MARKTGRAITZ

Wunderbare Musicalsongs im Gotteshaus

Eine tolle Band: "Steffi und Friends". Foto: Roland Dietz

Eine außergewöhnliche Veranstaltung im positiven Sinn war sicherlich die jüngste Musikalische Andacht in Marktgraitz. „Steffi and Friends“ waren angekündigt, und wer die Formation schon einmal erlebt hat, wird wissen, dass dies schon etwas Besonders ist.

Da sind einmal die fünf Künstler Matthias Berg (Schlagzeug/Gesang), Matthias Reuß (Orgel/Keyboard), Sebastian Geßlein (Bass), Alexandra Janson (Gesang) und Bandleaderin Steffi Herrgesell zu erleben, deren Niveau schon als professionell bezeichnet werden kann. „Die Welt mit Kinderaugen sehen“ war das Motto des Programms. Und hier war nicht nur die Musik allein ein starker Punkt, sondern auch die Betrachtungen und Überlegungen von Texten zum Leben selbst. Eine tolle inhaltliche Gestaltung der Musik und Gesangvorträge sollten folgen.

„Kinder haben keine Vorurteile gegenüber Anderen“

Schon die Ankündigung hatte viele junge Familien angesprochen, das Singen zu besuchen. „Kinder haben keine Berührungsängste oder Vorurteile gegenüber Anderen“, stellten die Akteure fest. Sollten nicht auch Erwachsene die Welt wieder mehr mit Kinderaugen sehen und sie so verbessern. Dies sah aber auch Pfarrer Lars Rebhan so: „In biblischen Schriften und ihren damit verbundenen Erklärungen sollten wir sie im Geiste Gottes sehen. Sein Wirken zeigt uns, dass Gott uns liebt, bei uns ist und sein Wohlgefallen spüren lässt.“

Dies wurde auch zu Beginn deutlich. Steffi Hergesell erklärte dazu, dass die Frage im Kinderlied „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“ selbst der biblische Vater Abraham so stellte, nämlich dass der Mensch klein und das Weltall von gigantischer Größe sein müsse. Dies wurde wiederum unterlegt mit der genialen Musik aus dem Film „Fluch der Karibik“. An der Kirchenorgel brachte Matthias Reuß dieses Werk zum Erklingen und ließ vor dem geistigen Auge die Weite der Weltmeere erahnen.

Und nun ging es musikalisch in eine wunderbare Musical-Welt. Aus „Die Schöne und das Biest“ waren die Songs „Märchen schreibt die Zeit“ und „Sei hier Gast“ ein gutes Beispiel dafür, dass Menschen oft herzlos sind. Wenn aber Liebe Vorurteile abbaut, sollte es besser sein, gemeinsam zu leben. Fremde, so wie sie sind, solle man akzeptieren und Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen und Hilfe anbieten. Und hier gelang es den Akteuren, schnell einen Bogen zu schlagen von Musik, Gottes Wort und den aktuellen Gegebenheiten der Welt. Dies zog sich dann wie ein positiver roter Faden durch die 75 Minuten der Veranstaltung.

Auch die Kinder machten mit bei der musikalischen Andacht von "Steffi and Friends". Foto: Roland Dietz

Dass die wunderbare Musik den Kindern gefiel, drückten sie durch mitsingen und mit klatschen aus, was wiederum schnell zu einer wunderbaren Stimmung im sehr gut gefüllten Gotteshaus führte. Beim Lied „Farbenspiel des Windes“ aus dem Musical „Pocahontas“ wurde auch ein sorgsamer Umgang mit unserer Umwelt angemahnt.

„Braucht nicht jeder Mal im Leben Freunde“

Eine große Geschichte war im Musical „König der Löwen“ zu finden, wo der kleine Löwe Simba nach dem Tod des Vaters verstoßen wird und alles in Zweifel zieht. Doch er findet Freunde, die ihm helfen, und alles wird wieder gut und er selbst zum König der Löwen. „Braucht nicht jeder Mal im Leben Freunde und deren Hilfe?“, fragten „Steffi und Friends“ in ihrem Song.

Kinder kommen zur Band und singen und tanzen mit

Dunkle Klänge bei „Endlose Nacht“ wechselten zum fröhlichen „Hakuna matata“. Traumhaft schön waren die beiden Hymnen, die durch Elton John zu Welthits wurden: „Ewiger Kreis“ (The Circle of Live) und „Kann es denn wirklich Liebe sein“ (Can you feel the love tonight). Geboten dabei ein perfektes Zusammenspiel von Musik und Stimmen der beiden Sängerinnen.

„Dir gehört mein ganzes Herz“ lautet die Textzeile, welche die Gorilla-Mutter ihrem Findelkind Tarzan im gleichnamigen Musical herzzerreißend vorsingt. „Die Liebe unter Menschen – ist sie nicht eines der größten Güter, das wir besitzen, und trotzdem zu achtlos sind?“, war hier die Frage.

Den Kids gefiel es, und sie machten spontan mit. Foto: Roland Dietz

So richtig ab ging dann die veranstaltung mit dem Song „Supercalifragilistic“ aus dem Musical „Mary Poppins“. Kinder kamen nach vorne zur Band und sangen, klatschten und bewegten sich zum mitreißenden Song. Eher gediegen, balladenartig und auf die Menschlichkeit ausgerichtet waren die Lieder aus den Musicals „Der Glöckner von Notre Dame“, „Toy Story“, „Alladin“ und der „Eiskönigin“. Schön dabei anzuhören waren die Gesangsduette von Matthias Berg mit seiner Schwester Steffi Hergesell und mit Alexandra Janson. Klasse Stimmen die allein in ihrer musikalischen Bewegung sehr facettenreich erklangen und den Kirchenraum füllten.

Und zum Abschluss steppte nochmals der Bär bei „Probier's mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Musical „Dschungelbuch“. Nach dem begeisterten Applaus gab es noch eine Zugabe, die die schöne musikalische Andacht enden ließ.

Als klasse Sängerinnen erwiesen sich einmal mehr Steffi Hergesell, und Alexandra Janson (Bild). Foto: Roland Dietz

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