MICHELAU

Wenn die Kinder „Nie mehr Container!“ singen

„Nie mehr Container“ sangen die Schulkinder zur Begrüßung. Foto: Werner Diefenthal

Die Aufregung und die Freude waren deutlich sichtbar und auch spürbar, als am Freitag die sanierte Johann-Puppert Schule in Michelau eingeweiht wurde. „Nie mehr Container“; so sangen die Schulkinder zur Eröffnung der Feierstunde. Und das war das Credo der gesamten Veranstaltung. Endlich war man wieder im Gebäude, endlich konnte man die Container, die zwar, so war man sich einig, schön waren, verlassen.

Schulleiterin Cornelia Zauritz und Bürgermeister Jochen Weber begrüßten die Gäste, vor allem auch alle ehemaligen Lehrkräfte und Mitarbeiter. Im Anschluss ging der Bürgermeister noch einmal auf die mühselige Sanierung des Gebäudes ein, welches bereits durch Altbürgermeister und jetzigem Stellvertreter des Stadtrates Helmut Fischer angestoßen wurde.

Stolz und glücklich: Schlüsselübergabe durch den Bürgermeister Jochen Weber an die Schulleiterin Cornelia Zauritz. Foto: Werner Diefenthal

Das Gebäude selbst, so Weber, bekam seinen Namen als neu errichtete Schule 1973. Der Zahn der Zeit nagte an ihm, sodass man 2016 erste Überlegungen anstellte, es zu sanieren. Im Januar 2018 schlug Helmut Fischer, damals noch Bürgermeister in Michelau, vor, die Sanierung in den Haushalt aufzunehmen. „Zunächst waren die Kosten mit rund 6,6 Millionen kalkuliert, nach Abzug der Förderung blieb ein Eigenanteil von 2,97 Millionen Euro für Michelau, die es zu finanzieren galt.“

Dass es bei dieser Summe nicht blieb, ist unter anderem einer Tatsache geschuldet. „Wir mussten für den Übergang Container anmieten. Da kamen rund 1,26 Millionen Euro zusammen. Und das ist leider nicht förderfähig und muss von uns allein getragen werden.“

Spendeten Gottes Segen: Dekan Lars Rebhan und Dekanin Stefanie Ott-Frühwald. Foto: Werner Diefenthal

Eine Überraschung der übelsten Art

Dazu kam eine Überraschung der übelsten Art: Bei den Arbeiten am Dach fand man Asbest. Und das musste gesondert entsorgt werden. Über ein Jahr lang suchte man vergeblich nach einer Möglichkeit, bis man diese in Forchheim fand. „Doch jetzt sind wir froh und glücklich, alles geschafft zu haben“, beendete der Bürgermeister seine Rede, bevor er einen symbolischen Schlüssel an die Schulleiterin überreichte.

Helmut Fischer: „Leider sehe ich niemanden aus Lichtenfels.“

Als Stellvertreter des Landrates wies auch Helmut Fischer wiederholt darauf hin, dass es eine immense Kraftanstrengung für alle Beteiligten gewesen sei, diese Sanierung durchzuführen. Vor allem die Lehrkräfte und die Kinder seien besonders zu erwähnen, da diese jeden Tag mit den Arbeiten in Berührung kamen und dennoch nie in ihren Bemühungen nachgelassen hätten. Vor allem freute es ihn, dass fast alle Städte und Gemeinden Vertreter entsandt hatten. „Leider sehe ich niemanden aus Lichtenfels“, meinte er dazu.

Er kam auch auf das Thema Digitalisierung zu sprechen. „Hier wurde alles getan, um möglichst aktuell zu sein. Hier ist nun Lernen und Lehren in einem modernen Umfeld möglich.“ Und mit Blick auf die Situation in den Stadt- und Gemeinderäten, die momentan buchstäblich jeden Cent dreimal umdrehen müssen, fügte er an: „Hier haben wir ein Beispiel, dass man durch schnelle Entscheidungen vorankommt. Je länger man nämlich diskutiert, umso teurer wird es am Ende.“ Als Vertreter der Regierung von Oberfranken sprach Stefan Kuen ein Grußwort. Für ihn sei es eine besondere Ehre, an diesem Tag der Eröffnung beiwohnen zu dürfen. „Es ist eine Freude, hier hineinzukommen. Es ist hell. Es ist luftig. Bei einem Neubau hätte es anders ausgesehen“, fügte er an.

Weihte das Schulgebäude: Dekan Lars Rebhan. Foto: Werner Diefenthal

Auch die Schulamtsdirektorin Stefanie Mayr-Leidnecker kam auf die Diskussion zu sprechen, die mehrmals erwähnt wurde. „Sanieren oder Neubau? Beides stand im Raum.“ Wie schon ihre Vorredner brachte sie zum Ausdruck, dass ein Neubau nicht das hätte bieten können, was die sanierte Schule bieten kann. „Die Größe der Klassenzimmer wäre geringer ausgefallen, auch diese herrliche Aula würde es nicht mehr geben.“ Auch andere Probleme hätten sich bei einem Neubau ergeben. Da wäre vor allem die Frage nach dem Grundstück gewesen. Wo sollte man bauen? Muss dazu auch Infrastruktur neu geschaffen werden? Ob dies am Ende günstiger gewesen wäre, wagten alle Redner zu bezweifeln.

Einig waren sich auch alle, dass durch die Sanierung, die letzten Endes mit über elf Millionen zu Buche schlägt, ein Schulhaus geschaffen wurde, welches mit zu den modernsten und wohl auch schönsten im Landkreis gehört.

Zum Abschluss feierliche Segnung des Schulhauses

Am Ende wurde das Schulhaus durch Dekanin Stefanie Ott-Frühwald und Dekan Lars Rebhan feierlich gesegnet. Umrahmt wurde die Feier durch Gesangsdarbietungen verschiedener Klassen, was besonders Stefan Kuen beeindruckte. „Wie habt ihr es geschafft, in der kurzen Zeit von nach den Sommerferien bis jetzt unter dem Druck des Einzuges all das auf die Beine zu stellen?“, fragte er, sichtlich beeindruckt.

Eine Führung durch die Klassenzimmer und den gesamten Schulbau schloss sich an, bevor am Nachmittag noch ein Musical und der Tag der Offenen Tür die Veranstaltung abrundeten.

 

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