, genauer Seitenabstand am hinteren rechten Rad, zentimetergenaues, mittiges Durchfahren eines Tores oder Seitenabstand links, was für die Zweiradfahrer wohl weniger anspruchsvoll gewesen sein dürfte, als für die Automobilisten, was die oftmals zahlreichen Strafpunkte in den einzelnen Ergebnislisten nachdrücklich verdeutlichten.

Harald Schroll begann mit der Siegerehrung, der aber ein Verlosung von etlichen Sonderpreisen vorausging, sowie nochmals ein Grußwort des Dritten Heiligenstadter Bürgermeisters Bernd Büttner, der sich wie auch der weitere Fahrtleiter Jochen Heinlein, bei allen Teilnehmern für das sportlich faire Verhalten während der gesamten Veranstaltung bedankte. Schroll dankte aber auch den Teilnehmern, die die Mühe einer weiten Anreise auf sich genommen hatten, nämlich zwei aus Berlin und einer aus der Nähe von Köln, „was die besondere Beziehung dieser Fahrer zum mittlerweile leider verstorbenen Gründer und Befeuerer dieser Veranstaltung, unserem Paul Bezold, mehr als deutlich unterstreicht!“

Sonderprüfung bei Krug-Bräu in Breitenlesau: Mittig fahren, vorgeführt vom Knetzgauer Rudi Hörr und seinem Mercedes Benz... Foto: Gerd Plietsch

Die Gruppe der zwölf Motorräder gewann schließlich der Wegberger Werner Reinl mit einer BMW R 50/5 von 1971 und lediglich 31 Strafpunkten. Der Gewinner der großen (72 Starter) Gruppe der Automobile wurde der Feuchter Ulrich Schürer mit seinem Fiat Spider 124 CS 1 von 1973 und 59,2 Strafpunkten, womit er seinen Vorjahressieg klar wiederholen konnte.

Mit 84 Jahren noch auf Achse

„Wie er das nur macht?“ rätselten seine Mitbewerber neid-, aber auch respektvoll. Beste Mannschaft waren die „Motorrad-Oldies“ aus Berlin-Brandenburg, Frank Förster und Thomas Raguse, die sich glücklicherweise mit dem Motorrad-Gesamtsieger Werner Reinl ´verbündet` hatten und so die Zweitplatzierte Mannschaft, den „VfV Oberfranken“, mit Herbert Hofmann und Arthur und Alexander Kießling klar hinter sich lassen konnten. Den Pokal für den ältesten Teilnehmer holte sich – erneut – der Tauperlitzer Otto Eckl mit sage und schreibe 84 Jahren.

Weitere Informationen und alle Ergebnisse im Detail gibt es im Internet unter www.msc-fr-schweiz.de.

 

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