MARKTGRAITZ

„Sportliche“ Aufgabenliste für Marktgraitz

„Sportliche“ Aufgabenliste für Marktgraitz
Aufwertung und Sanierung des Marktplatzes stehen auf der Agenda in Marktgraitz für die nächsten Jahre. Foto: Roland Dietz

Die Zukunft von Marktgraitz in den nächsten sechs Jahren stand im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung. „Sportlich“ nannte Zweiter Bürgermeister Richard Geßlein (CSU) die Ziele, die Bürgermeister Jochen Partheymüller in der Planung bis 2026 aufgelistet hatte. Er mahnte, sich auf die wichtigsten Projekte zu konzentrieren.

Optimistisch zeigte sich der Bürgermeister selbst. Nur, wer viele Ziele hat, könne auch viel erreichen, meinte er: „Wir wollen zunächst darüber reden. Es wird gerade zu Beginn nichts in Stein gemeißelt. Auch werden einige Projekte von der Finanzierbarkeit abhängig sein, die sicherlich hinreichend geprüft wird.“

„Es wird gerade zu Beginn nichts in Stein gemeißelt. Auch werden einige Projekte von der Finanzierbarkeit abhängig sein.“
Jochen Partheymüller, Bürgermeister

So sollen die Planungen zur Einrichtung eines Dorfladens endlich weitergeführt werden. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten die Arbeiten dafür etwas ins Stocken gebracht. Am 18. Juni werden die Arbeitskreise Marketing und Betriebswirtschaft ihre Tätigkeit aufnehmen.

Haltung nach Demeter-Kriterien statt Massenproduktion

Das Grundstück des „Kerwes-Platzes“ gehöre nun der Gemeinde Marktgraitz. Hier soll ein Buswendeplatz mit einem barrierefreien Bushäuschen entstehen. Weiter vorangetrieben wird die Möglichkeit von Busverbindungen Richtung Coburg und Richtung Mitwitz. Zu prüfen sei, ob dies sich mithilfe eines Programms der Integrierten Ländlichen Entwicklung verwirklichen lasse. Zur gewünschten Neugestaltung des Marktplatzes werde der Abriss des Brauns-Haus beitragen. Dazu kämen neue Nutzungsmöglichkeiten für das alte Schulhaus und das Oudla-Haus. Natalie Grammon (SPD) wünschte sich für die neuen Gemeinderatsmitglieder einen Ortstermin, der demnächst stattfinden soll. Für Kirche und Marktplatz soll ein Beleuchtungskonzept erstellt werden. Auch wird die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt.

Angestrebt wird eine Lösung für den Bauhof. Es gelte, hier etwas Neues zu schaffen oder alte Räumlichkeiten zu sanieren und zu ergänzen. Dazu gehöre eine Trockenmöglichkeit für Hackschnitzel und eine Lagerung für die Sandsäcke (Hochwasser). Dafür soll auch ein Häcksler angeschafft werden. Für den Bauhof soll ein Anhänger für Pritschenfahrzeug und Traktor (Doppelachse, 3-4 To. Nutzlast) als Drei-Seiten-Kipper gekauft werden.

Sanierung von Straßen, Wasser- und Abwasserkanalbau

„Sportliche“ Aufgabenliste für Marktgraitz
Der Bauhof soll entweder umgebaut oder gleich neu gebaut werden. Foto: Roland Dietz

Saniert werden müssten die Johannesstraße, Steinachstraße, Lettenreuther Straße ab Kreuzung Sonnenleite, Schulstraße, der Kirchenweg, die Keltenstraße ein Reststück der Pfarrflur und der Rosenweg. Ebenso müsse die Machbarkeit von Wasser- und Abwasserkanalbau oder -sanierung in der Schulstraße, dem Kirchenweg, dem Erlenweg und dem Höhweg in Zusammenschluss mit der Reinhard-Leutner-Straße und in einem Teilstück des Auweges geprüft werden. Angedacht seien Verbindungen im Ringschluss.

