KÜPS

Vor 50 Jahren wurde Hain ein Ortsteil von Küps

Vor 50 Jahren wurde Hain ein Ortsteil der Marktgemeinde Küps
Das letzte Gemeinderatsgremium für Hain konnte bei der Kommunalwahl am 13. März 1966 gewählt werden. Foto: Repro: Bernd Rebhan

Seit genau 50 Jahren ist Hain ein Ortsteil der Marktgemeinde Küps. Mit dem 1. Januar 1972 verlor die ehemalige Gemeinde mit ihren Ortsteilen Tiefenklein und Weides ihre Selbstständigkeit.

Dabei war die Begeisterung für die Eingemeindung in Teilen der Bevölkerung eher bescheiden. Landrat Dr. Edgar Emmert hatte die Bürgermeister und Gemeinderäte von Küps, Au, Hain, Johannisthal, Oberlangenstadt, Schmölz, Theisenort und Tüschnitz am 27. Januar 1971 eingeladen, um seine Vorstellung von der künftigen Einheitsgemeinde zu erläutern. Die Sonderschlüsselzuweisungen, die der Freistaat damals für diese erste Phase der freiwilligen Eingemeindungen für Hain zusagte, beliefen sich auf 164 000 Mark – eine Summe, die nach heutigen Maßstäben nur für die Sanierung eines Straßenstücks reichen würde.

Im August kam die Verfügung der Regierung

Nachdem der Hainer Gemeinderat unter der Leitung von Bürgermeister Peter Mayer einem Eingemeindungsantrag am 14. April 1971 zugestimmt hatte, wurden die wahlberechtigen Bürger am 23. Mai 1971 zu einer Abstimmung über dieses Vorhaben aufgefordert. Offenbar war der Abstimmungstermin aber nicht sehr günstig gewählt, weil die Mitglieder des Gesangvereins „Frohsinn“ an diesem Tag ihren langfristig vorher geplanten Ausflug nach Rothenburg ob der Tauber und Bad Mergentheim organisiert hatten. Von den 173 Wahlberechtigten machten dann nur 95 von ihrem Stimmrecht Gebrauch. 34 Wähler stimmten für Küps, 59 sprachen sich für die Selbstständigkeit aus und zwei Stimmzettel waren ungültig. Doch der Gemeinderat stand zu seinem vorherigen Eingliederungsantrag mit dem mehrheitlichen Beschluss vom 8. Juni 1971.

Hain mit fast 700 Jahre alten Geschichte

Die Regierung von Oberfranken verfügte schließlich am 19. August 1971 die Eingliederung Hains in den Markt Küps zum 1. Januar 1972. „Die kleine Gemeinde Hain mit nur 249 Einwohnern ist auf verschiedenen Gebieten mit dem Markt Küps bereits eng verbunden“, heißt es im amtlichen Schreiben. Damit war Hain nach Tüschnitz der zweite Ortsteil, der den Markt Küps wachsen ließ. Bürgermeister Peter Mayer wurde bis zur Neuwahl des Marktgemeinderates zum beratenden Mitglied berufen. Am 18. Februar 1972 fand im Kulturraum, dem ehemaligen Schulsaal, die offizielle Eingemeindungsfeier statt. Bürgermeister Ernst Hanna (Küps) und der ausgeschiedene Hainer Bürgermeister Peter Mayer hatten dazu im Namen ihrer Gemeinderäte eingeladen. Dabei bekräftigte Ernst Hanna die im Eingemeindungsvertrag zugesagten Projekte nach und nach zu verwirklichen: Verbreiterung der Verbindungsstraße Küps – Hain und Kanalneuverohrung in Hain, Erneuerung der Verschleißdecke der Straße Hain-Weides, Umfunktionierung des ehemaligen Schulsaales zu einem Kulturraum, Einrichtung eines Kinderspielplatzes sowie die Erstellung von überdachten Schulbushaltestellen in Hain und Tiefenklein.

Die erste urkundliche Nennung des Ortes erfolgte im Jahr 1330 mit der Erwähnung des Ansitzes von Jakob von Redwitz zu Redwitz in Hain. Das Rittergut wurde dann 1395 von Ulrichs I. von Künsberg-Wernstein erworben. 1668 fand die Weihe der schmucken Kirche „Zur heiligen Dreifaltigkeit“ statt. Auf Veranlassung des im Hainer Schloss wohnenden Freiherr Adolf August von Künsberg wurde das Begräbniskirchlein errichtet. 1711 wurde das erste Schloss gebaut, 1774 folgte der Neubau des Schlosses im Stil des Barocks. Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 350jährigen Kirchenjubiläum und damit auch in der Geschichte von Hain war der Festgottesdienst mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am 30. September 2018. (red)

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