LICHTENFELS

100 „G'schichtla vom Bänkla“ in Oberfranken

Jan Gebelein (li.), Radio Euroherz, und Andreas Übler, Stadtrat in Hohenberg, auf der Mitfahrbank in Hohenberg. Foto: RED

Vom 3. August bis 4. September 2020 hieß es: Radio einschalten! An rund 100 Standorten und mit rund 100 „G'schichtla vom Bänkla“ rückte das Demographie-Kompetenzzentrum Oberfranken (DemKo) die Mitfahrbänke in Oberfranken in den Fokus. In einer Befragung der Kommunen will das DemKo nun weitere Erkenntnisse über die Nutzung gewinnen, um das Angebot weiter zu fördern.

Das oberfränkische Mitfahrbank-Netzwerk ist deutschlandweit einzigartig. Die Idee: kostengünstig und einfach von A nach B zu kommen und gleichzeitig das bürgerschaftliche Miteinander zu fördern. Die Bänke ergänzen somit den klassischen Nahverkehr. Mit der oberfrankenweiten Radiokampagne „G'schichtla vom Bänkla“ wurde aufgerufen, das kostenlose Angebot zu nutzen.

Ab dem 28. September sind nun alle oberfränkischen Kommunen zwei Wochen lang gefragt, die Nutzung der Mitfahrbänke in ihrer Gemeinde zu bewerten. Hierzu kommt das DemKo auf die Verantwortlichen vor Ort zu. Die Ergebnisse sollen dabei helfen, weitere Ideen zu entwickeln, um das einzigartige Netzwerk noch besser zu unterstützen.

Spannende Gespräche in ganz Oberfranken

Von der Fränkischen Schweiz, den Ausläufern des Steigerwaldes, den Haßbergen bis hin zum Frankenwald und dem Fichtelgebirge – die „G?schichtla vom Bänkla“ führten die Moderatoren der fünf oberfränkischen Funkhäuser quer durch Oberfranken. Die Moderatoren riefen live zur Mitnahme auf. Mit den Fahrern wurde dann auf den Mitfahrbänken über ihre persönlichen „G'schichtla vom Bänkla“ gesprochen. Als Dankeschön gab es ein hochwertiges Digitalradio.

Das Finale der Aktion war in den Landkreisen Hof und Wunsiedel. Euroherz-Moderator Jan Gebelein war vom 31. August bis 4. September unterwegs. In Rehau stand dem Moderator Bürgermeister Michael Abraham Rede und Antwort und hat bisher nur positive Erfahrungen gesammelt: „Die Mitfahrbänke werden von Wirtshausbesuchern oder eben im normalen Verkehr zwischen Pilgramsreuth und Rehau genutzt. Die Rückmeldungen waren bisher immer gut. Außerdem ist das Fahren mit der Mitfahrbank kostenlos.“

In Kirchenlamitz kam die Dorfgemeinschaft auf die Idee, die Mitfahrbänke aufzustellen. 1. Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Niederlamitz, Rudolf Röll: „Ich habe die Mitfahrbank bei einer Fahrt in Schwarzenbach entdeckt und die Idee direkt in der Dorfgemeinschaft Niederlamitz eingebracht. Wir fanden das Konzept auch für uns spannend und wollten drei Bänke in Kirchenlamitz und Niederlamitz aufbauen. Durch den Zuschuss der Bürgerstiftung konnten wirdie Bänke vor zwei Wochen aufstellen. Die Dorfgemeinschaft selbst hat die Plätze befestigt und das neue Angebot wird gut angenommen.“

Darüber hinaus ergänzen die Bänke einen Bürgerbus: „Die Idee der Mitfahrbänke ist sehr gut! Wir haben auch einen Bürgerbus in Kirchenlamitz, der zwei Mal die Woche verkehrt und sehr gut angenommen wird. Ich finde, die Mitfahrbänke sind eine ideale Ergänzung dazu“, so Zweiter Bürgermeister Jens Büttner.

100 Standorte und fast 100 Gespräche

Während der fünf Wochen reisten die Radiomacher an rund 100 Standorte. Wo die Touren gestartet sind, zeigt die Grafik. Enorm profitiert haben die „G'schichtla vom Bänkla“ von den Zuhörern, die das System entweder schon einmal selbst getestet haben oder jemanden mitgenommen haben. Außerdem waren vielerorts auch die Initiatoren mit vor Ort. Es wurde von Touristen berichtet, die die Bänke in ihre Wandertouren eingeplant haben, oder auch von Bürgermeistern,die selbst bereits Wartende mitgenommen haben. Auch Tipps zum Gelingen wurden gegeben: Je besser das Netz in den Kommunen ausgebaut ist, desto eher wird das System genutzt.

Ob durch den Wettbewerb des DemKo 2018, den Landkreis, die Kommune selbst oder durch private Spender finanziert – die Hintergründe der Mitfahrbänke sind genauso vielfältig wie die „G'schichtla“. In manchen Kommunen gibt es Hinweistafeln an den Bänken, ein Schild mit „Ruhebank“, Aufkleber für die Fahrer, Registrierung oder eine WhatsApp-Gruppe, über die die Fahrten organisiert werden. Nicht nur innerhalb der Kommunen wird sich durch die Bänke vernetzt,auch interkommunal und landkreisübergreifend kann mancherorts per Mitfahrbank gereist werden.

Videoclips und alle Mitfahrbank-Infos online

Über die „G'schichtla vom Bänkla“ berichteten die fünf oberfränkischen Funkhäuser live in ihren Sendungen. Die Videoclips gibt es auf den Webseiten der jeweiligen Stationen zu sehen. Dazu gabes eine umfangreiche Berichterstattung in den sozialen Medien und unter mitfahrbank-oberfranken.de. Dort finden sich auch alle Informationen zum Thema Mitfahrbank inklusive Antworten auf häufig gestellte Fragen und einer interaktiven Karte mit den Standorten der Mitfahrbänke in Oberfranken. von September 2016 bis Dezember 2020 durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzenund für Heimat unter Leitung von Staatsminister Albert Füracker gefördert. Die Aufgabe des Zentrums ist es, Maßnahmen zu entwickeln, Veranstaltungen durchzuführen und Projekte zu unterstützen, um dem demographischen Wandel in Oberfranken lösungsorientiertund zukunftsgerichtet zu begegnen. Weiterhin informiert das DemKo über bereits bestehende gute Projektideen aus Oberfranken und darüber hinaus auf www.demographie-oberfranken.de. (red)

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