Der Bürgermeister verlieh der Hoffnung Ausdruck, 2021 die 950-Jahr-Feier von Marktgraitz begehen zu können. Hier müsse zügig mit den Planungen begonnen werden. Sinnvoll wäre es auch, in den nächsten Jahren die Kinderspielplätze in Marktgraitz aufzuwerten.

Einsturzgefährdete Kellereingänge, Lehrschwimmbad und alte Schule

In Angriff genommen werden sollen in den nächsten Jahren auch weitere Dorfverschönerungsmaßnahmen. Weiterverfolgt werden sollten Maßnahmen zur Sicherung einsturzgefährdeter Kellereingänge in der Johannesstraße. Die bisherigen Angebote dafür seien zu hochpreisig gewesen.

Umgestaltet werden sollten die alten Sanitäranlagen unter der Lehrschwimmbad-Treppe. Auch ein Notausgang für das Lehrschwimmbad sollte auf den Weg gebracht werden. Geprüft werden müsse zudem eine energetische Sanierung des ehemaligen Schulgebäudes.

In Zusammenarbeit mit der Verwaltungsgemeinschaft sei die Marktgraitz beim der Versorgung mit schnellem Internet auf einem guten Stand. Der Ausbau müsse aber weiter forciert werden.

Wasserspielplatz und Kneipp-Becken statt Steinachbrunnen

Mehr als sinnvoll wäre die Anschaffung eines neuen Toilettenwagens beziehungsweise die Sanierung des alten. Gesucht werde ein Ersatz für den sanierungsbedürftigen Steinachbrunnen. Eventuell könne hier ein Wasserspielplatz und/oder ein Kneipp-Becken entstehen.

Der Bürgermeister möchte außerdem für das gesamte Gemeindegebiet ein Konzept für Barrierefreiheit und für die Nutzung leer stehender Häuser in Marktgraitz entwickeln. Er möchte in Zusammenarbeit mit der Verwaltungsgemeinschaft den nicht mehr zeitgemäßen Internetauftritt der Gemeinde modernisieren. Und er möchte wieder Märkte nach Marktgraitz holen, etwa einen Flohmarkt oder einen grünen Markt.

Dritter Bürgermeister Michael Beier (FW) erinnerte daran, dass die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges wie geplant zügig erfolgen sollte. Nathalie Grammon (SPD) mahnte, im Wahlkampf angesprochene Projekte jetzt nicht zu vergessen. Dazu gehörten Jugend- und Seniorentreffs, die Förderung des Ehrenamts in der Jugendarbeit der Vereine und Veranstaltungen wie Open-Airs oder Theateraufführungen auf dem Marktplatz. Kerstin Röling war der Meinung, dass auch die Förderung heimischer Geschäfte und Firmen zu den Aufgaben der nächsten sechs Jahren gehören sollte.

Aus dem Gemeinderat

• Matthias Partheymüller fragte nach dem aktuellen Stand der Corona-Infektion im Pflegeheim. Bürgermeister Jochen Partheymüller erklärte, dass er, wie gewünscht, schnellstmöglich mit der Abteilung Gesundheitswesen im Landratsamt in Verbindung getreten ist. Es wurden daraufhin Tests für alle Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes ermöglicht. Auch stehe er mit dem Pflegeheim und dem Gesundheitsamt in regelmäßigem Kontakt. Die Test waren nach Aussage von Tanja Beier alle negativ.

• Kerstin Röling machte darauf aufmerksam, dass der Sportbetrieb des TV Marktgraitz wieder beginnt. Eine Nutzung des Spielfeldes dafür ist möglich, sagte Bürgermeister Jochen Partheymüller zu. Die Nutzung der Turnhalle wäre möglich, wenn die Sitzungen des Gemeinderates im Pfarrzentrum stattfinden könnten. Dazu wolle er mit der katholischen Pfarrei in Kontakt treten. Die Duschen und Umkleiden der Turnhalle können nach den momentanen Bestimmungen nicht genutzt werden.

• Abgesagt wurde das Gemeindefest auf dem Marktplatz, das im Juli hätte gefeiert werden sollen.

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